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Größer als der Phoenix-See: Rückhaltebecken Emscher-Auen ist fertig

Die Emschergenossenschaft hat den Ausbau ihres größten Hochwasserrückhaltebeckens – die Emscher-Auen an der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel – weitestgehend fertiggestellt. Das gesamte Fassungsvolumen von 1,1 Millionen Kubikmetern steht nun zur Verfügung. 2026 soll mit dem Wegebau am Wasser begonnen werden.

Das bedeutet: Im Extremwetterfall kann der Inhalt von sieben Millionen Badewannen im Osten des Emscher-Gebietes zurückgehalten werden und damit die in Fließrichtung unterhalb liegenden Städte an der Emscher vor einer Hochwasserwelle schützen.

Zwischenzustand vorrüber

Bild: Michael Kemper/EGLV
Emscher-Auen von oben.
Die Emscher-Auen an der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel.
Bild: Michael Kemper/EGLV

In einem Zwischenzustand befand sich das Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen, als die Emschergenossenschaft die Anlage an der Stadtgrenze Castrop-Rauxel/Dortmund im Jahr 2013 in Betrieb nahm. „Zwischenzustand“ deswegen, weil die Emscher damals noch Abwasser führte und die insgesamt vier Einzelbecken zum Schutz vor dem Schmutz im Trockenwetterfall durch niedrige Dämme von der Emscher getrennt waren. „Nur“ 900.000 Kubikmeter betrug das Fassungsvolumen damals – dennoch war es seinerzeit bereits das größte Hochwasserrückhaltebecken der Emschergenossenschaft, größer sogar noch als der Phoenix See in Dortmund-Hörde (maximal 840.000 Kubikmeter).

Verbesserung des Hochwasserschutzes inklusive Renaturierung der Emscher

Bild: Björn Hickmann/EGLV
Ansicht Emscher-Auen
Dieses Bild verdeutlicht die Dimensionen des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen - obowhl auf dieser Ansicht immer noch nur knapp die Hälfte des Beckens zu sehen ist. Im Vordergrund ist die gewaltige Drosselanlage, offiziell eine "Talsperre", zu sehen. Sie regelt den Durchfluss der Emscher.
Bild: Björn Hickmann/EGLV

„Die Arbeiten, die Anfang 2023 begannen, sind nun bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen. Rund 70 Millionen Euro haben wir an dieser Stelle in den Ausbau des Hochwasserschutzes investiert“, sagt Dr. Frank Obenaus, Vorstand für Wassermanagement und Technik bei der Emschergenossenschaft.

Nach der Beseitigung der seit der Abwasserfreiheit nicht mehr erforderlichen Trenndämme bestehen die Emscher-Auen nun aus einem einzigen Becken mit einem Fassungsvolumen von 1,1 Millionen Kubikmeter. „Mit dem Ausbau des Hochwasserrückhaltebeckens ging auch die Renaturierung der Emscher innerhalb des Beckens einher – wir haben den Fluss, einst ein offener Schmutzwasserlauf, aus seinem ehemals schnurgeraden Betonkorsett befreit und ihm einen geschwungeneren Lauf geschenkt“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Innerhalb des Beckens wurde zudem eine Vogelinsel modelliert sowie diverse Vertiefungen in der Beckensohle angelegt – diese stehen künftig zur Förderung der Artenvielfalt für diverse Lebewesen permanent unter Wasser.

2026: Wegebau am Wasser

„Einst offene Schmutzwasserläufe weichen nach und nach blaugrünen Erlebensräumen, die erleb- und erfahrbar gemacht werden – im wahrsten Sinne“, sagt Uli Paetzel, „allein im Emscher-Gebiet entstanden gemeinsam mit den Kommunen mehr als 360 Kilometer an neuen Rad- und Fußwegen entlang unserer Flüsse und Bäche.“

Mit dem Wegebau im Nahbereich des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen soll im 1. Quartal 2026 begonnen werden, sodass mit einer Fertigstellung voraussichtlich im Sommer 2026 zu rechnen ist. Teilweise parallel zu diesen Arbeiten wird dann auch die Renaturierung des Heimanngrabens durchgeführt – dessen Fertigstellung ist für Herbst 2026 geplant.

Hintergrund: Lage des Beckens im Osten der Emscher

Die Emscher-Auen umfassen eine Fläche von 33 Hektar. Das entspricht der Größe von 46 Fußballfeldern. In Dortmund und Castrop-Rauxel gelegen, also im Osten der Emscher-Region, erzielt das Becken auch im Westen einen erheblichen Effekt. Denn das Prinzip dabei ist: Was in Quellnähe an Wasser zurückgehalten werden kann, kommt erst gar nicht an der Mündung an – kann dort also nicht für Überflutungen sorgen.

Zur Entlastung des Hochwasserrückhaltebeckens Emscher-Auen baute die Emschergenossenschaft darüber hinaus nur wenige Kilometer weiter östlich das Hochwasserrückhaltebecken Dortmund-Ellinghausen: Es besteht aus mehreren Beckenteilen, die auf beiden Seiten der Ellinghauser Straße gelegen knapp 530.000 Kubikmeter Fassungsvolumen bieten. Die offizielle Inbetriebnahme dieser Anlagen war im Sommer 2024.

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