Museum für Kunst und Kulturgeschichte
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Projektarchiv

SHIFTING SPACES - SHIFTING THE MUSEUM

Zu sehen ist das Plakat zur Veranstaltungsreihe Shifting Spaces. Die Schrift ist gelb und der Hintergrund violett.
Bild: Büro Zweifel
Bild: Büro Zweifel

Welche Bedeutung haben Räume für die Neuerfindung des Museums, und wie können Museen in den Stadtraum hineinwirken, um unverhoffte Formen der Begegnung entstehen zu lassen? Am Beispiel des neueröffneten STADT_RAUM, eines Denk-, Dialog- und Arbeitsraums, in dem die vielfältige Stadtgesellschaft mit ihren marginalisierten Perspektiven im Fokus steht, sprechen wir mit Expert*innen aus Philosophie, Architektur und Gestaltung über rassifizierte und museale Raumordnungen sowie das Verlernen gewohnter Raumerfahrungen. Beiträge aus der performativen Praxis, zur kritischen Kartographie und ein DJ-Set ergänzen das Programm.

Programmkuration: Claudia Wagner M.A.

Eintritt frei

Programmflyer herunterladen, 66 KB, PDF

Programm

Samstag, 14.10.2023

17:00

Einführung

Claudia Wagner, Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Nicht-Orte, koloniale Raumregime und postkoloniale Intervention

Vortrag, Dr. Christopher A. Nixon

Vortrag, Dr. Tazalika M. te Reh

Von Architektur, Macht und Race

Das Narrativ der Industriellen Revolution enthält Begriffe wie Fortschritt, Expansion, Industrialisierung, Modernisierung, Urbanität und wirtschaftlicher Wohlstand. Diese Erzählung blendet aus, dass diese Konzepte auf der Rassifizierung von Menschen und Räumen beruhen. Rassifizierte Räume sind konstruiert, von Menschen gemacht, sie zirkulieren als mächtige Erzählungen durch Zeit und Raum und formen unsere Denkweisen, und ihr materielles Ergebnis ist die Grundlage der westlichen industrialisierten Urbanität.

Im Vortrag geht es um ein Gründerzeitgebäude in einem ehemaligen, heute stark gentrifiizierten, Industriegebiet Kölns, um Industrialisierungsprozesse, die auf der Ausbeutung schwarzer Körper zur Gewinnung von Rohstoffen für die Industrien des globalen Nordens beruhen und eine architektonische Intervention aus dem Jahr 2023. Das Projekt beschäftigt sich mit komplexen Begriffen wie kapitalistische Dynamik, Globalisierung, Auslöschung von Geschichte und Erinnerung.

Vortrag, Henk Müller und Johannes Schlüter, Gruppe Praxis

Die räumliche Gestaltung des STADT_RAUM

Um Museumsräume für eine vielfältige Stadtgesellschaft zu öffnen, ist es notwendig, sich auch mit der räumlichen Dimension der vorherrschenden und historisch gewachsenen Strukturen von Museen auseinander zu setzen. Wie können Räume gestaltet werden, die die museale Raumordnung aufbrechen und es den Nutzer*innen ermöglichen, die normativen, den Museumsbesuch kennzeichnenden Verhaltensweisen zu verlernen? Wie lässt sich aneignungsoffen gestalten? Das Kollektiv für räumliche Gestaltung Gruppe Praxis spricht über seine Ansätze sowie über das Konzept und die Umsetzung der Elemente, die es für den STADT_RAUM entwickelt hat.

18:30

mit Henk Müller, Dr. Christopher Nixon, Johannes Schlüter, Dr. Tazalika M. te Reh, Claudia Wagner

Podiumsdiskussion

Moderation: Leyla Ercan

19:30

DJ-Set Rubimental

Rubimental schafft mit ihren DJ-Sets neue Klangräume, die sich irgendwo zwischen Zentrum und Peripherie, Mainstream und Nische bewegen. Sie präsentiert verschiedene Genres, Perspektiven und Künstler:innen, lokal wie global. Dabei liegt der Hauptfokus auf der Musik von FLINTA*-Artists, die in einer männlich-dominierten Industrie immer noch zu wenig Beachtung erfährt.

