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Gesundheitsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): photocase.com / Falko Matte

Betreuungsstelle

Wichtige Informationen:

  • Wir suchen Berufsbetreuer*innen

Wer sind wir uns was tun wir?

Die Betreuungsstelle im Gesundheitsamt der Stadt Dortmund ist für alle Angelegenheiten im Zusammenhang einer rechtlichen Betreuung zuständig.
Außerdem ist sie Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit den Betreuungsgerichten, Berufsbetreuern*innen, ehrenamtlichen Betreuern*innen, Betreuungsvereinen sowie interessierten Bürger*innen.

Wer braucht eine rechtliche Betreuung?

Stellen Sie sich vor:

  • Sie schaffen es aufgrund einer Erkrankung nicht mehr, die wichtigen Dinge des Lebens zu organisieren.
  • Sie haben einen schweren Unfall und können sich nicht mehr artikulieren.

Dann kann eine rechtliche Betreuung möglicherweise richtig für Sie sein. Der Gesetzgeber sagt dazu folgendes (§ 1896 Bürgerliches Gesetzbuch): "Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer."

Was ist eine rechtliche Betreuung?

Manche Menschen können ihre Angelegenheiten dauerhaft oder nur vorübergehend krankheitsbedingt nicht mehr alleine regeln und benötigen Unterstützung. Rechtliche Betreuung ist eine Unterstützung für volljährige Menschen. Das Wesen der Betreuung besteht darin, dass Betreuer*innen in einem genau festgelegten Umfang betroffene Personen rechtlich unterstützen, beraten und vertreten. Mehr als 1,3 Millionen Menschen werden in Deutschland rechtlich betreut.

Eine Betreuung wird nur für die Aufgabenkreise eingerichtet, in denen Unterstützungsbedarf besteht, zum Beispiel im Bereich der Gesundheitssorge, Vermögenssorge, Wohnungsangelegenheiten oder Ämter- und Behördenangelegenheiten.

Wie kommt eine rechtliche Betreuung zustande?

Für rechtliche Betreuungsverfahren ist das örtliche Betreuungsgericht zuständig. In Dortmund werden alle Betreuungsverfahren von der Betreuungsabteilung, Betreuungsgericht Dortmund, Gerichtsstr. 27/29, 44135 Dortmund bearbeitet.
Das Betreuungsgericht finden sie hier: Betreuungsgericht Dortmund

Eine betroffene Person kann selbst einen entsprechenden Antrag beim Betreuungsgericht stellen. Auch Dritte, zum Beispiel Familienangehörige, Nachbarn oder Bekannte können eine Betreuung anregen. Dabei kann dieser Vordruck verwendet werden: Antragsformular rechtliche Betreuung

Das Gericht prüft, ob eine Betreuung erforderlich ist und in welchem Umfang. Hierzu wird in der Regel die Betreuungsstelle um Stellungnahme gebeten, ein medizinisches Sachverständigengutachten eingeholt und es erfolgt eine persönliche Anhörung durch den*die Richter*in.

Wer wird als rechtliche*r Betreuer*in bestellt?

Bei der Suche nach Ihrem*Ihrer rechtlichen Betreuer*in können Sie Vorschläge einbringen. Das Gericht muss prüfen, ob die vorgeschlagenen Personen zur Führung einer Betreuung geeignet sind. Haben Sie eine Betreuungsverfügung, versucht das Gericht die darin enthaltenen Wünsche zu erfüllen. Betreuer*innen können zum Beispiel Personen aus der Verwandtschaft und aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis sein oder auch Mitarbeiter*innen von Betreuungsvereinen und selbständige Berufsbetreuer*innen. In Deutschland sind mehr als die Hälfte aller Betreuer*innen Familienangehörige. Berufsbetreuer*innen sind häufig Sozialarbeiter*innen oder Personen aus den juristischen sowie kaufmännischen Bereichen.

Welche Aufgaben hat die Betreuungsstelle?

Die Aufgaben der Betreuungsstelle sind durch das Bürgerliche Gesetzbuch (§1896 BGB), das Betreuungsbehördengesetz (BtBG) sowie im Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt.

