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PCB

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Worum handelt es sich bei PCB?

PCB = Polychlorierte Biphenyle

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von Stoffen aus der Klasse der aromatischen Kohlenwasserstoffe (chemische Verbindungen von Kohlenstoff und Wasser) in Verbindung mit einer unterschiedlichen Anzahl von Chloratomen. Durch diese unterschiedliche Anzahl können 209 verschiedene Verbindungen entstehen (Kongenere), die stets in Gemischen auftreten. PCB werden künstlich hergestellt, sie sind keine auf der Erde natürlich vorkommenden Verbindungen.

Polychlorierte Biphenyle sind:

  • alterungsbeständig, da chemisch stabil gegenüber Licht, Säuren, Basen, Oxidation,
  • hitzebeständig, nicht brennbar,
  • schwer flüchtig, wenig wasserlöslich, gut fettlöslich
und bieten gute elektrische Isolierung.

Wo werden PCB eingesetzt?

PCB sind kostengünstig herzustellen und wurden seit ihrer Entdeckung in den 1920er Jahren tonnenweise produziert. Aufgrund ihrer für die Industrie günstigen Eigenschaften wurden sie auf vielfältige Weise in industriellen Prozessen genutzt, zum Beispiel:

  • als elektrische Isolatoren in Transformatoren und Kondensatoren
  • als Isolier- und Kühlflüssigkeit in Elektrobauteilen
  • als Schmiermittel
  • als Weichmacher in Kunststoffen
  • als Weichmacher und Flammschutzmittel in Lacken und Harzen
  • in Dichtungsmaterialien für Gebäudedehnungsfugen
  • in Hydraulikanlagen

Werden PCB heute noch verwendet?

Die Verwendung von PCB wurde im Jahr 1989 in Deutschland mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich verboten. Seit dem Jahr 2000 gilt dies auch für PCB-haltige Kondensatoren.

Aufgrund der jahrzehntelangen intensiven Nutzung von PCB in der Industrie und dem umfangreichen Einbau von PCB in Gebäuden, wird auch heute noch PCB an die Umwelt abgegeben, z. B. bei vielen Industrie- und Abbauprozessen. Deshalb sind PCB heutzutage weltweit verbreitet, auch in Regionen in denen PCB nie hergestellt oder verwendet wurden! Vor allem bei der Entsorgung von alten Transformatoren, Elektroschrott etc. und bei deren Recycling werden PCB freigesetzt.

Wie gefährlich sind PCB?

Die Gefährlichkeit der PCB ergibt sich daraus, dass sie nur schwer abbaubar sind und sich insbesondere im Fettgewebe von Menschen und Tieren anreichern. Wie gefährlich PCB im Einzelnen sind, hängt von der Struktur jeder einzelnen PCB-Verbindung ab. Die Anzahl und besonders die Anordnung der Chloratome ist dabei von entscheidender Bedeutung.

Bei der Gefährlichkeit wird zwischen unmittelbaren und verzögerten Auswirkungen unterschieden:

Unmittelbare Reaktionen sind als akute Vergiftungen direkt nach Unfällen mit Aufnahme hoher PCB-Mengen zu beobachten. Bei akuten Vergiftungen können zum Teil schwere Gesundheitsschäden auftreten wie z.B. Chlorakne, Hautverdickung, Atemwegserkrankungen, Veränderungen der Blutfette.

In Dortmund sind jedoch keine derartig hohen Mengen von PCB gemessen worden!

Die Auf- oder Einnahme geringer Mengen von PCB-Gemischen über einen längeren Zeitraum hinweg kann noch nach einigen Jahren/Jahrzehnten zu gesundheitlichen Problemen führen.

Trotz weitreichender Forschungen ist die Gefährlichkeit bei langandauernder Belastung von PCB auf den menschlichen Körper nicht abschließend geklärt. Es finden sich allerdings Hinweise, dass es u.a. zu Immunerkrankungen und Hautschäden sowie zu erhöhten Infektanfälligkeiten kommen kann.

Gesundheitliche Risiken durch PCB - Vortrag des Gesundheitsamtes der Stadt Dortmund [pdf, 158 kB]

Seit wann ist das Problem erhöhter PCB-Messwerte in Dortmund bekannt?