Sonntag, 15.10.2023

11:30–13:00

Gestaltungsworkshop im STADT_RAUM, Gruppe Praxis

Raumordnungen aufbrechen

Wir alle bewegen uns durch eine organisierte und gestaltete Umwelt, in die unausweichlich stets Machtverhältnisse eingeschrieben werden. Die räumliche Gestaltung des STADT_RAUM ist ein Versuch, Raumordnungen, die in musealen Räumen vorherrschen, aufzubrechen. Welche Rolle spielen dabei Objekte? Können sie die bestehende Ordnung verunsichern und stören?
Gemeinsam schauen wir uns an, wie Vorstellungen in Objekte eingeschrieben werden und wie ein widerständiger Umgang damit aussehen kann. Anschließend überprüfen und erproben wir die Elemente des STADT_RAUM auf ihre Einschreibungen und ihr Potenzial, die Ordnung zu stören.

13:15–14:15

Screenings und Gespräch, Nicola Schubert, Kollektiv schubert–stegemann

Performative Praxen feministischer Raumaneignung

Das Kollektiv schubert-stegemann arbeitet an der Schnittstelle von Recherche, Text, Performance und Schauspiel. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Stadtraum- und ortsspezifische Audio Performances, in deren Zentrum die Wechselbeziehungen von Geschichte, Architektur und Körper stehen. In den Projekten „mutterstadt“ (Kurzfilm) und „ageing trouble“ (performativer Audiowalk im urbanen Raum) setzen sie die alternde Industriestadt Dortmund in Analogie mit dem alternden, weiblichen Körper und stellen Fragen nach Identität, Sichtbarkeit, Diskriminierungen und empowernden Strategien von älteren Frauen im öffentlichen Raum. Das Konzept „ageing trouble“ verflechten sie mit der feministischen Praxis des „Flexens“, das für eine aktive Aneignung des öffentlichen Raums und die Zurückweisung einschränkender Zuschreibungen wirbt: Die Performerinnen verschiedener Generationen und schubert-stegemann rütteln dabei an Klischees von Alters- und Geschlechterbildern, die beeinflussen, welche urbanen Räume zugänglich für wen erscheinen. Im Kontext von SHIFTING SPACES, SHIFTING THE MUSEUM stellt Nicola Schubert die Arbeit des Kollektivs anhand von Filmausschnitten aus beiden Projekten vor.

14:30–16:30

Workshop, Niels Kapeller und Rieke Lenz, AG Kritische Geographien globaler Ungleichheiten

Methoden der Raum(re)produktion: eine Einführung in die kritische Kartographie

Wer gestaltet Stadtraum? Wer gestaltet Raum im Museum? Wessen Lebensrealitäten werden dabei mitgedacht? Was bleibt unsichtbar? Karten sind Teil unseres alltäglichen Lebens, sie begegnen uns in analoger und digitaler Form, als Stadtkarte oder DSW21-Plan. Die Stadt, das sind wir alle – die Karten von ihr erstellen allerdings nur wenige. Dabei wird vieles nicht abgebildet, marginalisierte Perspektiven finden keinen Platz, wodurch viele Raumverständnisse verschwiegen und unterdrückt werden. Der Workshop diskutiert Fragen der Raum(re)produktion mit dem Ziel, einen kritischen Zugang zur Kartierung dieser unterdrückten Raumwahrnehmungen zu ermöglichen. Nach einem kurzen theoretischen Input wollen wir gemeinsam zu den Themen Museum und Stadt kritisch kartieren. Rieke Lenz und Niels Kapeller studieren Geographie an der Universität Hamburg und wirken in der Arbeitsgruppe „Kritische Geographien globaler Ungleichheiten“ sowie im „Kollektiv Kartattack“, einem studentischen Kartierungskollektiv, mit.

Beteiligte

Arbeitsgruppe "Kritische Geographien globaler Ungleichheiten"

Die Arbeitsgruppe „Kritische Geographien globaler Ungleichheiten“ (AG KGGU) ist eine akademische Gruppe von Menschen mit diversen Positionierungen, die die Begeisterung eint, geographischen und kritischen Fragestellungen nachzugehen. Ihre Praktiken – Forschen und Diskutieren, Lehren und Lernen – basieren auf Kollektivität, Kooperation und Konsens. Sie wollen kritisch auf Gesellschaft blicken und dabei Transformation denken.

