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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten: Krumme Dinger – die Banane

In dem Format „K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten“ stellt Rombergpark-Direktor Dr. Knopf auf dortmund.de jeden Monat ein Pflanzen-Highlight aus seinem Riesenreich vor: Wissenswertes, Hintergründiges, Anekdotisches, Verblüffendes oder Praktisches über die Schönheiten der Natur.

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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten: Die Banane

Er ist der Chef von Dortmunds grünem Schatz: Seit zehn Jahren leitet Dr. Patrick Knopf den Botanischen Garten Rombergpark , Deutschlands Nummer eins unter den botanischen Anlagen. Rund 1,2 Millionen Menschen pro Jahr besuchen den 69,2 Hektar (das sind 97 Fußballfelder!) großen Garten mit seinen über 100.000 Pflanzen und einer Vielfalt von 11.000 bis 12.000 Sorten und Arten. Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf selbst ist ein grüner Großmeister: Der gebürtige Aplerbecker hat erst Gärtner gelernt, später Botanik an den amerikanischen Elite-Unis Yale, Harvard sowie Berkeley studiert und gelehrt. Jeden Monat blüht uns was: Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte, jede Staude ist eine Story. Im Februar gerät Dortmunds Top-Botaniker auf Abwege und beschäftigt sich mit krummen Dingern. Heißt: Raus aus dem Rombergpark, rein in die Pflanzenschauhäuser. Das Thema: die Banane.

Minusgrade, Wetter usselig, die Natur im Rombergpark schläft. Im Februar rät Reiseleiter Dr. Knopf zu einem tropischen Kurztrip ins Wohlfühlklima der Pflanzenschauhäuser. Die gesungene Begrüßung ist textsicher: „Day-o, day-ay-ay-o / Daylight come and me wan' go home / Day, me say day, me say day, me say day, me say day.“ Das ist nicht total Banane, sondern der Beginn von Harry Belafontes Welthit „Banana Boat Song“ und seine schnurgerade Einleitung zu einem krummen Ding, das neben den Äpfeln das beliebteste Obst der Deutschen ist.

Dr. Knopf mit Bananenstaude.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Im Februar rät Botanik-Experte Dr. Knopf zu einem tropischen Kurztrip ins Wohlfühlklima der Pflanzenschauhäuser.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Ohne Fledermäuse keine Bananen

„Die Banane ist krumm und man kann sie pellen. Das weiß jeder. Aber wenn man eine Banane durchbricht, sieht man drei kleine Kammern mit winzigen schwarzen Pünktchen. Das sind die Samenanlagen, die nicht bestäubt sind. Normalerweise brauchen Bananen entsprechende Bestäuber, damit Samen entstehen. Aber das wollen wir bei unseren Bananen nicht, deshalb sind sie alle ohne Bestäubung gewachsen“, erklärt Dr. Knopf.

Stichwort Bestäubung. In dieser Hinsicht ist die Banane ein Phänomen. Anders als bei anderen Pflanzen sind hierfür nicht Insekten oder Vögel zuständig. Dr. Knopf: „Die einzigen Tiere, die Bananen bestäuben können, sind Fledermäuse. Sie trinken den Nektar aus den großen Bananenblüten.“

Heiraten in Banane

Die Banane wächst nicht wie viele glauben an einem Baum, sondern als Staude. Das heißt: Wenn eine Frucht getragen wurde, stirbt der ganze Stamm ab. Das macht sie allerdings sehr vielseitig.

Dr. Knopf: „Neben unserer Obstbanane gibt es die Kochbanane. Man kann sie nutzen wie Kartoffeln. In afrikanischen Ländern ist sie der Haupt-Stärkelieferant in der Nahrung. Man kann sie also als Obst essen, kochen, frittieren und man kann sogar in Banane heiraten.“ Modebewusste Damen denken jetzt an den Bananenrock, der in den Siebziger Jahren der letzte Schrei war. Leider falsch.

Dr. Knopf klärt auf: „Der Stamm der Bananenstaude besteht also nicht aus Holz, sondern aus ganz vielen Blattstielen. Aus ihnen kann man feinste Fasern rausziehen und verweben. Das ist der sogenannte Manila-Hanf. Aus ihm werden in Fernost zum Beispiel Brautkleider gemacht.“

Beere, Nuss oder Steinfrucht? So kann man es erkennen

Die Pflanzenschauhäuser sind ein beliebtes Ausflugsziel für Dortmunder Schüler*innen. Auch Dr. Knopf macht den Riesen-Glasbau (1.100 qm) zum Klassenzimmer und gibt im K(n)opfkino Nachhilfe in Klassifizierung – mit überraschendem Ergebnis: „Bei allen Früchten haben wir drei Fruchtschichten. Wir haben außen eine Haut, dann haben wir etwas Fruchtfleisch und die Samen liegen ebenfalls in Fruchtfleisch – dann haben wir eine Beere. Kurz gesagt: ,Häutig – fleischig – fleischig‘ gleich Beere. Ist eine Frucht ,holzig- holzig – holzig‘ haben wir eine Nuss. Bei ,häutig - fleischig - holzig‘ handelt es sich um eine Steinfrucht. Die Banane ist botanisch also tatsächlich eine Beere. Wie die Gurke übrigens auch.“

Rombergpark-Chef Dr. Knopf zeigt eine Banane.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Dr. Knopf zeigt uns den Finger. So nennen Botaniker eine einzelne Banane.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Die krummen Dinger heißen Finger

Noch mehr Knopf-Wissen, das man auf Jauchs „Wer wird Millionär“-Stuhl vielleicht mal gut gebrauchen kann: „Die bekannteste Banane, die wir alle kennen, ist die aus der Fernsehwerbung. Aber das ist gar nicht eine Sorte, wie wir immer denken, sondern diese Sorten werden jedes Jahr neu festgelegt und immer unter dem gleichen Handelsnamen verkauft. Aktuell essen wir die ,FHIA Goldfinger‘. Man kann an dem Namen erkennen, dass die einzelne Banane im Obstgebrauch als ,Finger‘ bezeichnet wird. Ganze Bündel, die wir meistens kaufen, nennt man entsprechend eine ,Hand‘.“

Die Bananen-Bilanz aus dem Botanischen Garten: Harry Belafontes größter Erfolg war der „Banana Boat Song“, Bananen werden durch Fledermäuse bestäubt, man kann Kleidung aus ihnen machen, botanisch sind Bananen Beeren (Gurken auch), die einzelne Banane heißt Finger, das Bündel ist eine Hand. Jauch kann kommen. Hand drauf.

K(no)pfkino aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie alle Folgen unserer Serie.

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