Am Burgweg, nördlich des Naturkundemuseums betreibt das LANUV eine Luftgütemessstation. Seit 2003/2004 wird die Luftgüte zusätzlich mit Hilfe von Bioindikatoren (Grünkohl, Gras) überprüft. Die regelmäßigen Analysen aus der Luft und den Pflanzenkulturen an dieser Station ließen für die Jahre 2006 und 2007 einen Anstieg der PCB-Werte erkennen.

Wie gelangt PCB in den menschlichen Körper?

Grundsätzlich kann PCB auf drei verschiedene Arten aufgenommen werden:

  • über die Nahrung
  • über die Atemorgane
  • über die Haut

Bis zu 90 % der menschlichen PCB-Belastung werden über die Nahrung aufgenommen. Davon entfällt der überwiegende Anteil auf Molkereiprodukte, Fleischwaren und insbesondere Hochseefisch. PCB reichern sich bei Menschen und Tieren vor allem in Fettgeweben sowie in Organen mit hohem Fettanteil an.

Nur in geringeren Anteilen erfolgt eine Aufnahme über die Atemorgane. Die Aufnahme über die Lungen erfolgt durch die überall anzutreffende Belastung der Außenluft mit PCB sowie auch durch spezielle Belastungen der Innenraumluft, wenn dort Materialien mit PCB - Anteilen vorhanden sind. Bei direkten Tätigkeiten am Arbeitsplatz mit PCB-haltigem Material kann eine Aufnahme auch über die Haut erfolgen, wenn kein geeigneter Arbeitsschutz (Arbeitskleidung und Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz) existiert.

Was bedeuten die verwendeten Einheiten-Präfixe bzw. Vorsilben?

Im Zusammenhang mit den PCB-Beastungen geht es immer wieder um die Angabe von PCB-Mengen im Blut, im Boden oder in anderen Medien. Dabei werden in der Regel folgende Einheiten verwendet:

µg = Mikrogramm  = ein millionstel Gramm
ng = Nanogramm  = ein milliardstel Gramm
pg = Pikogramm    = ein billionstel Gramm
fg  = Femtogramm = ein billiardstel Gramm

Was bedeuten die verwendeten Abkürzungen im Zusammenhang mit PCB?

PCB = Polychlorierte Biphenyle

WHO = engl. World Health Organization = Weltgesundheitsorganisation

TEQ = Toxizitätsäquivalente

PCDD/PCDF = Polychlorierte Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane; im allgemeinen Sprachgebrauch zusammengefasst als Dioxine bezeichnet

PCDD/F = Dibenzodioxine und -furane

dl-PCB = dioxinähnlichen Polychlorierte Biphenyle (auch coplanare PCB genannt)

PCBgesamt = Summe aller PCB-Einzelverbindungen

Thema Gesundheit

Warum wurden Blutuntersuchungen auf PCB durchgeführt?

Untersuchungen des Blutes auf umweltbedingte Schadstoffe werden als Human-Biomonitoring bezeichnet und dienen zur Einschätzung der Gefährdung von Menschen in einem belasteten Bereich.
Da im Staub auf dem Betriebsgelände der Firma Envio sehr hohe PCB-Konzentrationen festgestellt wurden, wurde Mitarbeitern von Firmen auf dem Betriebsgelände sowie unmittelbaren Anwohnern und Kleingärtnern ein Human-Biomonitoring angeboten, um daraus Aussagen zu ihrer Gefährdung ableiten zu können.

Kann ich mein Blut beim Gesundheitsamt auf PCB untersuchen lassen?

Das Gesundheitsamt führt Untersuchungen derzeit nur in medizinisch begründeten Einzelfällen durch. Besorgte Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch unter 0231 50-13998 an ein Expertententeam wenden, dass dann im Gespräch feststellt, ob eine Blutuntersuchung durchgeführt werden kann.

Je nach Ausgang aller bisher durchgeführten Untersuchungen werden ggf. weitere gezielte Blutuntersuchungen angeboten. Derzeit kommen im Abstand von ca. 14 Tagen Blutuntersuchungen aus dem Labor zurück. Wenn alle Ergebnisse vorliegen, wird eine Expertenrunde sie im Zusammenhang bewerten und auf dieser Basis entscheiden, wie weiter verfahren wird.

Kann mein Hausarzt eine Untersuchung auf PCB durchführen?

Grundsätzlich kann auch der Hausarzt die Blutentnahme für die Untersuchung auf PCB durchführen. Die eigentliche Untersuchung auf PCB muss aber in einem Labor erfolgen, das für diese Untersuchung auf PCB zertifiziert ist (d. h., die Bestätigung für ein Arbeiten mit diesen Stoffen hat), sonst sind die erhobenen Werte nicht vergleichbar.
Vor der Blutentnahme muss mit dem untersuchenden Labor abgestimmt werden, welches Untersuchungsmaterial verwendet werden soll und wie viel Blut benötigt wird, damit die Untersuchung auch richtig erfolgen kann. Auch der Versand der Blutprobe zum Labor muss vorher genau besprochen werden.

Wenn die Untersuchung nicht durch das Gesundheitsamt erfolgt, müssen die Kosten privat getragen werden. Eine Anfrage bei der Krankenkasse sollte zuvor gemacht werden.

Wie erfahre ich meine Blutwerte, nachdem die Blutentnahme beim Gesundheitsamt erfolgt ist?

Sobald die Untersuchungswerte dem Gesundheitsamt vorliegen, werden sie zunächst von einem medizinischen Expertenteam beurteilt.
Danach werden die Untersuchungsergebnisse mit einem Begleitschreiben der untersuchten Person zugeschickt oder persönlich ausgehändigt. In dem Begleitschreiben steht eine Erklärung zu den Untersuchungsbefunden.

Selbstverständlich kann man mit den Werten auch einen Arzt des Vertrauens aufsuchen und das Schreiben und die Befunde dort ausführlich besprechen. Es ist von Vorteil, wenn der Arzt über umweltmedizinische Erfahrungen verfügt oder die Zusatzbezeichnung Umweltmedizin führt.

Was mache ich, wenn meine Werte unauffällig sind?

Dann liegt die Belastung im Bereich der Grundbelastung der Gesamtbevölkerung. Weitere Untersuchungen oder Kontrollen auf PCB sind nicht erforderlich.

Was bedeutet es, wenn meine Werte höher als die Referenzwerte sind?

Dies bedeutet zunächst nur, dass ein PCB-Wert vorliegt, der höher ist als der Wert von 95 % der Bevölkerung. Der Referenzwert für PCB entspricht der normalen aktuellen Hintergrundbelastung bei Menschen, die nicht in besonderen Berufen z.B. der Elektrobranche arbeiten.
Ein Referenzwert gibt keine Grenze zwischen gesundheitlich unauffälligen oder gesundheitlich bedenklichen Werten an. Es gibt bei PCB bisher keinen gesicherten Grenzwert, ab dem gesundheitliche Wirkungen zu erwarten sind.

Die Hintergrund-PCB-Werte (Referenzwerte) sind in den letzten 10 Jahren deutlich zurückgegangen, weil die Menschen nicht mehr so viel PCB mit der Nahrung aufnehmen. Vor 30 Jahren waren noch viele Lebensmittel, vor allem fetthaltige Lebensmittel, deutlich mit PCB belastet. Dem entsprechend waren damals auch die Referenzwerte bei allen Menschen höher als heute.

Welche gesundheitlichen Gefahren bestehen, wenn ich erhöhte Werte habe?

Leider gibt es hierfür wenig eindeutige Aussagen und auch keine klar beschriebenen Krankheitsbilder, die auftreten können. Man kann im Zusammenhang mit einer PCB-Belastung meist nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit von gesundheitlichen Risiken sprechen.
Da PCB sehr lange im Körper bleiben und nicht abgebaut werden (lange Halbwertszeit), können sich aus der langen Verweildauer Auswirkungen auf die Gesundheit ergeben. Bei sehr hohen Werten (akute Vergiftung) können Hautveränderungen auftreten ("Chlorakne"), die aber nur der Hautarzt sicher feststellen kann. Ansonsten weiß man vor allem aus Tierversuchen, dass PCB Auswirkungen auf das Immunsystem haben kann. Die Krankheitsanfälligkeit / Infektanfälligkeit nimmt zu. Auch sind Hinweise auf Veränderungen an der Schilddrüse beobachtet worden. Die Leber kann in Mitleidenschaft gezogen sein, ebenso das Nervensystem.
Es wird eine tumorfördernde (d.h. krebsfördernde) Wirkung beim Menschen vermutet. Eine Krebsauslösung durch PCB ist nicht gesichert.

Die gefährliche Wirkung von PCB ist abhängig von der Dauer der PCB-Einwirkung, von der Zusammensetzung des PCB-Gemisches, von der aufgenommenen Menge und den verschiedenen gesundheitlichen Vorbedingungen jedes einzelnen Menschen. Jeder Störfall mit PCB ist deshalb auch anders gelagert und kann selten miteinander verglichen werden.

