Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Gleichstellung

„She for Democracy“: Eine Bilanz über den Erfolg der Kampagne

Die Kampagne „She for Democracy“ lief von Januar bis Juni 2025. Katrin Kieseier, Cornelia Rempe und Maresa Feldmann ziehen eine erste Bilanz.

„She for Democracy“ startete im Januar dieses Jahres. Jeden Monat gab es einen Workshop, jeden Tag haben die Frauen an ihrem Netzwerk gearbeitet, Hemmungen abgebaut und Kontakte in der politischen Landschaft geknüpft. Demokratie, das ist die Idee hinter „She for Democracy“, braucht viele unterschiedliche Menschen, die Verantwortung übernehmen, denn politische Gremien sollen ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Das Ziel der Kampagne: Mehr Frauen in die Kommunalpolitik! Im Dortmunder Rat sind Frauen derzeit nur zu gut einem Drittel vertreten, sie stellen aber mehr als die Hälfte der Dortmunder Gesellschaft.

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Drei Frauen im Rathaus
v.l.: Maresa Feldmann (Gleichstellungsbeauftragte, Leiterin des Gleichstellungsbüros), Cornelia Rempe (Gleichstellungsförderung in der Stadtverwaltung) und Katrin Kieseier (stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte) freuen sich über den Erfolg der Kampagne.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Katrin Kieseier, Cornelia Rempe und Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann sind die Macherinnen von „She for Democracy“. In einem Gespräch ziehen sie eine erste Bilanz über den Erfolg der Kampagne.

Was war Ihr Eindruck? Haben die Dortmunder Frauen Lust auf Politik?

Maresa Feldmann: Auf jeden Fall! Schon bei der Auftaktveranstaltung war der Ratssaal voll bis auf den letzten Platz mit politisch interessierten Frauen. Da war schon so eine ganz besondere Stimmung, vielleicht eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude. Aber auch Entschlossenheit.

Katrin Kieseier: Ja, fand ich auch. Man konnte förmlich spüren, dass sich die Frauen wünschen, Dortmund zu verändern. Sie wollen Dortmund vielfältiger machen – Dortmund mitgestalten.

Cornelia Rempe: Das konntest du auch bei den Workshops merken. Die waren durchweg gut besucht. Für viele Frauen steht fest, in der jetzigen politischen Lage etwas tun wollen. Mir ist ein Satz besonders hängen geblieben: „Man kann sich nicht mehr raushalten.“

Sie meinen damit eine wachsende antifeministische Stimmung?

Feldmann: Ja. Schauen Sie sich doch um in der Welt: Rechtspopulistische und autoritäre Strömungen sind auf dem Vormarsch. Das gilt auch für Deutschland. Und auch in Dortmund. Der Kampf um Selbstbestimmung und die Rechte der Frauen bleibt hochaktuell. Wir müssen schon auf lokaler Ebene etwas dagegen tun. Das war auch auf unseren Workshops deutlich spürbar.

Wie kann man die Frauen beschreiben, die Sie in den Workshops getroffen habt?

Rempe: Neugierig und offen. Ich glaube, das trifft auf alle zu. Die meisten sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Ansonsten sind sie sehr unterschiedlich…

Kieseier: …das ist ja auch gut so…

Rempe: Bunter geht immer, aber letztlich ist es schon ein schöner Querschnitt: Von jung bis alt war alles vertreten, verschiedene Nationen, unterschiedlich gebildete Frauen.

Erzählen Sie mal aus den Gesprächen: Was nervt die Frauen an der Politik? Was ist ihre Motivation?

Kieseier: Die Motivation ist ganz klar: Wir wollen die Demokratie schützen. Soziale Themen sollen stärker gefördert werden. Wir können die Debatte nicht den Rechtspopulist*innen überlassen.

Feldmann: Die Frauen sind aber auch genervt von der Art der Politik: Sie sind unzufrieden damit, dass es oft eher um Pöstchen geht oder um parteipolitische Interessen. Sie wünschen sich mehr wertschätzende, sachliche und inhaltliche Diskussionen. Ihnen geht es vor allem darum, eine gute Lösung für ein Problem zu haben.

Was würden die Frauen konkret an Dortmund ändern?

Rempe: Die Themenschwerpunkte gehen auf jeden Fall in eine soziale, bildungspolitische Richtung. Den Frauen geht es um gute und gerechte Bildungschancen für alle. Der Klimaschutz spielt eine Rolle, auch die Obdachlosenhilfe. Sie wollen sich für bessere Migration einsetzen, für gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und zu pflegende Angehörige. Die Schulen sollen gut ausgestattet sein. Ein wichtiges Thema bei den Frauen in unseren Workshops war aber auch die Sicherheit im öffentlichen Raum.

Wie wichtig war die Kampagne selbst? Und warum war sie nötig?

Feldmann: Warum sie nötig war? Im Rat sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert – obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Das muss sich auch in der politischen Zusammensetzung widerspiegeln. Vorher hören wir nicht auf. Wir arbeiten schon seit Jahren daran, mehr Frauen und mehr Vielfalt in den Rat zu bringen. Dazu müssen wir weiter Hemmschwellen abbauen. Frauen bringen häufig andere Sichtweisen, Erfahrungen und Bedarfe mit als Männer. Diese Perspektiven müssen in politischen Entscheidungsprozessen angemessen vertreten sein – nur so lassen sich ihre Anliegen und Lebensrealitäten wirklich berücksichtigen.

