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Denkmaltag 2024

Tag des offenen Denkmals: Florian als ein Highlight unter den Wahr-Zeichen

Am Wochenende vom 7. und 8. September gibt es in Dortmund einiges zu entdecken: Denkmäler im ganzen Stadtgebiet öffnen wieder ihre Türen. Dann gibt es Erkundungen, Vorträge, Führungen, Familienrallyes, Konzerte und vieles mehr. Eines der vielen Highlights ist der Florianturm. Die Infobroschüre zum Tag des offenen Denkmals umfasst gut 100 Seiten.

Zum 31. Mal nimmt die Stadt Dortmund an der bundesweiten Veranstaltung teil, die jedes Jahr Tausende Geschichts- und Architekturinteressierte zu Entdeckungstouren einlädt, dieses Jahr unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“.

Der Florianturm mit einem Blick auf Dortmund im Hintergrund.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Auf dem Florianturm kann man einen der schönsten Weitblicke über Dortmund genießen.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Als einer der schönsten Gärten Europas lädt der Westfalenpark Dortmund zum Entspannen, Entdecken und Erleben ein. Ein Höhepunkt im Wortsinn ist dabei der „Florian“ mit Panoramablick über die Parklandschaft, Dortmund und Umgebung. Am Tag des offenen Denkmals nimmt die ehemalige Parkleiterin Teilnehmende mit auf eine Florian-Tour und freut sich darauf, ihr Wissen aus über 30 Jahren Berufstätigkeit zu teilen. Annette Kulozik weiß über die interessantesten Fakten rund um Entstehung, Architektur, Bau und Technik zu berichten. Dazu gibt es amüsante, bewegende und überraschende Anekdoten zum Florianturm. Die Führungen am Sonntag starten um 12 und 14 Uhr.

Programm für zwei Denkmal-Tage

Erneut wird das Programm wieder Tausende Familien, Geschichts- und Architekturinteressierte anziehen. Damit man möglichst viel besichtigen kann, gibt es auch in diesem Jahr wieder viele Angebote schon am Vortag, also am Samstag. „Das hat sich sehr bewährt“, sagt Birgit Niedergethmann, die Leiterin des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes, zu dem die Untere Denkmalbehörde gehört. „Denn so kann man stressfrei zum Beispiel an einer Führung am Samstag plus an einem Spaziergang und einem Vortrag am Sonntag teilnehmen. Und um die Vielfalt unserer Denkmäler und Wahr-Zeichen zu erleben, lohnt es sich wirklich.“

Zum Beispiel kann man am Samstag um 14 Uhr mit einer Führung am Mahnmal Bittermark starten, um dann später ab 17 Uhr an der Eröffnungsveranstaltung im Dortmunder U teilzunehmen. Am Sonntag könnte es um 11 Uhr mit einem Spaziergang durch Alt-Scharnhorst weiter gehen, um sich am Nachmittag von Schüler*innen des Fritz Henßler Berufskollegs im Hof Korte, einem früheren Bauernhof mit Brennerei in Marten, mithilfe einer VR-Brille ein Raumgefühl der dort von dem Architekten Richard Schmalöer geplanten Wohnungen zu verschaffen.

Programmpunkte schlau kombinieren

„Am besten sucht man sich aus den insgesamt 58 Punkten unseres Programms einige Highlights heraus und schaut, was es in unmittelbarer Nähe an weiteren Denkmälern gibt“, empfiehlt Ingmar Luther, Leiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Dortmund. Für Radfahrende bietet sich eine Tour durch einen oder mehrere benachbarte Stadtteile an.

Fährt man zu Hof Korte, so ist das Westfälische Schulmuseum nicht weit, in dem auch die Pläne für den dortigen Umbau ab 2026 vorgestellt werden. Besucht man das Wasserschloss Haus Rodenberg, den Rittersitz von Diederich von Rodenberg aus dem 13. Jahrhundert, so bietet sich ein Abstecher zur Siedlung der Wohnungsgenossenschaft Spar- und Bauverein eG in Sölde an. Mitglieder der Stiftung „Natur in Kultur, für Sölde“ und des Sölder Geschichts-Stammtisches informieren über die Geschichte der von 1961 bis 1965 erbauten Siedlung des Vereins, eine Zeitzeugin der Wirtschaftswunderzeit.

