Geoinformation
Auf Grund zunehmender Anforderung aus der Verwaltung, insbesondere aus den Bereichen der Planungsverwaltung und der Wirtschaftsförderung, wurde ein flächendeckendes 3D-Stadtmodell durch das Vermessungs- und Katasteramt aufgebaut. Das virtuelle Stadtmodell beinhaltet über 200.000 amtlich nachgewiesene Gebäude und wird regelmäßig aktualisiert.
Die Visualisierung komplexer Zusammenhänge bietet sowohl den Spezialisten als auch den fachfremden Beteiligten wertvolle Entscheidungshilfen. Dem Nutzer wird möglich, sich interaktiv in den Straßen zu bewegen und die Stadt aus verschiedenen Perspektiven beispielsweise der eines Fußgängers oder eines Flugzeugpiloten zu erleben. Aussehen und Wirkung geplanter Gebäude im Zusammenhang mit bereits vorhandener Bebauung sind realitätsnah und plastischer als in zweidimensionalen Plänen dargestellt.
Ein individuell gesteuerter virtueller Rundgang durch die computergenerierte Stadt kann zudem Vor- und Nachteile von Planungsvarianten verdeutlichen und unterstützt die Entscheidungsfindung in den meist umfangreichen Abstimmungsprozessen wesentlich. 3D-Stadtmodelle eignen sich daher auch besonders gut, die Bewohner einer Stadt im Rahmen von Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung an der städtebaulichen Entwicklung teilhaben zu lassen.
Inhalt und Datenquellen des flächendeckenden 3D-Stadtmodells:
- Grundrissdaten von über 200.000 Gebäuden aus dem Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem
- 5-Meter Höhenraster als Grundlage für die Geländestruktur aus Laserscandaten
- Geländetexturen aus Luftbildern oder der Amtlichen Basiskarte (ABK)
- Gebäudehöhen und Dachformen aus Laserscandaten (Level of Detail 2 = LoD2)
- Fassadentexturen aus Schrägluftbildern (Level of Detail 3 = LoD3)
- ca. 40.000 standardisierte Bäume
Für die Modellierung der 3D-Gebäudemodelle LoD2 und LoD3 werden vollautomatisierte Verfahren und vorhandenes Datenmaterial verwendet. Als Datengrundlage werden Höheninformationen aus dem flugzeuggestützten Laserscanning, Senkrecht- und Schrägluftbilder verwendet.
Zur Ableitung der Dachform des LoD2 wird ermittelt, welche Standarddachform am besten zu der Messpunktwolke passt. Es wird die Dachform als optimal angesehen, auf der die meisten Messpunkte liegen. Dadurch konnte für mehr als 80% der Gebäude die korrekte Dachform automatisiert ermittelt werden. Sofern nur eine geringe Messpunktanzahl durch die Dachform repräsentiert wird oder nur wenige Messpunkte vorliegen, kommt es zu fehlerhaften Auswertungen. Je komplexer die Dachform, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Fehlinterpretation. Davon sind insbesondere Kirchenbauwerke betroffen. In diesen Fällen werden zusätzlich digitale Stereobilder für die Dachformerkennung herangezogen und sukzessive durch stereoskopische Auswertung korrigiert.
Die Texturierung der Gebäude aus Schrägluftbildern findet ebenfalls in einem vollautomatischen Prozess statt. Falls die Ableitung der Dachform fehlerhaft war, ist die Texturierung für LoD3 auch fehlerhaft und wird manuell nachgearbeitet.
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