Leyla Ercan (M.A.)

Leyla Ercan (M.A. Anglistik/Amerikanistik, Germanistik und Sozialpsychologie) ist als Kulturmanagerin und -beraterin, Referentin und Lehrbeauftragte tätig. Ihre Schwerpunktthemen sind: Öffnungs- und Changeprozesse, Diversitätsentwicklung, Inklusion, Kritische Kulturelle Praktiken in Kultureinrichtungen, Menschenrechts- und Demokratiebildung, Empowerment für Women of Color. Zuletzt war sie am Niedersächsischen Staatstheater Hannover für die Diversitätsentwicklung in Programm, Publikum, Personal zuständig.

Kollektiv Gruppe Praxis

Das Kollektiv Gruppe Praxis arbeitet seit der Gründung im Jahr 2018 an räumlichen und szenografischen Projekten. Der Schwerpunkt liegt in der inhaltlichen Auseinandersetzung, die in offenen, partizipativen und transdisziplinären Prozessen geschieht. Der Gestaltungsansatz ist prozessorientiert und ortspezifisch. Die Gruppe Praxis setzt sich dabei kritisch mit der Reproduktion von Machtstrukturen und tradierten Grundannahmen auseinander.

Dr. Christopher A. Nixon

Christopher A. Nixon, Dr. phil., ist Philosoph und Komparatist. Seit Januar 2023 vertritt er die Professur für Soziale Ungleichheit und Sozialpolitik an der Hochschule RheinMain. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Technischen Universität Dresden und Kurator für koloniale Vergangenheit und postkoloniale Gegenwart bei der Stiftung Historische Museen Hamburg. Er untersucht, wie sich koloniale Diskurse in musealen und visuellen Repräsentationsregimen, Wissenschaftsdispositiven und Blickordnungen manifestieren. Im Herbst 2023 erscheint seine Dissertation im Passagen Verlag.

Rubimental

Rubimental ist eine DJ aus Bochum, die in ihren Sets das Beste aus Rap, Dancehall, Afrobeats, Amapiano, Future Beats und Global Bass vereint. Dabei lässt sie sich von anderen female DJs inspirieren, insbesondere DJs of Color. Sie hat bereits für Radiosender auf der ganzen Welt gespielt, darunter Foundation FM (Großbritannien), Boxout FM (Indien), WDR Cosmo (Deutschland) und 8th Path Radio (USA). Sie ist Host ihrer eigenen Partyreihe essence im Schlegel Kultur Club.

Kollektiv schubert-stegemann

Das Kollektiv schubert-stegemann arbeitet an der Schnittstelle von Recherche, Text, Performance und Schauspiel. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Stadtraum- und ortsspezifische Audio Performances, in deren Zentrum die Wechselbeziehungen von Geschichte, Architektur und Körper stehen.

Dr. Tazalika M. te Reh

Dr. Tazalika M. te Reh, Architektin und Kulturwissenschaftlerin. Seit über 10 Jahren erforscht sie die Intersektionen von Architektur, Raum und Rassifizierung, speziell im Kontext von Dekolonisierung und Dekarbonisierung. Sie promovierte in Kulturwissenschaften an der TU Dortmund, realisiert Architekturprojekte, arbeitet in der Industrie und unterrichtet Global Citizenship in Österreich. Im Rahmen ihrer akademischen Tätigkeit erhielt sie Stipendien des Salzburg Global Seminar und der Stiftung Mercator. Sie war Gastwissenschaftlerin an der Columbia University und am Schomburg Center for Research in Black Culture.

Claudia Wagner M.A.

Claudia Wagner (M. A., Geschichte/Kunstgeschichte) verantwortet seit Januar 2022 den Bereich Bildung und Vermittlung sowie den STADT_RAUM am Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Nach Stationen an Museen und der Humboldt-Universität zu Berlin leitete sie Kommunikationsabteilungen in Großprojekten der Kultur und Stadtentwicklung. Sie entwickelte Outreach-Programme für das UNESCO-Welterbe Zollverein und konzipierte als Kuratorin für Diversität und neue Vermittlungsformen bei der Stiftung Historische Museen Hamburg gemeinsam mit Christopher A. Nixon die Tagung „Das postkoloniale Museum“ (13.–16.06.2021).

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