Die beiden Führungen um 11 Uhr und 16 Uhr am 8. September schließen mit einem Austausch über nachhaltiges Wohnen und Genossenschaftskonzepte.

Ein Blick auf den Dortmunder Hafen mit einem Portaldrehkran.
Bild: Ralf Herbrich
Historischer Vollportaldrehkran aus dem Jahr 1908. Das Foto zeigt ihm auf dem Gelände im Hafen, auf dem er restauriert wurde. Inzwischen ist sein Platz auf der Promenade an der Speicherstraße.
Bild: Ralf Herbrich

Denkmalbehörde gestaltet Programm selbst aktiv mit

Ralf Herbrich, Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde, wird bereits am 7. September zwischen 13 und 16 Uhr große und kleine Denkmalinteressierte am Vollportaldrehkran im Dortmunder Hafen begrüßen, der seit kurzem die neue Promenade am Stadthafen als formschönes Zeugnis der Hafengeschichte schmückt. Am Sonntag ist Ralf Herbrich dann zwischen 11 und 17 Uhr in Barop anzutreffen, wo er gemeinsam mit Dorothea und Jan Paul Schulze Waltrup, Eigentümer*innen eines Fachwerkhauses aus dem Jahr 1768, zum Mitbauen in traditioneller Lehmbauweise einlädt.

Am Samstag ab 15 Uhr lädt Dr. Lucia Reckwitz von der Unteren Denkmalbehörde zu einer Tour durch den teilgeschützten Volkspark Fredenbaum ein.

Neben 16 Kirchen, allesamt sehenswerte Zeuginnen der Zeit und Wahrzeichen der Dortmunder Stadtteile, gibt es zwei Führungen über den Ostfriedhof: Klaus Winter stellt einige der 300 Grabmale auf Feld 14 des Ostfriedhofs als Wahr-Zeichen jüdischen Lebens in Dortmund vor, und Rüdiger Wulf geht den Spuren hier begrabener Dortmunder Persönlichkeiten nach. Prof. Dr. Barbara Welzel lädt in der Innenstadt zum „Spazierengucken“ ein, zum gemeinsamen Entdecken jahrhundertealter „Zeitzeugen der Geschichte“ und zum Austausch darüber, was sie in der heutigen Stadt bedeuten.

Programm ohne Engagement der vielen Beteiligten undenkbar

„Dortmund hat das große Glück, dass viele engagierte Menschen in den Museen, Institutionen, Vereinen oder als Einzelpersonen ihre Denkmäler öffnen und überaus kenntnisreich deren Geschichte vermitteln“, erzählt Ingmar Luther. „Aus Wahrzeichen werden erst dann Zeitzeugen, wenn ich weiß, welche historischen Ereignisse sich genau hier ereignet haben, welche Personen hier aktiv waren und welche historischen Prozesse ich hier nachvollziehen kann. Der Wiedenhof in Mengede, der Althoffblock im Kreuzviertel, das Hochofenwerk Phoenix West oder das frisch sanierte Salzlager der Kokerei Hansa – alles überaus beeindruckende Areale, die jedoch erst durch die kompetente anschauliche Vermittlung zum Leben erweckt werden.“

Die Nikolaikirche von innen.
Bild: Stadt Dortmund / Günther Wertz
Die Ev. St. Nicolai-Kirche ist älter als vermutet. Sie ist Deutschlands erste Sichtbetonkirche Deutschlands und wurde bereits 1930 eingeweiht.
Bild: Stadt Dortmund / Günther Wertz

Offizielle Eröffnung am Samstag

Oberbürgermeister Thomas Westphal wird den Tag des offenen Denkmals am Samstag, 7. September, 17 Uhr im Dortmunder U offiziell eröffnen, Prof. Dr. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, wird im Anschluss ein Grußwort sprechen. Ingmar Luther führt in das diesjährige Motto und Programm ein, anschließend spricht Prof. Dr. Barbara Welzel mit ihren Studierenden Sinem Erdem, Fiona Newzella und Anna Helm über „Wahr-Zeichen in einer diversen Stadtgesellschaft“. Zu dieser kostenfreien Veranstaltung sind alle herzlich eingeladen.