Zu den Aufgaben gehören insbesondere:

  • Betreuungsgerichtshilfe (Unterstützung der Betreuungsgerichte bei der Einrichtung einer rechtlichen Betreuung durch Sachverhaltsermittlungen und Sozialberichte)
  • Beratung und Unterstützung von Betreuten u.a. bei der Vermittlung "anderer Hilfen" zur Betreuungsvermeidung (z.B. ambulant-betreutes Wohnen, Schuldnerberatung, Seniorenhilfe) Psychosoziales Adressbuch [pdf, 6,7 MB]
  • Unterbringungshilfen nach dem Betreuungsgesetz (Unterstützung von Berufsbetreuern*innen, ehrenamtlichen Betreuern*innen und Bevollmächtigten bei der Unterbringung von Betroffenen in psychiatrischen Einrichtungen)
  • Beratung und Unterstützung von Betreuern*innen
  • Beratungen, Fortbildungen und Arbeitsgemeinschaften für Berufsbetreuer*innen
  • Zusammenarbeit mit den Betreuungsvereinen ("B•I•S•S" Beratungs-, Informations- und Service-Stelle für ehrenamtliche Betreuer und Betreuerinnen) www.biss-dortmund.de
  • Beglaubigungen von Vorsorgevollmachten
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Informationsveranstaltungen zum Thema Vorsorgevollmachten)
  • Gewinnung neuer Berufsbetreuer*innen

Das Team der Betreuungsbehörde berät Sie gerne, wenn:

  • Sie als rechtlich bestellte*r Betreuer*in für einen Angehörigen oder einen hilfsbedürftigen Menschen tätig sind und Sie für die Erledigung der Angelegenheiten Rat und Unterstützung benötigen.
  • Sie allgemeine Informationen über die Errichtung einer rechtlichen Betreuung möchten.
  • Sie selbst Interesse daran haben, sich ehrenamtlich zu engagieren und die Betreuung für einen Menschen übernehmen wollen.

Wie kann eine rechtliche Betreuung vermieden werden?

Um eine rechtliche Betreuung zu vermeiden, können Sie in "gesunden Tagen" (in denen Sie geschäftsfähig sind) Vorsorge treffen. Durch eine Vorsorgevollmacht berechtigen Sie einen Menschen Ihres Vertrauens, Ihre Angelegenheiten zu regeln, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Willen zu äußern und umzusetzen.

Die rechtliche Vertretung durch eine Vorsorgevollmacht kann in folgenden Bereichen sein:

  • Gesundheitssorge/Pflegebedürftigkeit
    • z.B. in ärztliche Behandlung einwilligen
    • z.B. Rehabilitationsmaßnahmen einleiten
  • Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten
    • z.B. Mietverträge abschließen und kündigen
    • z.B. Leben in der eigenen Wohnung sichern
    • z.B. Heimverträge prüfen und abschließen
  • Behördenangelegenheiten
    • z.B. Vertretung gegenüber Behörden, Renten- und Sozialsicherungsträgern
    • z.B. Durchsetzung von Ansprüchen
  • Vermögenssorge
    • z.B. Vermögen verwalten und über Vermögensgegenstände jeglicher Art verfügen
    • z.B. Vertretung bei Kreditinstitutionen
  • Post und Fernmeldeverkehr
    • z.B. Entgegennahme, Öffnen und Lesen der Post

Sind Sie an einer Beratung und/oder Beglaubigung zur Vorsorgevollmacht interessiert?
Ein Formular für eine Vorsorgevollmacht finden sie hier.

Sprechen Sie uns an! Beratungen und Beglaubigungen finden nur nach Terminabsprache statt!

Der*Die Bevollmächtigte muss bei der Beglaubigung nicht zugegen sein.
Für die öffentliche Beglaubigung durch die Urkundsperson der Betreuungsstelle wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 10,00€ erhoben.

Bitte bringen Sie mit:

  • falls schon vorhanden, Vorsorgevollmacht im Original und ohne Unterschrift
  • amtlichen Lichtbildausweis

Kontakt
Stadt Dortmund - Gesundheitsamt - Betreuungsstelle Frau Balmus
4. Obergeschoss
Zimmer: 4.04
44137 Dortmund

Wie werde ich Berufsbetreuer*in?

Die Stadt Dortmund sucht fachlich und persönlich geeignete Personen, die als Berufsbetreuer*innen Verantwortung für Erwachsene übernehmen möchten. Die freiberufliche oder nebenberufliche Tätigkeit umfasst die rechtliche Vertretung in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel in der Gesundheitssorge, Vermögenssorge, Wohnungsangelegenheiten oder Ämter- und Behördenangelegenheiten.

