Museum für Kunst und Kulturgeschichte
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Kritische Impulse für die museale Praxis

Zukunft Museum

Zu sehen ist das Plakat zur Veranstaltungsreihe Zukunft Museum. Die Schrift ist khakigrün und der Hintergrund pink.
Bild: Büro Zweifel
Bild: Büro Zweifel

Wem gehört das Museum? Wer entscheidet darüber, welche Objekte in Sammlungen aufgenommen und wessen Geschichte(n) und Perspektiven in Ausstellungen gezeigt werden? Wer spricht hier, und wer blickt auf wen? Welche Veränderungen in der musealen Praxis sind erforderlich, damit größere Teile einer diversen Gesellschaft im Museum Zugehörigkeit erfahren wollen und können? Welche Rolle kommt dem Museum, dessen institutionelle Geschichte engstens mit Imperialismus und kolonialer Gewalt verbunden ist, in den aktuellen gesellschaftlichen Debatten, im Eintreten für soziale Gerechtigkeit zu?

Die Veranstaltungsreihe ZUKUNFT MUSEUM widmet sich künstlerischen Positionen, kuratorischen Strategien und Vermittlungspraktiken, die aus postkolonialer und diskriminierungskritischer Perspektive die derzeitige Verfasstheit der Institution Museum infrage stellen und Impulse für ihre Neuausrichtung geben. Kurator*innen, Vermittler*innen, Künstler*innen und Forschende kommen mit wechselnden Moderator*innen und dem Publikum ins Gespräch. Alle, die sich als Nutzer*innen, Besucher*innen und Macher*innen für die Zukunft des Museums interessieren, sind eingeladen mitzudiskutieren.

Eine Fortsetzung der Reihe ist für Herbst 2024 geplant.

Programmflyer herunterladen, 60 KB, PDF

Vergangene Veranstaltungen

6. Juni 2024, 18 Uhr

Duygu Örs: Recht auf Stadt, Recht auf Museum ...?!

Zu sehen ist Duygu Örs im Großformat in Schwarz-Weiß. Der Blick geht Richtung Kamera.
Bild: Duygu Örs
Bild: Duygu Örs

Museen können als Identitätsfabriken betrachtet werden, die Repräsentationen eines bestimmten Kollektivgedächtnisses herstellen, ausstellen, bewahren und vermitteln. Obwohl sie sichtbar in das Stadtgefüge eingeschrieben sind, werden sie nur von einer Minderheit der Bewohner*innen für sich beansprucht. In den letzten Jahren werden unter dem politisch postulierten Vorwand von „institutioneller Öffnung“ und „gesellschaftlicher Teilhabe“ eine Vielzahl von Projekten gefördert. Doch was bewirken sie? Und was verrät das Ermöglichen, Verwehren und Gestalten von Zugängen über das institutionelle Verständnis von Öffentlichkeit? Das Museum mit seinen materiellen und immateriellen Beschaffenheiten bewusst in der Stadt zu verorten, könnte bestehende Ordnungen brechen. Was wäre, wenn wir die Recht-auf-Stadt-Idee als mobilisierenden Organisationsansatz nutzen, um uns konträr zu gegenwärtigen Verwertungslogiken zu positionieren und ein Bewusstsein für ein Recht auf Museum zu bilden?

Moderation:
Prof.in Dr. Renée Tribble, TU Dortmund

Zu sehen ist Renee Tribble mit halb zugewandtem Körper. Sie blickt lächelnd in die Kamera.
Bild: Felix Schmale / TU Dortmund
Renee Tribble
Bild: Felix Schmale / TU Dortmund

Duygu Örs ist Forscherin, Kunstvermittlerin und Kuratorin mit einem Fokus in der Kultur- und Stadtforschung. Seit 2019 leitet sie die Bildungs- und Vermittlungsarbeit der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Am Institut für Soziologie und Kulturorganisation der Leuphana Universität Lüneburg beschäftigt sie sich derzeit mit der Verortung des Museums innerhalb der Recht-auf-Stadt-Bewegung.‍ Sie ist zudem Mitbegründerin des kuratorischen Forschungskollektivs „curating through conflict with care (ccc).

Dr. Renée Tribble ist Professorin für Städtebau, Bauleitplanung und Stadtgestaltungsprozesse an der TU Dortmund. Sie studierte Architektur an der Bauhaus Universität Weimar und promovierte 2021 an der HafenCity Universität Hamburg in Stadtplanung. Als selbständige Planerin, Gründungsmitglied und Gesellschafterin der PlanBude Hamburg und des Projektbüro Hamburg liegt ihr Fokus auf kooperativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklungsprozessen. Sie forscht zu Urbaner Praxis, Kunst und Stadtplanung, partizipativer Quartiers- und Stadtentwicklung sowie kooperativen Planungsprozessen.

15. Mai 2024, 18 Uhr

Patricia Vester: Zur Bedeutung künstlerischer Interventionen und rassismuskritischer Bildungskonzepte

Zu sehen ist Patricia Vester in Großaufnahme. Sie schaut nach links oben.
Bild: Patricia Vester
Bild: Patricia Vester

Was können wir tun, um Geschichte(n) neu zu lesen, Perspektivwechsel zu wagen und achtsam mit den Geschichten Schwarzer Menschen postkolonial umzugehen? Was leisten diesbezüglich künstlerische Interventionen? Welche Rolle spielt eine rassismuskritische Kulturvermittlung? Wie kann – etwa nach dem erfolgreichen Einsatz beim temporären Ausstellungsprojekt – die Verstetigung rassismuskritischer Ansätze gelingen?

Der Vortrag diskutiert diese Fragen anhand aktueller Arbeiten von Patricia Vester. Beispiele sind eine Intervention im Schloss Charlottenburg, Lehrmaterial, Schulworkshops, rassismuskritische Rundgänge und die Publikation „gelebt. Das kurze Leben der Bilillee Ajiamé Machbuba“, die Patricia Vester für die Ausstellung SCHLÖSSER PREUSSEN KOLONIAL der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten entwickelt hat, sowie ihre Beratungstätigkeit für das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) im Zuge der Ausstellung „It’s all about collecting... Expressionismus | Museum | Kolonialismus“.

Moderation:
Carla de Andrade Hurst, ISD-Bund e. V.

Das Bild zeigt Carla de Andrade Hurst lächelnd mit in die Hüften gestemmte Arme vor einer Backstein-Mauer.
Bild: Carla de Andrade Hurst
Bild: Carla de Andrade Hurst

Patricia Vester ist Illustratorin, Vermittlerin und Beraterin. Sie begleitet unter anderem Museen und Universitäten in Prozessen zu (post-)kolonialen Fragestellungen, entwickelt Schulprojekte und leitet Diversity-Trainings. Sie ist Artist in Residence im Projekt „Koloniales Erbe in Thüringen“. Für die Ausstellung SCHLÖSSER PREUSSEN KOLONIAL entwickelte sie rassismuskritische Vermittlungsmaterialien und -formate, eine Intervention und die Publikation „gelebt. Das kurze Leben der Bilillee Ajiamé Machbuba“. Aktuell ist sie in beratender Funktion für das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) tätig.

Carla de Andrade Hurst ist seit 2023 Geschäftsführerin (Inhalt) der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e. V.). Von 2019 bis 2023 hat sie als Diversity-Managerin im 360°-Programm der Kulturstiftung des Bundes am Rautenstrauch-Joest-Museum u. a. die Ausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ begleitet. Zuvor war sie bei der Akademie der Künste der Welt (Köln) und bei medica mondiale e. V. tätig. Sie hat Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert und ist ausgebildete Bühnentänzerin und Dramaturgin für zeitgenössischen Tanz/Tanztheater.

10. April 2024, 18:00 Uhr

Kervin Saint Pere: Das Nachleben des Kolonialismus als dekoloniale Ästhetik

Zu sehen ist Kervin Saint Pere halb zugewandt nach links schauend. Im Hintergrund ist ein Kanal mit Backstein-Häusern zu sehen.
Bild: Rahel grote Lambers
Kervin Saint Pere
Bild: Rahel grote Lambers

Die überwiegende Mehrheit der Museen in Europa konstituiert sich auf der Grundlage ihrer Artefakte, und ihre Ausstellungsprogramme schwanken oft zwischen Eigenlob und Selbstkritik an ihren eigenen Sammlungen. Dabei sind die (post-)kolonialen Kontinuitäten in ihren Räumen nicht nur Teil des materiellen Erbes der Museen, welches unrechtmäßig und in Gewaltkontexten „erworben“ wurde, sondern überleben auch in immateriellen Formen als „Pathosformeln“ des Imaginären des Kolonialismus.

Die Auseinandersetzung und das Verständnis des „Nachleben des Kolonialismus“ kann zu einer zukünftigen kritischen Praxis der Museen beitragen, in der ein kritischer Umgang mit den rassistischen Perspektiven, unter denen insbesondere ethnologische Museen entstanden sind, radikalisiert wird und eine dekoloniale Praxis als ästhetische Erfahrung möglich wird.

Der Vortrag stellt das „Nachleben des Kolonialismus“ anhand von Beispielen aus der dekolonialen künstlerischen Praxis und Forschung von Kervin Saint Pere vor.

Moderation:
Jeanne Mizero Nzakizabandi

Zu sehen ist Jeanne Mizero Nzakizabandi mit auf der Hand aufgestütztem Kopf vor einer weißen Wand. Der Blick geht Richtung Kamera.
Bild: Jeanne Mizero Nzakizabandi
Jeanne Mizero Nzakizabandi
Bild: Jeanne Mizero Nzakizabandi

Kervin Saint Pere (*1991 in Peru) lebt in Berlin. Er arbeitet im Grenzbereich zwischen zeitgenössischer Kunst und Forschung und studierte an der HFBK Hamburg und der Akademie der bildenden Künste Wien. In seiner künstlerischen Praxis öffnet er Bildarchive und reflektiert deren (post-)koloniale Strukturen sowie das soziale Imaginäre, in dem sie existieren, um „counter-archives“ zu entwickeln. Thematisch bewegt sich seine Arbeit zwischen Migration, Repräsentation und dekolonialer Theorie.

Jeanne Mizero Nzakizabandi ist freie Kuratorin, Vermittlerin und Autorin. Sie lebt im Rhein-Main-Gebiet, wo sie Politikwissenschaften und Philosophie im Bachelor und Curatorial Studies im Master studiert hat. Sie strebt eine transdisziplinäre Praxis an, die Kuration und Vermittlung als eng verwoben versteht. Ihre Interessen umfassen post- und dekoloniale Theorien, Schwarze deutsche Geschichte sowie Schwarz-feministische Theoriebildung insbesondere in Bezug auf Körperpolitiken. Sie hat u. a. für das Historische Museum Frankfurt, den Frankfurter Kunstverein und die Bundeskunsthalle in Bonn gearbeitet.

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