Gibt es eine Behandlung gegen erhöhte PCB-Werte?

Leider gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten zur Entfernung von PCB aus dem Körper. Wegen der langen Verweildauer und Ablagerung im Fettgewebe muss man von lebenslang erhöhten Werten im Körper ausgehen.

Kann ich dazu beitragen, die Wirkung der PCB zu vermindern?

Wichtig ist, dass die Belastung mit PCB beendet wird. Tätigkeiten in Berufen, bei denen PCB-Kontakte bestehen, dürfen nur mit umfassenden technischen Schutzvorrichtungen und mit guter Schutzkleidung durchgeführt werden. Die Arbeitssicherheit ist durch Kontrollen und Untersuchungen zu überwachen.
Ansonsten sind keine Einschränkungen zu beachten. Es kann z.B. auch weiterhin alles gegessen und getrunken werden.

Personen, die aufgrund erhöhter PCB-Werte in der persönlichen Beratung Empfehlungen für Kontrolluntersuchungen erhielten, sollten die Untersuchungen genau einhalten. Bei Arztbesuchen oder sonstigen gesundheitlichen Auffälligkeiten sollte immer angegeben werden, dass 2010 eine erhöhte PCB-Belastung festgestellt wurde (am besten das Schreiben mit den Werten vorlegen).

Muss ich meine erhöhten Werte kontrollieren lassen?

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro und Medienerzeugnisse (BG ETEM) kümmert sich um alle weitergehenden Maßnahmen und bietet dazu auch Beratungen und Betreuungen an.
Telefonkontakt: 0221 3778-5002, -5100, -5120.

Die Berufsgenossenschaft arbeitet eng mit dem Arbeitsmedizinischen Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) zusammen, die vor allem für die medizinischen Untersuchungen und Folgeuntersuchungen zuständig ist.
Telefonkontakt: 0241/8088880

Welche Handlungsempfehlungen gibt es für stillende Mütter?

Die Muttermilchbelastungen mit PCB sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dennoch kann die Belastung in der Muttermilch höher sein als in anderen Lebensmitteln. Müttern wird trotzdem empfohlen, ihre Säuglinge zu stillen, da die Vorteile des Stillens deutlich überwiegen. Stillen in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten ermöglicht Kindern den besten Start in eine gesunde Lebenswelt und schafft einen optimalen Schutz vor Krankheiten und krankheitsfördernden Umständen wie z.B. Übergewicht.

Falls Mütter besorgt sind, dass ihre Milch mit PCB belastet sein könnte, besteht die Möglichkeit, diese untersuchen zu lassen:

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe
Josef-König-Straße 40
48147 Münster
Telefon.: 0251 9821-0

Anhand der Ergebnisse können dann ggf. spezielle Stillempfehlungen, wie z.B. eine etwas kürze Stillphase, ausgesprochen werden.

Sind bei den Freizeitaktivitäten besondere Verhaltensmaßnahmen zu beachten?

Es sind keine besonderen Verhaltensregeln bei Freizeitaktivitäten im Umfeld des Dortmunder Hafens zu beachten!

Man kann also unbedenklich Spazierengehen, Walken, Joggen, Rudern oder sich im Park und auf Wiesen aufhalten. Die gemessenen PCB-Werte in den aufgestellten Graskulturen haben nur gezeigt, dass es zu einem vermehrten Eintrag von PCB in die Luft gekommen ist. Durch die Verteilung in der Luft ist dies aber völlig unbedenklich für den Menschen.

Thema Umwelt

Wie können die Messergebnisse aus Boden-, Wasser-, Staub- und Pflanzenuntersuchungen eingeordnet werden?

Da es sich um ein sehr komplexes und kompliziertes Thema handelt, wird an dieser Stelle lediglich auf die Ausführungen in den einzelnen Fachbeiträgen und auf die einschlägige Fachliteratur verwiesen. Hintergrundwerte aus anderen ländlich oder industriell geprägten Regionen ermöglichen eine erste Einschätzung der Messergebnisse. Prüf- und Auslösewerte legen einen Maßstab zugrunde, der ein erhöhtes gesundheitsschädigendes Risiko berücksichtigt. Ziel- oder Vorsorgewerte definieren langfristig tolerierbare Schadstoffkonzentrationen.

