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Kultur & Freizeit

Das Festival „Djelem Djelem“ feiert die Kultur der Sinte*zze und Rom*nja mit vielen Veranstaltungen

Zum zwölften Mal lädt das Kulturfestival „Djelem Djelem“ Besucher*innen im September zu zahlreichen Veranstaltungen ein: Beim größten Kulturfestival der Sinte*zze und Rom*nja in Deutschland können Besucher*innen in die Kunst, Kultur, Geschichte und Gegenwart der Sinte*zze und Rom*nja eintauchen.

Beim Kulturfestival der Sinte*zze und Rom*nja stehen vom 1. bis zum 15. September Themen und Veranstaltungen rund um Kunst, Geschichte und Gegenwart im Fokus, die Rom*nja und Sinte*zze bewegen. Das Festival lädt mit Konzerten, Ausstellungen, Filmen, Fortbildungen und Begegnungen dazu ein, diese Kulturen kennenzulernen und zu feiern. Die meisten der Veranstaltungen sind kostenlos. Veranstaltet wird das Festival von der Stadt Dortmund zusammen mit vielen Kooperationspartnern – darunter AWO Dortmund, Romano Than e.V. und dem Keuning.haus.

Musik satt bei der zweiten Auflage von „Mari Gilia – Nacht der Sinti-Kultur“

Am Samstag, 6. September, erobern junge Musiker*innen der Sinti-Kultur ab 16 Uhr die Bühne im Keuning.haus. Drei junge Musiker aus Dortmund sind dabei: Jaden Fischer (14), Miguel Krause (15) und Placido Krause (16) haben die Gruppe „New La Romanderie“ frisch gegründet. Die drei Jugendlichen sind Enkel der bekannten Sinti-Musiker der Gruppe „La Romanderie“. Das Ensemble aus dem Jahr 1973 war für seine Jazz- und Swing-Musik mit Violine, Akkordeon, E-Gitarre und Harfe deutschlandweit bekannt. Die drei jungen Musiker wollen als Nachfahren mit ihren frischen Neuinterpretationen neue und alte Fans dieser traditionellen Musik begeistern.

Im vergangenen Jahr hatte das Musikfestival Premiere. Die künstlerische Leitung haben die Dortmunder Wilhelm „Sadi Major“ Richter und Remo Blum. Wilhelm Richter hat als Musiker bundesweit Erfolg, seine Karriere begann in der Musikschule Dortmund. Mit „Mari Gilia“ sollen Nachwuchstalente die Möglichkeit bekommen, sich vor Publikum auszutesten, um so eventuell auch ihre Karriere als Musiker*innen zu starten. Um 14 Uhr öffnen die Essenstände mit authentischer Küche, ab 16 Uhr beginnt das Bühnenprogramm im Keuning.haus.

Nachwuchstalent Susey erobert mit 13 Jahren die Bühne

Nachwuchstalent Susey Wendy.
Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel
Nachwuchstalent Susey Wendy ist eine dreizehnjährige Soul- und Jazz-Sängerin.
Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel

Auch bundesweite Talente sind bei „Mari Gilia“ dabei - wie die 13-jährige Susey Wendy, eine Soul- und Jazz-Sängerin aus Freinsheim in Rheinland-Pfalz, die schon einige Erfolge vorweisen kann. Im Juni nahm Susey zum ersten Mal an einem Gesangswettbewerb teil und gewann direkt den „Welcome to Europe Song Contest“.

120 Künstler*innen aus neun Nationen kämpften um den Sieg, doch Susey konnte mit ihrem Song „Diesen Weg“ überzeugen. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Föderung der jungen Taltente“, so Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

„Balkan Beatz“ auf dem Friedensplatz

Viele Menschen stehen zusammen und feiern.
Bild: Denorecords
Ein weiteres großes Musikfestival ist das Balkan-Familien-Fest „Balkan Beatz“.
Bild: Denorecords

Ein weiteres großes Musikfestival ist das Balkan-Familien-Fest „Balkan Beatz“ am Freitag, 12. September, von 18 bis 22 Uhr auf dem Friedensplatz. Mit auf der Bühne sind die Denorecords Balkan Show & Live-Acts „Skennybeatz“, „Mr. Sero“, „Muamet“, „Devin“ sowie „DJ Maki & DJ Gabriel“.

Familienfeste und feministische Abende

„Das traditionelle Familienfest am Sonntag, 7. September, ist ein weiterer Höhepunkt“, so Hassan Adzaj von Romano Than. Der Verein veranstaltet dieses Fest auf dem Nordmarkt. In diesem Jahr tritt dort die Romani Brass Gruppe „Urgani Germanei“ auf, außerdem gibt es ein großes Spiel- und Spaß-Angebot für Kinder.

Am Abend präsentieren ab 18:30 Uhr im Schauspiel Dortmund die Sängerin und Aktivistin TAYO Awosusi-Onutor und Dr. Isidora Randjelović, Projektleiterin der Romani Akademie, gemeinsam das feministische Rom:nja-Archiv „RomaniPhen“. Im Zentrum dieses Abends stehen Romani-Wissen, Selbstorganisation und die Kraft künstlerischer Ausdrucksformen. Im Anschluss wird die Sängerin TAYO mit ihrer Musik unterhalten.

Veranstaltungen zur Geschichte und Gegenwart

Neben vielen Kulturveranstaltungen gibt es auch eine Reihe von Diskussionen und Fortbildungen. Am Mittwoch, 3. September, ist Wolfgang Benz im Rathaus zu Gast und bringt mit seinem Buch „Zukunft der Erinnerung“ sicher auch viel Gesprächsstoff mit. Wie kann zeitgemäßes und angemessenes Erinnern aussehen? Wie können jüngere Generationen der Vergangenheit gedenken, ohne von ihr erdrückt zu werden? Das sind Fragen, die der 84-jährige Historiker ab 18 Uhr mit dem Publikum erörtert.

Wolfgang Benz ist ein Vertreter der Vorurteilsforschung, der Antisemitismusforschung und der Nationalsozialismus-Forschung und hat sich besonders um die jüngere Generation und ihre Sicht auf die Vergangenheit bemüht.

Auch Filme laden zur Diskussion ein. So wird es am Freitag, 5. September, im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek erste Einblicke in ein besonderes Filmprojekt geben: „UNBROKEN – The Song of Survivors“ ist ein visuell aufwendig produziertes Anime-Musical, das bekannte und unbekannte Sinte*zze und Rom*nja ihre Geschichte selbst erzählen lässt.

Ein Überblick über „Djelem Djelem“

Hier finden Sie einen chronologischen Überblick über einige Programmpunkte des Festivals. Zu allen unten genannten Events ist der Eintritt frei:

  • Mittwoch, 3. September, 18–20 Uhr, Saal Westfalia im Rathaus: „Zukunft der Erinnerung: Das deutsche Erbe und die kommende Generation“, Lesung und Diskussion mit Wolfgang Benz
  • Samstag, 6. September, 16–0 Uhr, Keuning.haus: „Mari Gilia – Nacht der Sinti-Kultur Vol. 2“
  • Sonntag, 7. September, 12–18 Uhr, Nordmarkt: Familienfest
  • Dienstag, 10. September, 18 Uhr, Kino im U: „Strategies of Belonging / Strategien der Zugehörigkeit (ENG)“
  • Mittwoch, 12. September, 17–22 Uhr, Friedensplatz: „Balkan Beatz“

Das komplette Programm des Kulturfestivals finden Sie auf djelemdjelemfestival.de.

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