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Welttag der Feuchtgebiete: Wie Dortmund seine Biotope schützt

Feuchtgebiete gelten nicht nur in Dortmund als Schlüssel für Klima- und Naturschutz. Der Welttag der Feuchtgebiete am Montag, 2. Februar, macht jedes Jahr darauf aufmerksam. Die Stadt Dortmund schützt Feuchtgebiete, so gut es geht. Nicht immer trifft das auf Verständnis, wenn Menschen in der Natur Ruhe und Erholung suchen.

Ein Feuchtgebiet oder Feuchtbiotop ist eine Landschaft, die überwiegend nass ist, meist aufgrund eines hohen Grundwasserstands. Diese Gebiete können jedoch auch trockene Zeiten erleben. Auen, Bruchwälder, Feuchtwiesen, Moore und Sümpfe zählen ebenso dazu wie Kleingewässer, die nicht sehr tief sind. Feuchtgebiete sind die zentralen Lebensräume für (Wasser-)Vögel, Amphibien, (Wasser-)Insekten und ganz spezifische (Wasser-)Pflanzenarten.

Biotope in Dortmund

Bild: Stadt Dortmund
Ein Feuchtbiotop im Naturschutzgebiet Alte Körne
Ein Feuchtbiotop im Naturschutzgebiet Alte Körne
Bild: Stadt Dortmund

Die genaue Anzahl an Feuchtgebieten in Dortmund lässt sich schwer beziffern, denn sie kann variieren. Im Landschaftsplan der Stadt sind 65 Biotope aufgeführt, in denen es zum Teil mehrere Kleingewässer gibt. Häufig sind es Bergsenkungen, naturnahe Niederungen und immer mehr auch Hochwasserrückhaltebecken (z.B. Mengede, Ellinghausen, Scharnhorst), die naturnah gestaltet sind und als Landschaftsbestandteile – ob geschützt oder nicht – inzwischen von hoher Bedeutung für den Feuchtgebietsschutz sind.

Beispiele für Feuchtgebiete im Überblick

Bild: Stadt Dortmund / Britta Perschbacher
Der Pleckenbrinksee in Wickede
Der Pleckenbrinksee in Wickede
Bild: Stadt Dortmund / Britta Perschbacher

  • Bergsenkungsgebiete/Seen: Auf dem Brink, Beerenbruch (nicht die Grünanlage Bärenbruch), Hallerey, Lanstroper See, Mastbruch, Pleckenbrinksee
  • Sonstige Feuchtgebiete/Bruchwälder: An der Panne, Bolmke, Erlensundern, Groppenbruch
  • Naturnahe Niederungen/Bäche: Alte Körne, Dellwiger Bachtal, Im Siesack, Wannebachtal/Buchholz

Zu den bedeutendsten Feuchtgebieten in Dortmund zählt mittlerweile das Gebiet um den Pleckenbrinksee in Wickede. Als See in einem Bergsenkungsgebiet ist der Pleckenbrinksee ein sogenanntes Sekundärbiotop. So nennt man Biotope, die aufgrund der Beeinflussung durch den Menschen entstanden sind. Der Pleckenbrinksee entstand 2007 auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gemeinsam mit dem umgebenden feuchten Grünland ist dieser See ein wichtiger Lebensraum unter anderem für Rast- und Zugvögel, die urbane Räume sonst meiden.

Feuchtgebiete sind für diese Tiere essenziell, um auf ihrer oft langen Reise „aufzutanken“, sich mit Nahrung zu versorgen und wieder zu Kräften zu kommen. Im Frühjahr und Herbst lassen sich hier mit etwas Glück und einem Fernglas seltene Arten wie der Kiebitz, Flussregenpfeifer oder der Grünschenkel beobachten. Der Pleckenbrinksee ist von drei Seiten durch Wege entlang des Weidezauns erschlossen, so dass Besuchende die Vögel in einem für die Tiere akzeptablem Abstand beobachten können.