Konkret für Dortmund: Was wird sich nach Ihrer Einschätzung durch „She for Democracy“ in der Lokalpolitik ändern?

Feldmann: „She for Democracy“ ist ein Zahnrad von vielen, um mehr Frauen für Kommunalpolitik zu gewinnen. Wir sind froh, dass es so viele engagierte Frauen gibt, die Lust haben, Dortmund mitzugestalten.

Rempe: Zudem ist es gerade eine besonders gute Zeit für frischen Wind: Viele Ratsmitglieder hören aus unterschiedlichen Gründen auf. Dadurch bestehen gute Chancen und Möglichkeiten für Frauen, die sich zukünftig gerne engagieren möchten. Parteien und Fraktionen können sich also freuen, dass durch unsere Kampagne Nachwuchs gewonnen wird.

Hat die Kampagne Auswirkungen auf die Kommunalwahl 2025?

Kieseier (lacht): Man wird nicht aus dem Nichts Oberbürgermeisterin. Etwas mehr Zeit braucht es schon, um die Erfolge der Kampagne messen zu können. Der Weg vom politischen Interesse bis zum tatsächlichen Listenplatz braucht Zeit. Wir haben bei vielen Frauen das Interesse geweckt, Hemmschwellen verringert und erste Netzwerke geknüpft…

Feldmann: Einige Frauen haben aber schon erste Schritt gemacht. Abseits der Fraktionen gibt es auch in den Bezirksvertretungen und Ortsverbänden genug zu tun. Ich kann nur jeder politisch interessierten Frau raten, da die Chancen auszuloten. Das geht schneller als man glaubt.

Zur Kampagne

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Ersatzeingang während der Bauarbeiten am Eingang Ruhrallee geöffnet
Fr 31. Juli 2026
Zu sehen ist der Westfalenpark aus der Vogelperspektive. Mittig steht der hohe Florianturm.
Bild: Janus Skop
Bauarbeiten sorgen für mehr Sicherheit auf der Straße
Fr 31. Juli 2026
Huckarde

Im Stadtteil Huckarde hat die Stadt Dortmund drei Spielplätze modernisiert und thematisch zu einer Spielachse verbunden.

Karriere bei der Stadt über Instagram
Fr 31. Juli 2026
Zwei Personen stehen mit Laptops vor dem Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Vom Urlaub ins Erdbebengebiet: Dortmunder Feuerwehrfrau hilft bei Katastrophen
Fr 31. Juli 2026
Zwei Mitarbeitende von @fire stehen vor zerstörten Häusern im Erdebebengebiet von Venezuela.
Bild: @fire
In „Mini Dortmund“ lernen Kinder und Jugendliche, eine Stadt zu gestalten
Do 30. Juli 2026
Innenstadt-Nord
Die vier Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Mini-Dortmund auf einem Bild: Chayenne, Lia, Lennox und Emilia.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
DEW21 investiert in zukunftsfähige Wasserversorgung
Do 30. Juli 2026
Im Hintergrund zu sehen ist das braune Gebäude von DEW21 mit einer großen Fensterfront.
Bild: Sabrina Richmann
Sanierung des Bodelschwingher Bachkanals in Mengede - nächster Abschnitt beginnt
Mi 29. Juli 2026
Mengede
Baustelle Hohle Eiche.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Zwischen Kunst und Escape-Room: Neue Ausstellung „SAFT!!!“ im Dortmunder U
Mi 29. Juli 2026
Innenstadt-West
Kunstvoll gestaltetes rosa Labor.
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
Aus HMKV wird Kunsthalle Dortmund: Neuer Name für 30 Jahre internationale Medienkunst
Di 28. Juli 2026
Kulturdezernent Stüdemann mit Verantwortlichen des ehemaligen HMKV, jetzt Kunsthalle.
Bild: Stadt Dortmund
KITZ.do: Stadt will Zukunft des Lernlabors sichern
Di 28. Juli 2026
Zwei Kinder im Labor an einem Kolben.
Bild: Stadt Dortmund
Halbzeit im Jubiläumsjahr: DORTMUND MUSIK.education blickt nach vorn
Di 28. Juli 2026
Musiker proben auf der Bühne im Konzerthaus Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Marcus Wegerhoff
Stadt Dortmund investiert weiter in Sport- und Freizeitangebote
Di 28. Juli 2026
Opa und Enkelin schießen ein Selfie vor den Giraffen im Dortmunder Zoo.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Mielek
Nach Anschlag beim CSD in Berlin: Dortmund steht an der Seite der queeren Community
Mo 27. Juli 2026
Das Dortmunder U über den Dächern Dortmunds mit Regenbogenflagge.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Im September richtet die Kokerei Hansa das neue FATT aus
Mo 27. Juli 2026
Huckarde
 Von links: Markus Christmann, Ursula Mehrfeld, Sascha Nies, Alexander Kalouti, Heike Marzen und Kai Bünseler.
Bild: Goldene Generation / Tobias Hüsing
Bis zum 31. Juli noch für den Quereinstieg 2027 bewerben
Mo 27. Juli 2026
Auf dem Bild sieht man fünf junge Personen, die in de Kamera lächeln. Sie stehen und knien auf einem Boot.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki