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Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – Stadt und freie Träger*innen erweitern Hilfsangebote

Dortmund stellt sich zum Schutz von Kindern und Jugendlichen breiter auf gegen sexualisierte Gewalt. Ein eigens entwickeltes Dortmunder Modell der spezialisierten (Fach-)Beratung erweitert ab sofort das Hilfsangebot für von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche und ihre Familien.

Bild: Adobe Stock / mihakonceptcorn
Ein Mädchen hält ihre Handfläche, auf der STOP steht, in die Kamera
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Hinter der spezialisierten (Fach-)Beratung steckt ein flächendeckendes Gesamtversorgungskonzept: Die Stadt Dortmund arbeitet dabei mit Beratungsstellen und Initiativen freier Träger*innen zusammen, um das Beratungsangebot zu erweitern und entsprechend mehr Fachkräfte einzusetzen. Zu den Aufgaben zählen neben therapeutischer Hilfe und psychosozialer Beratung für Betroffene und ihre Familien auch Präventionsarbeit und spezialisierte Fachberatung. Das ohnehin gut aufgestellte Netzwerk in Dortmund reagiert damit auf die steigenden Fallzahlen. Das Modell wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund gemeinsam getragen.

Bild: Stadt Dortmund / Torsten Tullius
Engagieren sich für mehr Kinderschutz in Dortmund (v.r.n.l.): Verena Fernandes dos Santos (Fachreferat Jugendamt Dortmund), Martina Furlan (Kinderschutzbund Dortmund), Katharina Kliche und Volker Schattenberg (Die Brücke e.V.), Christina Dreier (Kinderschutz-Zentrum Dortmund), Tim Klockenbusch (Soziales Zentrum Dortmund e.V.), Stella Heise (Beratungsstelle am Hesseweg, Scharnhorst), Martina Niemann (Kinderschutz-Zentrum), Ingrid Gallè (Beratungsstelle am Hesseweg), Manuela Bieberstein (Soziales Zentrum)
Engagieren sich für mehr Kinderschutz in Dortmund (v.r.n.l.): Verena Fernandes dos Santos (Fachreferat Jugendamt Dortmund), Martina Furlan (Kinderschutzbund Dortmund), Katharina Kliche und Volker Schattenberg (Die Brücke e.V.), Christina Dreier (Kinderschutz-Zentrum Dortmund), Tim Klockenbusch (Soziales Zentrum Dortmund e.V.), Stella Heise (Beratungsstelle am Hesseweg, Scharnhorst), Martina Niemann (Kinderschutz-Zentrum), Ingrid Gallè (Beratungsstelle am Hesseweg), Manuela Bieberstein (Soziales Zentrum).
Bild: Stadt Dortmund / Torsten Tullius

Mit Blick auf die kontinuierlich steigenden Fallzahlen in den vergangenen Jahren sagt Jan Schröder: "Die spezialisierte Beratung ist dringend notwendig; wir müssen stärker agieren und reagieren." Den Anstieg belegen neben der Polizeistatistik auch die zunehmenden Anfragen für die Beratungsstellen. Fachkräfte warnen zudem regelmäßig vor einer hohen Dunkelziffer.

Kinder erreichen – und Fachkräfte ebenso

Mit dem Dortmunder Modell erhoffen sich die Akteur*innen, mehr Familien zu erreichen, die bisher noch nicht in Beratung sind. Im Mittelpunkt der Arbeit steht Hilfe für von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche, für Unterstützungspersonen sowie für Fachkräfte, die mit Fällen von sexualisierter Gewalt in ihrer Arbeit konfrontiert werden bzw. sich vermehrt damit auseinandersetzen. Ausgeweitet wurde das traumatherapeutische Angebot, so dass Betroffene nun deutlich niederschwellige und konkrete weiterführende, notwendige Hilfe erfahren können.

Die spezialisierte (Fach-)Beratung leistet umfassende Hilfe bei der Prävention, indem sie etwa über Strategien von Täter*innen aufklärt und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen stärkt. Daneben berät sie Betroffene in konkreten Fällen und unterstützt bei der Krisenintervention. Sie deckt damit einen weiteren Baustein des Gesamtkonzeptes Kinderschutz in Dortmund ab.

Für die spezialisierte (Fach-)Beratung gelten hohe fachliche Standards und Qualitätskriterien, ausgerichtet an den Empfehlungen der Fachverbände im Themenfeld sexualisierte Gewalt und der (trauma-) therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Drei Säulen für mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt

Jan Schröder, kommissarischer Leiter des Jugendamtes Dortmund, begrüßt das erweiterte Beratungsangebot. "Das Dortmunder Modell steht auf drei Säulen und deckt dadurch alle Aspekte breit und umfassend ab."

Konkret sieht die erste Säule vor, dass vier neue Vollzeitstellen (verteilt auf sechs Fachkräfte) bei den insgesamt fünf Netzwerkpartner*innen eingestellt werden, um das psychosoziale und traumatherapeutische Beratungsangebot für Betroffene und ihre Familien zu stärken.

Als zweite Säule wird eine bei dem Verein Die Brücke e.V. ansässige Fachstelle "Devianz bei Kindern und Jugendlichen" eröffnet. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren mit abweichendem und grenzverletzendem Verhalten, ihre Familien sowie eingebundene, pädagogische Fachkräfte.

Die dritte Säule beinhaltet ein spezialisiertes Fachberatungsangebot für kommunale Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Kindertageseinrichtungen, Schulen und Co. durch "Fachstellen für Prävention und spezialisierte Fachberatung im Umgang mit Fällen von sexualisierter Gewalt vor Ort". Diese werden durch die beteiligten Beratungsstellen abgedeckt.

Soziales Zentrum Dortmund e.V.

http://soziales-zentrum.org/

Erziehungsberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Scharnhorst e. V.

http://www.beratungsstelle-hesseweg.de/

Deutscher Kinderschutzbund Dortmund e.V.

http://dksb-do.eu/

Kinderschutz-Zentrum Dortmund

http://www.kinderschutzzentrum-dortmund.de/

Die Brücke Dortmund e.V.

http://die-bruecke-dortmund.de

Schlagwörter

Familie Gesundheit & Pflege Soziales Kinder, Jugendliche & Familie

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