Stadtgeschichte
Reformation und Krieg
Das 16. Jahrhundert brachte auch für Dortmund eine ereignisreiche Zeit: Reformation und Gegenreformation waren Ausdruck einer Krise des Denkens und Handelns - sie erschütterten die Stadt.
16. & 17. Jahrhundert
Seit 1527 sind reformatorische Bestrebungen der Dortmunder Bürgerschaft erkennbar, nachdem zuvor - seit 1518 - schon Teile des Stadtklerus reformatorischen Bestrebungen gefolgt waren. Dennoch hatte die Reformation zunächst in Dortmund keinen rechten Erfolg: Lange Zeit hielt man an einer via media im humanistischen Sinne des Erasmus von Rotterdam fest, um für die Stadt eine konfessionelle Spaltung zu verhindern.
Auch die Gründung des Dortmunder Gymnasiums im Jahre 1543 verdankte sich dieser Bemühung; die Schule, in dieser Zeit eher eine Art kleiner Universität, hatte überregionale Ausstrahlung und warb für diesen Weg.
Erst 1570 wurde die Stadt durch den Rat protestantisch, duldete als Reichsstadt aber immer eine katholische Minderheit, die in den katholischen Stadtklöstern Gottesdienst feierte.
Die konfessionellen Auseinandersetzungen in Deutschland führten zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648): Die lutherische Stadt Dortmund mit dem katholischen Kaiser als Stadtherren wurde zum Feind jeder Kriegspartei und hatte daher als einzige Reichsstadt Westfalens besonders unter den Kriegshändeln zu leiden. Die Bemühungen der Stadt um Neutralität hatten nicht lange Erfolg.
Seit 1630 war Dortmund ununterbrochen von wechselnden Parteien besetzt und zur Unterhaltung der besetzenden Truppen verpflichtet. In den Quellen wird unterschiedslos über alle Kriegsparteien geklagt. Auch die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens in Münster 1648 - den Frieden hatte die Reichsstadt Dortmund mit unterzeichnet - brachte noch keine Erleichterung: Die Stadt hatte nicht nur Reichssteuerschulden zu begleichen, sondern auch 7.000 Reichstaler als Entschädigung für die schwedischen Truppen aufzubringen, die in Stadt und Grafschaft Dortmund einquartiert waren. Die Summe wurde erst am 4. April 1650 gezahlt - und so lange mussten die Truppen von Dortmund unterhalten werden. Von den Kriegsschäden hat sich die Reichsstadt nicht mehr erholen können: Die Hälfte der Wohnhäuser der Stadt war zerstört, die Abtragung der Kriegsschulden der Stadt von über 250.000 Reichstalern hatte den Ruin der Stadtwirtschaft zur Folge.
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