Eine rechtliche Betreuung wird berufsmäßig ausgeführt, wenn keine Bevollmächtigten, ehrenamtliche Betreuer*innen beziehungsweise sonstige geeignete Hilfen zur Verfügung stehen. Berufsmäßigkeit liegt im Regelfall vor, wenn mehr als zehn Betreuungen geführt werden.

In Betreuungsverfahren werden Betreuer*innen von der Betreuungsstelle vorgeschlagen und vom Betreuungsgericht bestellt und überprüft.

Haben wir Ihr Interessen geweckt?

Dann wenden Sie sich bitte an die Betreuungsstelle der Stadt Dortmund.

Das bringen Sie mit?

  • Sie sind fachlich qualifiziert durch ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung, zum Beispiel in sozialen, juristischen, verwaltungstechnischen, kaufmännischen oder pflegerischen Bereichen.
  • Sie haben Erfahrungen im Umgang mit suchtkranken, psychisch kranken, demenzkranken oder geistig behinderten Menschen.
  • Sie haben Erfahrungen im Umgang mit Ämtern und Behörden.
  • Sie verfügen idealerweise über Gesetzeskenntnisse, vor allem im Betreuungsgesetz und in den Sozialgesetzbüchern.
  • Sie kommunizieren konstruktiv und sachlich.
  • Sie bringen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen mit.
  • Sie sind gut organisiert und bereit, langfristig rechtliche Betreuungen zu führen.

Dann reichen Sie bitte folgende Unterlagen bei der Betreuungsstelle ein:

  • Motivationsanschreiben
  • Lebenslauf mit Foto
  • Zeugnisse
  • Auszug aus dem Schuldnerverzeichnis
  • Führungszeugnis

Vergütung:

Die Vergütung richtet sich nach dem Betreuungsvergütungsgesetz.
Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der Dauer der Betreuung und der beruflichen Qualifikation des Betreuers.
In der pauschalen Vergütung ist der komplette Aufwand für den erforderlichen Schriftverkehr, Telefongespräche, Besprechungen mit den Betreuten oder Mitarbeitern von Ämtern sowie Einrichtungen etc. enthalten.
Eine Liste der Betreuervergütung finden sie hier.

Eignungsprüfung:

Da der Gesetzgeber nur wenige Anforderungskriterien für Betreuungsstellen bei der Betreuerauswahl festgelegt hat, richtet sich die Betreuungsstelle der Stadt Dortmund im Wesentlichen nach den Empfehlungen vom Deutschen Landkreistag, Deutschen Städtetag und der BAGüS (Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und Eingliederungshilfe) von Januar 2017.

Damit wir unserer Aufgabe als Betreuungsstelle gerecht werden können, haben wir ein Verfahren entwickelt, um bei interessierten Personen das Vorliegen der Voraussetzungen zur Führung von berufsmäßig geführten Betreuungen zu prüfen. In einem Fachgespräch wird festgestellt, ob die persönliche und fachliche Eignung vorliegt, um die Angelegenheiten der*des Betreuten in den vom Betreuungsgericht festgelegten Aufgabenkreisen rechtlich zu besorgen und dabei die Betreute oder den Betreuten auch persönlich zu betreuen.

Zudem bitten wir Sie bei einem*einer Berufsbetreuer*in zu hospitieren. So haben Sie die Möglichkeit einen Eindruck, von den Aufgaben und den Tagesabläufen der Berufsbetreuer*innen zu erhalten, können Erfahrungen sammeln und erste Kontakte schließen.

Kontakt
Stadt Dortmund - Gesundheitsamt - Betreuungsstelle

Häufig gestellte Fragen

Werde ich entmündigt bei einer rechtlichen Betreuung?

Nein. Die Entmündigung wurde mit dem Betreuungsgesetz 1992 abgeschafft. Sie bleiben weiterhin geschäftsfähig, Ihre Unterschrift bleibt gültig. Sie behalten das Recht, Verträge abzuschließen, über Ihr Konto zur verfügen oder in eine ärztliche Behandlung einzuwilligen. Der*Die Betreuer*in muss Ihre Wünsche beachten und darf nur in den Bereichen entscheiden, für die ein Auftrag vorliegt (Näheres finden Sie in § 1901 Bürgerliches Gesetzbuch). Nur in wenigen Ausnahmen darf der*die Betreuer*in eine Entscheidung alleine treffen und zum Beispiel Verträge annullieren. Hierfür muss ein sogenannter Einwilligungsvorbehalt angeordnet worden sein.