Auch Kleingewässer leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Sie fungieren als Trittstein-Biotope in der Landschaft. Während solche Gewässer früher häufig natürlich entstanden, sind viele der heute vorhandenen Blänken und Tümpel meist durch menschliche Einflüsse entstanden. In Dortmund stehen teils auch ehemalige Bombentrichter als Kleingewässer unter Naturschutz.

Ein Tipp: Im Naturschutzgebiet Alte Körne, östlich des Pumpwerks oder entlang der Straße Am Wirksfeld, nördlich der Gleisanlagen, lassen sich ein paar Kleingewässer gut von den Wegen aus beobachten.

Rücksichtnahme schützt Tiere und Lebensräume

Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Naturschutzgebiet am Lanstroper See. Menschen laufen auf einem Gehweg rechts vom See.
Im Naturschutzgebiet - hier am Lanstroper See - bitte immer auf den Wegen bleiben
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

Wichtig: Wer Feuchtgebiete aufsucht, sollte bitte auf ein respektvolles Verhalten achten. Die Regeln:

  • Besuchende bleiben in den Naturschutzgebieten auf den ausgewiesenen Wegen, um die Tiere nicht zu stören.
  • Hunde sind anzuleinen und dürfen nicht im Gewässer baden. Es kann sich beispielsweise Laich seltener Amphibien im Fell der Hunde verfangen, wodurch die Population an Ort und Stelle nicht überdauern kann.
  • Amphibien nicht berühren - Gewässer nicht betreten.
  • Zu seltenen Vögeln ausreichend Abstand halten (Fernglas mitnehmen!).
  • Nach dem Besuch: Schuhsohlen mit 70-prozentigem Ethanol reinigen und desinfizieren, um die Ausbreitung der sogenannten Salamanderpest zu verhindern.

Gefährdung durch die Salamanderpest

Seit einigen Jahren sind Dortmunder Amphibien als Bewohner von Feuchtbiotopen von der sogenannten Salamanderpest bedroht . Dabei handelt es sich um den Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans. Die Erkrankung verläuft für Salamander und Molche häufig tödlich.

Der Schutz, die Pflege und die Weiterentwicklung von Feuchtbiotopen sind zentral für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Dortmund.

Feuchtbiotope im Dortmunder Stadtwald

Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Der Lanstroper See in Dortmund
Der Lanstroper See in Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

Auch Feuchtwälder tragen wesentlich zu einem konstanten Wasserhaushalt, zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt bei. In der Vergangenheit wurden dort vielfach Entwässerungsgräben angelegt, um die forstwirtschaftliche Nutzung bzw. den gezielten Anbau bestimmter Baumarten zu ermöglichen. Heute wird geprüft, ob und in welchem Umfang Entwässerungsgräben im Dortmunder Stadtwald wieder geschlossen werden können. Denn das kann dazu beitragen, Regenwasser länger im Wald zurückzuhalten. So verbessert sich die Wasserversorgung der Bäume und sie werden widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden. Feuchte Waldböden können zudem mehr Kohlenstoff speichern - ebenfalls ein positiver Beitrag zum Klimaschutz. Auch die Artenvielfalt kann davon profitieren.

Dennoch ist das Umweltamt sicher, dass ein vollständiger Grabenverschluss nicht überall sinnvoll ist. Grund- und stauwasserempfindlichen Baumarten wie der Rotbuche kann das schaden, Waldwege oder angrenzende Flächen könnten beeinträchtigt werden. Nur ausgewählte Bereiche des Stadtwaldes kommen infrage, insbesondere im Kurler Busch und im Siesack. Dort soll bald der Verschluss von Entwässerungsgräben zunächst kleinräumig als Pilotprojekt erprobt, fachlich begleitet und ausgewertet werden.

Schlagwörter

Umwelt, Nachhaltigkeit & Klimaschutz

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