Vorträge Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV):

Ergebnisse Grünkohl [pdf, 700 kB]
Spurensuche im Hafen [pdf, 5,2 MB] - Vortrag LANUV 2010

Welche Gemüse- und Obstsorten sind besonders betroffen?

Ob Gemüse- und Obstsorten mit PCB belastet sind, hängt davon ab, wie sie PCB aus ihrer Umgebung aufnehmen und in welchen Pflanzenteilen es eingelagert wird. Generell werden zwei Aufnahmewege unterschieden:

  • Aufnahme über die Luft (Staub)
  • Aufnahme über den Boden (Flüssigkeit)
Die Aufnahme von PCB über den Boden ist extrem gering und kann somit an dieser Stelle vernachlässigt werden.

Pflanzen, deren Früchte bzw. essbare Teile oberhalb des Bodens reifen, können mit PCB-haltigen Stäuben verunreinigt werden. Dabei sind Pflanzen mit einer großen, rauen Blattoberfläche den giftigen Stäuben in höherem Maße ausgesetzt als Obst und Gemüse mit kleiner bzw. glatter Oberfläche.

Welche Handlungsempfehlungen gibt es zurzeit für Gartennutzer?

Eine akute Gefährdung durch den Verzehr bisher angebauten Gemüses besteht nicht!

Seit März 2011 gilt eine neue Verzehrsempfehlung für die Nutzer der Gartenanlagen Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg sowie anliegender (Haus-)Gärten. Die bisherigen empfohlenen Einschränkungen werden weitestgehend aufgehoben, lediglich auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl sollte aus Gründen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes verzichtet werden.

Grundsätzlich sollte jegliches Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich gereinigt werden.

Ergebnisse Grünkohl [pdf, 700 kB] - Vortrag LANUV 2009

Ergebnisse Nahrungspflanzenuntersuchungen im Umfeld des Dortmunder Hafens [pdf, 972 kB]

Was sind Graskulturen?

Standardisierte Graskulturen sind zu verstehen als ein „Stück Wiese in einem nach oben hin geöffneten Gefäß“, die zu Beobachtungs- und Analysezwecken an geeigneten Stellen eines Untersuchungsgebietes aufgestellt werden. Die Graskulturen reichern als „sogenannte Bioindikatoren“ Luftschadstoffe – auch aus der Gruppe der PCB – an. Der Schadstoffgehalt kann analytisch bestimmt werden. Sie sind ein Maß für die Anreicherung der untersuchten Schadstoffe aus der Luft in einer Pflanze. In Verbindung mit den ebenfalls durchgeführten Staubniederschlagsmessungen und den durchgeführten großflächigen Fegestaubbeprobungen im Dortmunder Hafen kann eine relativ gute Eingrenzung möglicher PCB-Quellen getroffen werden.

Gibt es eine Gefährdung für spielende Kinder im Umfeld des Dortmunder Hafens (z. B. Fredenbaumpark)?

Nein, eine Gefährdung ist nicht zu befürchten.

Untersuchungen der Spielsande der Kindertageseinrichtung Bülowstraße, des Kindergartens Fliederstraße und der Spielbereiche am Big Tipi zeigten deutlich, dass sie nicht mit PCB oder anderen Schadstoffen belastet sind.

Staubmessungen – Wo sind die Unterschiede in den Begrifflichkeiten?

Staubablagerungen auf Flächen werden in Form von Fege-/Kehrstaub-Proben gesammelt und auf ihre Schadstoffgehalte hin untersucht. In der Regel wird der Staub auf einem Quadratmeter Fläche gesammelt. Die Messergebnisse werden in µg Schadstoff pro qm Fläche (µg/qm) oder in mg Schadstoff pro kg Staub (mg/kg) angegeben.

Die Entnahme von Staubpartikeln aus der Luft erfolgt über Messstationen und wird (auf den folgenden Seiten) als Luftkonzentration bezeichnet. Ein definiertes Luftvolumen wird an den Messstationen angesaugt und die darin enthaltenen Staubanteile analytisch auf Schadstoffe untersucht. Die Messergebnisse werden in ng Schadstoff pro cbm Luft (ng/cbm) angegeben.

Von Staubniederschlagsmessungen spricht man, wenn der Staub aus der Luft in Sammelbehältern (z.B. offene Gläser) aufgefangen wird. Die Messergebnisse werden in µg Schadstoff pro qm und Tag (µg/qm * d) angegeben.