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Industriekultur

117 Jahre alter, historischer Portaldrehkran wird restauriert

Innenstadt-Nord

Die Restaurierungsarbeiten an einem von zwei erhaltenen Portalkränen hat begonnen. Die Hafenkräne wurden einst zur Be- und Entladung von Schiffen am Dortmunder Hafen genutzt - nun wird der erste zu einem Juwel der Industriekultur herausgeputzt.

Im Hintergrund stehen die zwei Portalkräne am Hafen, von denen der erste restauriert wird. Im Vordergrund vier Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen und Ämter.
Bild: Stadt Dortmund
Freuen sich über den Start der Restaurierungsarbeiten (v.l.n.r.): Ralf Herbrich (Untere Denkmalbehörde), Jan Deichsel (Firma „Die Schmiede“), Heike Junk und Uta Wittig-Flick (Amt für Stadterneuerung, Team Nordstadt).
Bild: Stadt Dortmund

Nach Abschluss der Arbeiten wird der denkmalgeschützte Kran die neue Promenade am Stadthafen zieren und als besonders formschönes Zeugnis der Industrievergangenheit des Hafens zu bestaunen sein.

"Mit der Aufstellung des Portaldrehkrans wird die öffentliche Baumaßnahme an der südlichen Speicherstraße abgeschlossen sein. Vis-à-vis zum Alten Hafenamt bildet er quasi den 'krönenden Abschluss' auf der Promenade", sagt Uta Wittig-Flick, Teamleiterin Nordstadt beim Amt für Stadterneuerung, welches das Förderprojekt umgesetzt hat. "Damit wird der historischen Vergangenheit des Hafens Rechnung getragen und dem Raum zugleich seine neue, zukunftsweisende Identität verliehen." Die neue Promenade erfreut sich bereits jetzt schon großer Beliebtheit bei den Menschen im Quartier wie bei Besucher*innen.

Die zwei Portaldrehkräne am Hafen auf dem Grundstück, auf dem jetzt die Restaurierung startet.
Bild: Stadt Dortmund
Die zwei Portaldrehkräne am Hafen auf dem Grundstück, auf dem jetzt die Restaurierung startet. Restauriert wird zunächst der Kran links im Bild, der momentan in zwei Teile zerlegt ist.
Bild: Stadt Dortmund

Industriekultur als Gestaltungselement

Bei dem Kran handelt es sich um einen 1906 von Lohmann und Co. GmbH in Duisburg gebauten, elektrisch betriebenen Vollportalkran aus dem Dortmunder Hafen. An seinem neuen Standort wird er exemplarisch die damals weit verbreitete Ladetechnik und die zugrundeliegende Funktionsweise zeigen.

"Aus unserer Sicht ist es immer ein Anliegen, Denkmäler nicht nur zu restaurieren und für die Nachwelt zu erhalten, sondern sie vor allem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erläutert Ralf Herbrich von der Unteren Denkmalbehörde, die die Restaurierung des Krans denkmalpflegerisch begleitet. "Daher freut es uns ungemein, dass der Kran zentral im Bereich des Stadthafens aufgestellt und die praktizierte Technik unmittelbar erlebbar sein wird." Der Portaldrehkran hat als technisches Kulturgut einen besonderen Wert im Kontext der Dortmunder Hafenentwicklung.

In wenigen Monaten an neuem Standort

Die Restaurierungsarbeiten werden drei bis vier Monate in Anspruch nehmen. Da die Arbeiten auf einem städtischen Grundstück unterhalb der Brücke Franziusstraße direkt am Kanal unter freiem Himmel durchgeführt werden, hat das Wetter einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Voranschreiten der Restaurierung. Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, wird der Portaldrehkran per "Leichterschiff" - einem Transportschiff mit besonders großem Tiefgang - verschifft und per Schwimmkran an der Promenade am Stadthafen aufgestellt.

Der zweite vorhandene Portaldrehkran soll nach den Plänen der Stadt ebenfalls restauriert und perspektivisch am Schmiedinghafen präsentiert werden.

Die Kosten für Restaurierung, Transport und Montage des Krans betragen rund 400.000 Euro. Die Maßnahme "Gestaltung des öffentlichen Raumes Speicherstraße-Hafen" wird gefördert aus Mitteln der EU, des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund.

Der Portaldrehkran an seinem historischen Standort am Schmiedinghafen.
Bild: Stadt Dortmund
Der Portaldrehkran an seinem historischen Standort am Schmiedinghafen.
Bild: Stadt Dortmund

Bewegte Vergangenheit und neue Zukunft

Als "Zeitzeuge" hat der Portalkran sozusagen die frühen Anfänge des Dortmunder Hafens, der 1899 feierlich eröffnet wurde, miterlebt und seine Entwicklung zum bedeutendsten Kanalhafens Europas begleitet. Nach einem Brand im Jahr 2010 wurde er aus Sicherheitsgründen demontiert und das Maschinenhaus seitlich abgesetzt.

Am neuen Standort sind für den Kran bereits die Schienen vorbereitet und der U-Kanal für die Stromleitung sowie ein Prellbock gebaut worden. Auch eine Inszenierung des Krans bei Dunkelheit mittels Bodenstrahlern ist vorbereitet worden.

Die eigentliche Restaurierung übernimmt eine Fachwerkstatt, die sich durch diverse Restaurierungsprojekte von technischem Kulturgut im Ruhrgebiet einen Namen gemacht hat. Hier arbeiten mehrere erfahrene Diplom-Restauratoren mit dem Schwerpunkt Metall Hand in Hand. Eine enge Abstimmung mit den für den Denkmalschutz zuständigen Behörden ist fester Bestandteil des Arbeitsalltages.

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