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Straßennamen im öffentlichen Raum

Brückstraße

Die Brückstraße ist eine der ältesten und bedeutendsten Straßen Dortmunds. Sie verläuft heute vom Königswall im Norden in Richtung Süden, wo sie zuerst die Kampstraße kreuzt und schließlich am Westenhellweg endet.

Der Name

Die heutige Brückstraße wurde schon im Jahr 1298 als "in vico pontis iuxta carnifices“ (lat. für "in der Brückstraße neben den Fleischbänken“) erwähnt.
Die deutsche Namensform Brugstrate erscheint im 14. Jahrhundert (1516) und verändert sich auch in der Folgezeit von Bruegestrate, Brüggestrate, Brüggestraße, Bruchstraße in zuletzt Brückstraße.

Herkunft des Namens

Zur Herkunft des Namens gibt es keine genauen Quellen. Es haben sich jedoch drei Ansätze als am wahrscheinlichsten herauskristallisiert.
Die erste und älteste Erklärung geht davon aus, dass der Name der Brückstraße sich auf eine ehemalige große Brücke bezieht, welche aus dem historischen Stadtkern zur legendären, bis heute nicht nachgewiesenen Königsburg führte.

Der zweite Ansatz geht davon aus, dass sich der Name auf eine tatsächliche Brücke, die "vicus pontis“, im Bereich der heutigen Brückstraße bezieht. Zu Zeiten der Erstbesiedlung war dieses Gebiet nämlich noch von zahlreichen Zuflüssen der Emscher durchdrungen, welche erst nach für nach mittels Pfählen und großen Steinplatten befestigt wurden. Daher rührt auch der frühere Name eines Teilstücks "an der Bredensteene“, welcher auf diese Steinplatten verweist.

Der dritte und jüngste Ansatz geht hingegen davon aus, dass sich der Straßenname gar nicht auf eine tatsächlich existierende Brücke bezog. Vielmehr verweise er eigentlich auf die Burg, den befestigten Teil der mittelalterlichen Stadt. Aus Burgstraße wurde im Laufe der Jahre durch Überlieferungsfehler Brugstraße, woraus dann schlussendlich der heutige Name entstand.

Geschichte

9. Jahrhundert:

Die Brückstraße bildete schon im 9. Jahrhundert durch ihre günstige Lage als Kreuzung zwischen Hellweg und einem großen Handelsweg in Nord-Süd Richtung die Hauptverkehrsstraße für die noch junge Siedlung Dortmund.

12.-13. Jahrhundert:

Im Hochmittelalter wandelte sich die Straße immer mehr zum geschäftlichen Mittelpunkt der Stadt. Der bisher dort abgehaltene Straßenmarkt rückte aus Platzgründen auf den neuen Marktplatz im Süden, heute als Alter Markt bekannt.

14.-16. Jahrhundert:

Zunehmende Bebauungen resultieren in immer enger werdenden Gassen. Die Brückstraße bietet zu dieser Zeit hauptsächlich einfachen Handwerkern und armen Bürgern Quartier. Im Zuge der Pestepidemie ist die Brückstraße am stärksten betroffen (rund 1000 Tote im Jahr 1513).

17.-19. Jahrhundert:

Die Brückstraße ist eine Hauptverkehrsstraße in Dortmund. Es siedeln sich zunehmend Schänken und Gasthöfe an. Durch die Eröffnung des Dortmunder Bahnhofs im Jahr 1847 und die beginnende Industrialisierung wandelte sich Dortmund zur Großstadt. Die Brückstraße war quasi das Tor für Neuankömmlinge in der Stadt. In der Folge boomte der Bau von Hotels, teilweise mit luxuriöser Ausstattung.

Ab 1900:

Die Verdrängung der "klassischen“, handwerklichen Geschäfte aufgrund des Übergangs in eine zunehmend bürgerliche Gesellschaft, machte sich nach 1900 vor allem in der Brückstraße bemerkbar. Neben Läden, die Luxusgüter anboten, waren es Theater, Varietés und vor allem die neu aufkommenden Kinos. Alleine auf der Brückstraße befanden sich bis zum ersten Weltkrieg fünf von vierzehn Kinos im gesamten Stadtgebiet. Das Brückstraßenviertel wurde zunehmend zur Vergnügungsmeile.

Bild: Stadt Dortmund
Die Brückstraße 1907, eine belebte Innenstadtsituation, viele Geschäfte, Fußgänger und Kutschen sind zu sehen
Bild: Stadt Dortmund

Durch die verheerenden Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg auf Dortmund wurde die Brückstraße nahezu komplett zerstört. Sie wurde jedoch im altbekannten Stil schnell wieder aufgebaut. Anfang der 1970er Jahre ging man dort tagsüber durch eine luxuriöse Shoppingmeile und abends durch den bebenden Mittelpunkt des Dortmunder Nachtlebens. Ende 1970 wurde die Brückstraße zur Fußgängerzone umgebaut.
Durch zunehmende Ansiedlung von billigen Imbissständen und zwielichtigen Kneipen in den 1980er Jahren sank das Ansehen der Straße zunehmend. Durch Verdrängung der bisherigen Szene am Steinplatz wurde die Brückstraße nun zum Drogenumschlagsplatz und Rotlichtviertel. Mitte der 1990er Jahre entschieden Politik und Verwaltung, die Straße umfassend zu sanieren, wozu auch der Neubau des Konzerthauses im Jahr 2002 beigetragen hat.

Wissenswertes

Bis zum Jahr 1320 war die Brückstraße der einzige Weg in Dortmund, der bereits "vicus“, also Straße genannt wurde.
Chronologisch gesehen war die Brückstraße der erste Markt in Dortmund, jedoch nur in Form eines offenen Straßenmarktes.
Im 15. Jahrhundert ging der Mythos von einem Geisteresel bei den Bewohnern der Straße um. In der Folge wurde zahlreiche Gaststätten und Lokale nach diesem Esel benannt.

Kunst im öffentlichen Raum

Die Skulptur "Eisernes Nashorn mit Flügeln“ von John A. Tobler aus dem Jahr 2002 befindet sich auf dem Balkon des Konzerthauses. Die 2,10 Meter hohe Plastik bildet das Wappentier des Konzerthauses ab. Das Nashorn qualifizierte sich dafür aufgrund seines guten Gehörs. Trotz der vielen "DO-Rhinos“ in der Stadt, ist dieses das einzige, welches komplett aus Eisenschrott geschaffen wurde. Tobler wurde 1946 in Zürich geboren. Er arbeitet unter anderem als Architekt und Musiker.
Am Eingang des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte stehen eine Männer- und eine Frauengestalt aus Kalkstein, beziehungsweise aus Muschelkalk. Friedrich Bagolons erschuf die Figuren 1923. Sie stehen für Leid und Hoffnung und bringen die unruhige Zeit nach dem ersten Weltkrieg zum Ausdruck.

Stadt Dortmund - Tiefbauamt

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Königswall 14
44137 Dortmund

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