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Stadterneuerung

Mehr Stadt, weniger Verkehr: Pläne für eine neue Münsterstraße

Innenstadt-Nord

Fußgängerinnen und Fußgänger sollen an der südlichen Münsterstraße mehr Platz bekommen. Abschnitte mit Autoverkehr soll es aber weiterhin geben. Das schlägt die Stadt auf Basis eines Gutachtens vor. Der Rat entscheidet im März darüber und schafft damit die Grundlage für Entwürfe zur Zukunft der Münsterstraße.

Bild: Anja Cord
Blick entlang einer Geschäftsstraße mit Kopfsteinpflaster mit vielen parkenden Autos und einer Kirche im Hintergrund.
Fußgängerinnen und Fußgänger sollen an der südlichen Münsterstraße mehr Platz bekommen.
Bild: Anja Cord

Die Münsterstraße zwischen Burgtor im Süden und Mehmet-Kubaşık-Platz im Norden war in den vergangenen Monaten Gegenstand einer Verkehrsuntersuchung. Für diesen Bereich hatte der Rat im Juli 2025 die Planungen zu einer Neugestaltung beschlossen. Bevor aber konkrete Pläne entstehen, muss die künftige Verkehrsführung klar sein. Daher analysierten Fachleute des Büros Planersocietät im Auftrag der Stadterneuerung und in enger Abstimmung mit der Mobilitätsplanung zunächst die Verkehrsführung: Mit Verkehrszählungen und -beobachtungen sowie Befragungen ermittelten sie den aktuellen Zustand und Wünsche nach Veränderungen.

Wünsche sind unterschiedlich

Als wichtigste Frage kristallisiert sich heraus, wer künftig wie viel Platz erhalten soll. Derzeit bekommt der Autoverkehr den meisten Raum, obwohl zu Fuß Gehende und Radfahrende erhebliche Teile des Verkehrs ausmachen. Verbunden damit ist eine Unordnung im Straßenraum. Sie entsteht durch Falschparken und unerlaubtes Halten, aber auch durch ungünstig platzierte Bänke und ähnliches Mobiliar. Dies führt zu Nutzungskonflikten und Risiken für die Sicherheit. Die Fläche ist außerdem nahezu vollversiegelt und bietet kaum Platz für Grün. Dies muss sich mit Blick auf die Klimaanpassung ändern. Die Aufenthaltsqualität schätzt das Gutachten als deutlich verbesserbar ein.

Vier Szenarien zum Verkehr erarbeitet

Bild: Stadt Dortmund
Verkehrsführung Münsterstraße
Vorgeschlagene Verkehrsführung Münsterstraße (für Ansicht vergrößern)
Bild: Stadt Dortmund

Die Wünsche der Befragten für die Zukunft waren sehr unterschiedlich: Während Gewerbetreibende mehrheitlich wenige Änderungen wollten, sprachen sich Anwohnende, Besucherinnen und Besucher und Kunden häufiger für größere Veränderungen und für mehr Aufenthaltsqualität aus.

Im Anschluss an ihre Analysen entwickelten die Expertinnen und Experten vier Ideen, wie der Verkehr künftig organisiert sein könnte: von einer Variante mit nur kleineren Änderungen an den bisherigen Regelungen bis zu einer durchgehenden Fußgängerzone. Diese Varianten wurden bei einer Veranstaltung im November mit den Menschen vor Ort diskutiert. Die Einschätzungen der Teilnehmenden flossen in die Bewertung der Varianten ein, die nun als Gutachten vorliegt.

Vermittelnde Variante bringt die stärksten Verbesserungen

Die stärksten Verbesserungen gegenüber dem jetzigen Zustand sehen die Expertinnen und Experten demnach in der Variante, die sie „Quartiersmitte Münsterstraße“ nennen und die Elemente der beiden Extremvarianten vereint. Das Amt für Stadterneuerung schlägt daher dem Rat vor, diese Variante als Grundlage für alle weiteren Planungen zu beschließen.

Im Kern sind darin folgende Änderungen für den Abschnitt zwischen Heiligegartenstraße und Mallinckrodtstraße vorgesehen:

  • Als Herz der Quartiersmitte wird der bestehende Fußgängerbereich an der St.-Joseph-Kirche ausgeweitet bis zur Kielstraße im Süden und zur Lambachstraße im Norden.
  • Auch die westlich abgehende Priorstraße bis zur Zimmerstraße und ein Teilstück der östlich abgehenden Heroldstraße werden Teil der Fußgängerzone.
  • Im Norden, zwischen Westhoffstraße und Mallinckrodtstraße, ergänzt eine weitere kleine Fußgängerzone die bisherige Sackgasse.
  • In allen Fußgängerzonen-Abschnitten bleiben Anlieger-, Versorgungs- und ähnliche Verkehre möglich. Lieferverkehre sind zeitlich beschränkt zulässig. Radfahrende dürfen die Wege ebenfalls nutzen, müssen aber Rücksicht nehmen.
  • Der Abschnitt der Münsterstraße zwischen Heiligegartenstraße und Kielstraße wird zur Einbahnstraße mit südlicher Fahrtrichtung, also entgegengesetzt zur bisherigen Regelung. Zwischen Lambachstraße und Heckenstraße wird die Münsterstraße ebenfalls zur Einbahnstraße, aber mit nördlicher Fahrtrichtung. Auf beiden Abschnitten wird die Geschwindigkeit reduziert. Entlang der Straße soll es jeweils Flächen zum Be- und Entladen, Lieferzonen, Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und Kurzzeitparkplätze geben.
  • Die Lambach- und die Kielstraße wechseln ihre Fahrtrichtungen und sind beide zwischen Münster- und Nordstraße jeweils nur von Osten nach Westen befahrbar.
  • Radfahrende dürfen alle Einbahnstraßen im Gebiet in beide Fahrtrichtungen nutzen.
  • An der Münsterstraße selbst entfallen 38 von 58 Pkw-Stellplätzen im öffentlichen Raum, in der Priorstraße und der Heroldstraße weitere 30. Da die nahgelegene Tiefgarage Dietrich-Keuning-Haus nicht ausgelastet ist, stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung. Der Wegfall an Stellplätzen ist somit auf ein verträgliches Maß begrenzt.

Mehr Raum für höhere Aufenthaltsqualität

Mehr Platz für die Menschen, Grün, Außengastronomie und Bänke sollen ein attraktives, klimaresilientes Zentrum ermöglichen, in dem man sich gerne aufhält und einkauft. Die Verkehrsuntersuchung wird im Rahmen des Projekts „Neugestaltung Münsterstraße“ gefördert mit Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen. Das gesamte Gutachten ist online abrufbar unter dortmund.de/muensterstrasse .

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