Welche Aufgaben haben rechtliche Betreuer*innen?

Rechtliche Betreuer*innen unterstützen, beraten und vertreten Sie in Ihren Angelegenheiten. Welche Angelegenheiten das sind, wird mit Ihnen vor Einrichtung der Betreuung besprochen. Das Gericht muss sich genau informieren und entscheidet erst dann, für welche Aufgaben Betreuer*innen bestellt werden. Betreuer*innen sollen nur Aufgaben übernehmen, die Sie nicht mehr selbst erledigen können. Betreuer*innen müssen Ihre Wünsche berücksichtigen, sofern Ihre Wünsche Ihrem Wohl nicht widersprechen.

Praktische Beispiele für die Unterstützung durch rechtliche Betreuer*innen:

  • Bei dem Aufgabenkreis „Gesundheitssorge“ werden Sie bei Angelegenheiten rund um Ihre Gesundheit unterstützt, zum Beispiel wenn Sie im Krankenhaus liegen, bei Gesprächen mit Ärzten oder Fragen zu Ihrer Krankenkasse.
  • Bei dem Aufgabenkreis „Vermögenssorge“ werden Sie bei Bankangelegenheiten oder bei Bedarf bei der Einteilung Ihres Geldes unterstützt.
  • Bei dem Aufgabenkreis „Wohnungsangelegenheiten“ werden Sie bei Angelegenheiten rund um Ihre Wohnung unterstützt, zum Beispiel beim Bezahlen von Miete und Strom.
  • Bei dem Aufgabenkreis „Ämter- und Behördenangelegenheiten“ werden Sie bei Antragstellungen und der Kommunikation mit Ämter und Behörden unterstützt. Betreuer*innen dürfen Sie auch bei Gerichten und Ämtern vertreten, wenn das zwischen Ihnen vereinbart ist.

Wer kontrolliert Betreuer*innen?

Das Betreuungsgericht. Einmal im Jahr muss ein*e Betreuer*in dem Gericht über das jeweilige Betreuungsverfahren berichten. Bestimmte Angelegenheiten, wie z.B. eine Wohnungsauflösung oder größere medizinische Eingriffe, müssen durch das Betreuungsgericht genehmigt werden.

Wer übernimmt die Kosten für die rechtliche Betreuung?

Wenn Sie nicht vermögend sind, entstehen Ihnen für die rechtliche Betreuung keine Kosten. Sollten Sie vermögend sein, müssen Sie die Betreuungskosten zumindest anteilig selber zahlen. Je nach Vermögenslage gibt es Freibeträge für Ersparnisse. Haben Sie besondere Belastungen, zum Beispiel wenn Sie einen Pflegedienst benötigen, kann der Freibetrag durchaus höher sein. Selbstgenutztes, angemessenes Wohneigentum muss ebenfalls nicht angetastet werden.

Wie lange dauert eine rechtliche Betreuung?

Rechtliche Betreuung dauert nur so lange, wie sie erforderlich ist. Eine Betreuung wird längstens für 7 Jahre eingerichtet. Danach muss die weitere Notwendigkeit einer Betreuung wieder durch das Gericht überprüft werden. Eine Betreuung kann auch immer vorzeitig beendet werden.

Nach § 1908d Bürgerliches Gesetzbuch ist eine Betreuung aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen wegfallen, sprich wenn Sie nicht mehr betreuungsbedürftig sind. Dies kann auf Antrag durch den*die Betreuer*in oder auf Antrag des*r Betreuten erfolgen.

Was ist eine Betreuungsverfügung?

Mit einer Betreuungsverfügung können Sie festlegen, wen das Betreuungsgericht als Ihren*Ihre rechtliche*n Betreuer*in bestellen soll oder auch, welche Person dies auf keinen Fall werden sollte. Sie können aber auch andere wichtige Angelegenheiten bestimmen, ob Sie z.B. zu Hause oder in einem Pflegeheim betreut werden möchten oder welche Wünsche Ihnen bei der Betreuung wichtig sind.

Kontakt

Stadt Dortmund - Gesundheitsamt - Betreuungsstelle

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