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Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie

Simpel²

Stabslogistik 2.0 - Software-gestützte Informations- & Materiaflüsse für planbare und chaotische Einsatzlagen

Kurzbeschreibung

Großschadenslagen sind gekennzeichnet unter anderem durch die sogenannte Chaosphase, die den Anfang jeder spontan eintretenden Lage bildet. Zu dieser Zeit ist den mit der Behebung der Gefahrensituation beauftragten Personen unklar, welche Lage überhaupt vorliegt, während unter Umständen schon eine Vielzahl an Einsatzkräften anrückt und Befehle zur strukturierten Bekämpfung der Gefahr benötigt.

Bild: Feuerwehr Dortmund
Bild von 2 Menschen die nebeneinander am Tisch sitzen und in Richtung Hintergrund schauen. Im Hintergrund Bilder von einem Spielfeld und Veranstatlungen (unscharf)
Bild: Feuerwehr Dortmund

Ist die Lage groß genug, wird als höchste Stufe der Führung auf operativ-taktischer Ebene ein Führungsstab eingerichtet. Dieser setzt sich aus gut ausgebildeten und sehr erfahrenen Führungskräften der Feuerwehr und eventuell weiterer Behörden und Organisationen zusammen und trifft einsatztaktische Entscheidungen auf der höchsten Ebene.

Hier läuft vor allem zu Beginn der Arbeit eine überwältigende Menge an Informationen auf. Das Projekt SIMPEL² möchte einen Beitrag leisten, indem durch ein Logistikkonzept und eine darauf basierende Softwarelösung die Steuerung von Material- und Informationsflüssen verbessert und damit die Effizienz erhöht und die Fehleranfälligkeit verringert werden. Gleichzeitig soll die Möglichkeit einer logistischen Vorausplanung geschaffen werden. Die Lösungen des Projekts zielen insbesondere auf das Stabssachgebiet S4 (Versorgung & Logistik) ab, sollen aber dem Stab insgesamt eine Hilfestellung bieten.

Das Projekt endete nach einer dreimonatigen Verlängerung am 30.06.2026. In der gut zweijährigen Laufzeit wurden alle wesentlichen Ziele erreicht.

Die Entwicklung des übergreifenden Logistikkonzepts wurde planmäßig ungefähr zur Projektmitte abgeschlossen. Für die Entwicklung wurden insgesamt gut 150 umzusetzende Funktionen identifiziert, die knapp 20 Softwarekomponenten bilden. Diese wiederum wurden in vier Modulen zusammengefasst.

Die Module decken für die Logistik grundlegende Bedarfe ab, die durch Gespräche und Workshops mit Mitarbeitenden der Feuerwehr Dortmund ermittelt wurden. Nachdem zunächst eine große Anzahl an Wünschen und Anforderungen gesammelt worden war, wurden diese sortiert, gruppiert und diskutiert. Darauf aufbauend wurden Softwarefunktionen zur Deckung dieser Anforderungen entwickelt und zu den Modulen „Materialübersicht“, „Informationsweitergabe“, „Nachverfolgbarkeit“ und „Meldeprozesse“ zusammengefasst.

Aufbauend auf dieser Entwicklungsplanung wurde mit der Umsetzung in ein Logistikmodul für eine bestehende Führungsunterstützungssoftware begonnen. Ein Zwischenstand der Entwicklung wurde in einer ersten Stabsübung durch Feuerwehrmitarbeitende getestet, sodass deren Rückmeldungen in die weitere Entwicklung einfließen konnte.

Die freiwillige Unterstützung der Mitarbeitenden der Feuerwehr ermöglichte es, insgesamt drei Übungen durchzuführen. Hierzu waren zu Projektbeginn drei Szenarien entwickelt worden, mit Hilfe derer ein möglichst breites Spektrum an Feuerwehreinsätzen abgebildet werden konnte.

Das erste Szenario drehte sich um einen kleineren Waldbrand und diente dazu, das bis dahin entwickelte Logistikkonzept und die Planung der Softwareentwicklung zu verifizieren.
Im zweiten Szenario wurde ein Unwetterereignis mit Starkregen simuliert. Infolgedessen sahen sich die Übungsteilnehmer mit einem erheblichen (virtuellen) Materialbedarf konfrontiert. Auf diese Weise konnte der Zwischenstand der Software intensiv getestet werden.
Die dritte und letzte Übung erfolgte zum Ende des Projekts. Simuliert wurde eine Großveranstaltung (Fußballweltmeisterschaft), d. h. ein planbares Ereignis. Die Übung wurde in den Stabsräumlichkeiten der Feuerwehr Dortmund durchgeführt. Vertreter der assoziierten Partner des Projekts nahmen an der Übung teil. Diesen gilt genauso unser Dank wie den Einsatzdienstbeamten und anderen Mitarbeitenden der Feuerwehr Dortmund, die alle mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung essenzielle Beiträge zum Erfolg des Projekts geleistet haben.

Die im Projekt festgestellten Bedarfe und Wünsche gehen deutlich über den geplanten Projektumfang hinaus, sodass das Konsortium eine Fortführung der Entwicklung anstrebt.

Partner*Innen

Fakten

Laufzeit

April 2024 – Juni 2026

Gesamtziel des Projektes

  • Entwicklung eines Logistikkonzepts und darauf aufbauend eines Softwaredemonstrators zur Unterstützung der Logistikaspekte eines Führungsstabs

- unterstützt durch ein Expertengremium, das sich aus vor allem Stabsmitarbeitenden zusammensetzt,

- mit starkem Fokus auf Bedienbarkeit, um die Akzeptanz zu erhöhen und möglichst wenig zusätzlichen Arbeitsaufwand zu erzeugen,

- in zyklenartiger, agiler Vorgehensweise, um zeitnah Wünsche und Kritik der Experten einbinden zu können.

  • Evaluation der Software durch Stabsübungen

Veröffentlichungen und Vorträge

- Mai 2024 BMBF-Innovationsforum „Zivile Sicherheit“ in Berlin

- September 2024 Vorstellung des Projekts beim Besuch des IFR durch das polnische „Scientific and Research Centre for Fire Protection“ (CNBOP)

- September 2024 Artikel in der stadtinternen Zeitschrift „Brennpunkt“ der Feuerwehr Dortmund

- Juni 2025 Vorstellung auf der Messe „112Rescue“ in Dortmund

- Dezember 2025 Artikel im Fachmagazin „Crisis Prevention“, Ausgabe 4/25

- Juni 2026 Vorstellung auf der Messe „Interschutz“ in Hannover

- Juli 2026 Artikel in der stadtinternen Zeitschrift „Brennpunkt“ der Feuerwehr Dortmund

Aufgaben der Feuerwehr Dortmund

  • Koordination des Projektes
  • Aufbau eines Expertengremiums
  • Lenkung der Entwicklung in enger Rücksprache mit den Experten
  • Entwicklung und Durchführung von Übungen zur Evaluation
  • Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse

Fördergeber / Förderträger

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Bekanntmachung: „Anwender – Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit II“
Förderkennzeichen: 13N16940

Förderkennzeichen: 13N16483 sifo

Ansprechpartner

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