Zeitzeichen Dortmund
Achtung: Seuche!
Verordnungen der Reichsstadt Dortmund beim Ausbruch der Roten Ruhr 1750 und 1761.
(StadtA Dortmund, Best. 2/02 Reichsstadt Dortmund: Verordnungen, Nrn. 72 und 99 von 1750 und 1761)
Papier
Maße: 33,8 x 21,4 cm und 32,7 x 20,2 cm
Schon in früheren Jahrhunderten mussten die Regierenden bei dem Ausbruch einer ansteckenden Krankheit in der Stadt und im Umland handeln. Der Dortmunder Rat erließ Verordnungen zur Eindämmung der Epidemie und informierte die Bürgerschaft darüber mittels Ausrufen und Anschlägen.
Zwei Entwürfe zu solchen gedruckten Verordnungen haben sich, mit schneller Feder geschrieben und mit Nachträgen und Streichungen durchsetzt, im Stadtarchiv erhalten:
Am 1. Oktober 1750 wurde vor der gefürchteten "Roten Ruhr" gewarnt, die sich besonders in der umliegenden Grafschaft Dortmund, aber auch schon in der Stadt selbst zeigte und am 12. September 1761 wurde der erneute Ausbruch der Roten Ruhr bekanntgegeben.
Bei der Roten Ruhr handelte es sich um eine bakterielle blutige Durchfallerkrankung (Dysenterie), die sich aufgrund mangelnder Hygiene und verunreinigten Wassers verbreiten konnte. Auch nach überstandener Erkrankung schieden die Betroffenen noch längere Zeit Erreger aus, so dass sich die Epidemie über Monate steigern konnte. Durch die starke Dehydrierung infolge der Krankheit kam es zu hoher Sterblichkeit besonders unter Kindern.
Die Verordnungen weisen die Bürger und Einwohner an, ihre Erkrankung nicht zu verheimlichen, sondern sich Hilfe und Medizin bei den Dortmunder Ärzten zu holen. Es wird in beiden Texten ausdrücklich davor gewarnt, sich irgendwelcher Mittelchen zu bedienen, "welche öfters gefährlicher sind als die Krankheit selbst", ja "höchstschädlich und von der Arzneiwissenschaft unerfahrenen Leuten" hergestellt worden sind.
Aus der noch mittelalterlichen Tradition der städtischen Armenfürsorge heraus wenden sich beide Verordnungen an die Armen, die "gering- und unvermögenden Leute", welche die "Doktoren der Medizin" und deren "ordentliche Arznei" nicht bezahlen können: Damit nicht "viele hilflos dafür sterben" müssen, werden sämtliche Kosten für den Arztbesuch und die Medikamente aus der Stadtkasse ("ex publico") bezahlt, wenn die "wirklich Armen sich nur melden".
Henrike Bolte
Informationen aus dem Stadtarchiv der Stadt Dortmund zum Thema "Hansetag virtuell und historisch"
Informationen über die Stadtgeschichte der Stadt Dortmund zur Zeit der Reformation und des 30-jährigen Krieges während des 16. und 17. Jahrhunderts.
Eine Übersicht zur Kurt Phiel, er zählt als Ikone des Jugendprotests gegen die Nationalsozialisten in der Stadt Dortmund.
Informationen über die Dortmunder Stadtgeschichte zur Zeit des Strukturwandels in den Jahren 1950 bis 2002.
Informationen über die Dortmunder Stadtgeschichte von der Zeit um 800 bis ins 11 Jahrhundert.
Archäologie und Bodendenkmalpflege in Dortmund: Erfahren Sie mehr über Bodendenkmäler, Fundmeldungen, Erlaubnisse und den Schutz kulturellen Erbes.
Informationen zum Stand der aktuellen Umbaumaßnahmen der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.
Eine Übersicht zu einzelnen Objekte aus der Gedenkstätte Steinwache in Dortmund.
Informationen zu den Beständen des Stadtarchivs der Stadt Dortmund
Informationen aus dem Stadtarchiv der Stadt Dortmund über das Thema "Impfkampagne".
Eine Filmreihe: Das jüdische Dortmund im Nationalsozialismus.
Informationen zur Dortmunder Stadtgeschichte in der Entwicklung von der Ackerbürgerstadt im 18. Jahrhundert bis hin zur Industriestadt im 19. Jahrhundert.
Informationen über die Straße Freistuhl in der Stadt Dortmund, die eine Verbindung vom Königswall zur Kampstraße bildet.
Informationen über die gesamte Historie der Stadtbahn in der Stadt Dortmund
Informationen zum Denkmalbereich Werkssiedlung Oberdorstfeld