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Museumsnacht

„Vibro-Trucks“ des Geologischen Dienstes NRW sind auf Zeche Zollern zu Gast

Lütgendortmund

Vibro-Trucks sind 27 Tonnen schwere Spezialfahrzeuge, mit denen in den kommenden Monaten das geothermische Potenzial im östlichen Ruhrgebiet erkundet wird. Sie „durchrütteln“ den Boden und können ihn auf diese Weise bis in die Tiefe vermessen. Bei der DEW21 Museumsnacht kann man erleben, wie das funktioniert.

Die „Vibro-Trucks“ machen am Samstag, 20. September, in Dortmund Station bei der 25. DEW21 Dortmunder Museumsnacht. Ab 16 Uhr gibt es sie live und zum Anfassen auf dem Gelände der Zeche Zollern (Grubenweg 5). Expert*innen des Geologischen Dienstes NRW (GD NRW) erklären, wie sie funktionieren. Das Zechengelände bietet mit seinem besonderen Charme eine außergewöhnliche und kontrastierende Kulisse für die tonnenschweren Messfahrzeuge.

Schallwellen finden warmes Wasser unter der Erde

Vibro Trucks
Bild: GD NRW
Vibro-Trucks vermessen mit Schallwellen das Gestein in der Tiefe des Bodens.
Bild: GD NRW

Die Trucks sind nicht auf der Suche nach Kohle unter dem Ruhrgebiet, sondern nach Gesteinsschichten mit warmem Wasser, das man für Fernwärmenetze nach oben pumpen und abgekühlt wieder nach unten befördern kann.

Der Besuch in Dortmund bietet einen Vorgeschmack auf die anstehenden Messungen im östlichen Ruhrgebiet. Vier Messlinien mit insgesamt rund 185 Kilometern Gesamtlänge sind für die kommenden Wochen geplant. Die Vibro-Trucks senden dazu Schallwellen in den Untergrund. Spezielle Mikrofone erfassen an der Oberfläche die reflektierten Signale. So ergeben sich Daten über die geologischen Strukturen im Untergrund. Die Ergebnisse stehen später der Öffentlichkeit frei zur Verfügung, beispielsweise für die kommunale Wärmeplanung, aber auch für Energieversorger, Industrie und Landwirtschaft. Die Messungen sind Teil des Masterplans Geothermie NRW.

Warum das warme Wasser aus dem Untergrund so interessant ist

Die klimafreundliche, regenerative und regionale Energie aus der Erde ist unabhängig vom Wetter und steht ganzjährig und zu jeder Tageszeit zur Verfügung. Sie benötigt vergleichsweise wenig Fläche. Das Verfahren der Vibrations-Seismik wurde entwickelt, um den tiefen Untergrund möglichst schonend und ohne Bohrungen zu erkunden.

So funktioniert das Messverfahren

Über eine hydraulisch absenkbare Rüttelplatte werden Schwingungen in den Untergrund gesendet. Die Schallwellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. An der Erdoberfläche werden die Reflexionen von speziellen Mikrofonen (Geophonen) empfangen und gespeichert. Fachleute erstellen nach der umfangreichen Analyse ein zweidimensionales Abbild des Untergrundes – ganz ähnlich funktionieren Ultraschallbilder beim Arzt. Die Vibro-Trucks fahren entlang von Messlinien, an denen im Vorfeld die Geophone ausgelegt wurden. Alle 30 Meter halten sie an und schicken für eine bis drei Minuten ihre Schallwellen in den Untergrund.

Bei der Planung der Messlinien hat der Schutz von Gebäuden und sensibler Infrastruktur vor Ort oberste Priorität. Dazu zählen Brücken, unterirdische Leitungen, Schutzgebiete (z.B. Wasser oder Natur) und denkmalgeschützte Bauwerke. Durch den sehr langsam fahrenden Messtrupp kann es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen wie Straßensperrungen oder Staus kommen. Die Schwingungen sind im direkten Umfeld der Messfahrzeuge deutlich spürbar. Die Motorengeräusche nehmen während des Messvorgangs an Lautstärke zu.

Weiterführende Infos beim Geologischen Dienst NRW

Umfassende Informationen zum Projekt stellt der GD NRW auf der Webseite geowaerme.nrw.de zur Verfügung. Ergänzend liefern die Social-Media-Kanäle unter @geowaermenrw wöchentliche Updates zu den Mess-Strecken, Informationen zu Technik und Hintergründen und aktuelle Impressionen von der Strecke.

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