Blick in die Broschüre und auf den Online-Auftritt

Für einen guten Überblick auf das abwechslungsreiche Programm sorgt eine umfangreiche Broschüre. Kurzbeschreibungen aller Programmorte plus eine Übersichtskarte erleichtern die Planung. Fünf ausführliche Beiträge von Denkmalexperten und -expertinnen zum diesjährigen Motto dienen der Vertiefung.

Die Broschüre liegt u. a. im Rathaus, in der Tourist-Information in der Kampstraße, in den Bezirksverwaltungsstellen, in den DSW21-KundenCentern, in Bibliotheken, im Stadtarchiv, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte oder onlineeingesehen und heruntergeladen werden.

Programmänderungen

Auf der Website dortmund.de/denkmaltag finden sich fortlaufend Hinweise auf aktuelle Programmänderungen. Schon jetzt haben sich folgende Änderungen ergeben, die in der Programmbroschüre nicht ersichtlich sind:

  • Zusätzlicher Programmpunkt: Haus Wenge (58)
  • Entfällt: Lindenhorster Kirchturm (7)
  • Ehemalige Waschkaue der Zeche Dorstfeld (45)
    Die Führungen um 12, 14 und 15 Uhr entfallen. Alle anderen finden statt.
  • Programmergänzung: Alte Kirche Wellinghofen (10)
    15 Uhr: Führung und Vortrag zur denkmalgerechten Sanierung der Natursteinfassaden und Dachstühle mit Architektin Susan Kowalski,
    ritter architekten + planungsbüro GmbH (Bochum), Dauer ca. 30 min.
  • Programmergänzung: Ev. St. Nicolai-Kirche (34):
    13 Uhr: Vortrag über die Kirchenfenster der Nicolai-Kirche mit Dr. Simone Kisker. Für ihre Doktorarbeit hat Frau Kister sich eingehend mit Hans Gottfried von Stockhausens Neuverglasung in Relation zur ursprünglichen Verglasung Elisabeth Coesters befasst (Dauer ca. 60 Min.).
  • Historischer Vollportaldrehkran (19): Zur Öffnungszeit wird der Künstler Matthias Spruch auftreten. Die Besucher*innen bekommen also nicht nur Informationen zum Kran und Hafen, sondern auch Musik auf die Ohren.

Teilnahme meist ohne Anmeldung möglich

An fast allen Veranstaltungen kann man ohne Anmeldung teilnehmen – bis auf folgende Ausnahmen:

  • Hörder Burg (8)
  • Hochofenwerk Phoenix West (9)
  • Historisches Maschinenhaus der ehem. Hansa-Brauerei (21)
  • Hoesch-Museum (Führung u. Workshop) (24)
  • Quartier Borsigplatz (25)
  • Dortmunder Gartenstadt (30)
  • Florianturm (33)
  • Museum für Kunst und Kulturgeschichte (Führung) (40)
  • Hof Korte (48)
  • Schloss Bodelschwingh (50)

Anmeldemöglichkeiten siehe in der Programmbroschüre und auf der Website bei dem jeweiligen Programmpunkt.

Programmpunkte am Samstag:

  • Eröffnungsveranstaltung Dortmunder U (1)
  • Mahnmal Bittermark (12)
  • Historischer Vollportaldrehkran im Dortmunder Hafen (19)
  • Volkspark Fredenbaumpark (20)
  • Spaziergang durch Alt-Scharnhorst – rund um die ehemalige Zeche (54)

Dortmund historisch Tag des offenen Denkmals

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