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Preisverleihung

Gelebte Vielfalt: Top-DFB-Preis geht nach Dortmund

Die Dortmunder Nordstadtliga ist mit dem renommierten Julius Hirsch Preis 2025 ausgezeichnet worden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) würdigt damit das langjährige Engagement der Liga für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde sowie den Einsatz gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus.

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Hoher Besuch bei der Nordstadliga: Weltmeister Phillip Lahm kickt mit der Jugend aus der Nordstadt im Deutschen Fußballmuseum.
Hoher Besuch bei der Nordstadliga: Weltmeister Phillip Lahm kickt mit der Jugend aus der Nordstadt im Deutschen Fußballmuseum.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Offiziell überreicht wird die Auszeichnung am 27. November in Hamburg. Die Nordstadtliga erhält dabei den zweiten Platz des bedeutenden DFB-Preises. Träger des Projekts sind das Jugendamt Dortmund, die AWO Streetwork und das Fan-Projekt Dortmund e.V. Zudem ist die Liga ein Leuchtturmprojekt der BVB-Stiftung „Leuchte auf“.

Der Norden kickt

Gegründet wurde die Nordstadtliga 2001 als Straßenfußballliga für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Dortmunder Norden. Sie läuft das ganze Jahr über und erreicht heute mehr als 4.000 junge Menschen jährlich – viele von ihnen ohne Zugang zum klassischen Vereinssport. Das Konzept setzt auf Selbstorganisation: Die Teilnehmenden stellen ihre Teams selbst auf, legen Regeln fest und sind für deren Einhaltung verantwortlich.

Monika Nienaber-Willaredt
Monika Nienaber-Willaredt
Dezernentin für Schule, Jugend und Familie
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Die Nordstadtliga leistet seit über zwei Jahrzehnten großartige Arbeit. Gegenseitiger Respekt, Fairness und soziale Akzeptanz sind zentrale Werte, die hier gelebt werden. Wir sehen, wie gut die Liga den Kindern und Jugendlichen tut. Umso mehr freut es uns, dass der DFB dieses Engagement so deutlich anerkennt.

Nordstadtliga als bundesweites Vorbild

Bild: Stadt Dortmund / Torsten Tullius
Gruppenfoto der Teilnehmen des Nordstadtliga-Turniers mit Albärt.
Die Nordstadtliga war auch in der Fanzone der EURO 2024 mit einem Turnier vertreten.
Bild: Stadt Dortmund / Torsten Tullius

Auch die Jury des Julius Hirsch Preises hob die besondere Wirkung des Projekts hervor. „In der Nordstadtliga werden Menschen gesehen und gehört, die von der Gesellschaft oft vernachlässigt werden“, sagte Jurymitglied Celia Šašić, DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung und Diversität. Das Modell der völligen Selbstorganisation mache junge Menschen mit demokratischen Prinzipien vertraut und schule ihre Werte auf einzigartige Weise.

Ein starkes Zeichen setzt darüber hinaus der jährlich veranstaltete „Mehmet-Kubaşık-Cup“. Benannt nach dem 2006 vom NSU in Dortmund ermordeten Mehmet Kubaşık, steht er exemplarisch für gelebte Erinnerungsarbeit und das klare Bekenntnis der Liga gegen Rassismus.

Mit der Auszeichnung durch den DFB wird die Nordstadtliga nun bundesweit in ihrer Vorbildfunktion bestärkt – als ein Projekt, das nicht nur Talente fördert, sondern vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Das war Julius Hirsch

Mit dem Julius Hirsch Preis erinnert der DFB an den siebenmaligen deutsch-jüdischen Nationalspieler. Julius Hirsch wurde 1910 und 1914 Deutscher Meister. 1943 wurde er im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Der Preis würdigt Menschen und Projekte, die sich mutig und wirksam für Vielfalt, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung einsetzen. Im Dialog mit der Familie Hirsch führt die DFB-Kulturstiftung die Preisverleihung seit 2005 durch.

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