Klimaschutz und Klimafolgenanpassung
EU-Förderprojekt "Turn the Tables"
Das europaweite Projekt setzt sich für eine ökologische und faire öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln ein.
Die Stadt Dortmund übernahm im September 2024 die Projektleitung des internationalen EU-geförderten Projekts „Turn the Tables: Towards (TTT) a just, green, and innovative food procurement“ (deutsch: „Dreh den Spieß um: Auf dem Weg zu einer gerechten, grünen und innovativen Lebensmittelbeschaffung“). Das Vorhaben verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Lebensmittelbeschaffung mit den Qualitätsmerkmalen ökologisch, fair gehandelt, regional, saisonal und pflanzenbasiert in den Partner*innenländern voranzutreiben.
Ein Konsortium aus Stadtverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland, Polen, Rumänien, Ungarn und Italien unterstützt hierbei tatkräftig. Gemeinsam setzen die Partner*innen konkrete Maßnahmen in den Bereichen nachhaltige öffentliche Lebensmittelbeschaffung, Reduzierung von Lebensmittelabfällen und Stärkung der lokalen Nahversorgung um. In Dortmund wird TTT in enger Zusammenarbeit zwischen dem
Im Mittelpunkt stehen lokale Projekte, die beispielsweise gesundheitsfördernde, nachhaltige Ansätze in der Beschaffung erproben, etablieren und ausbauen. Ergänzend dazu richtet sich eine europaweite Kampagne an junge Bürger*innen, um nach dem Motto „Global denken – lokal handeln“ Bewusstsein für die Zusammenhänge im Ernährungssystem zu schaffen und zur aktiven Mitgestaltung anzuregen.
Wie lange läuft das Projekt?
3 Jahre (September 2024 bis August 2027)
Wer ist Fördermittelgeber?
Das Projekt wird finanziert durch das DEAR Programme (Development Education and Awareness Raising, deutsch: Entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit) der Europäischen Union.
Wer ist Teil des internationalen Konsortiums?
- Stadt Dortmund (Deutschland)
- Romero Initiative (Deutschland)
- Comune di Bergamo (Italien)
- MANI TESE (Italien)
- Buy Responsible Foundation (Polen)
- Agentja Metropolitana Brasov (Rumänien)
- Clujul Sustenabil (Rumänien)
- Primara si consiliul local Cluj-Napoca (Rumänien)
- TVE Association of Conscious Consumers (Ungarn)
- Zugló Budapest XIV. kerülete (Ungarn)
Nachhaltige öffentliche Lebensmittelbeschaffung fördert Ernährungswende
Nachhaltige öffentliche Lebensmittelbeschaffung bedeutet, dass beim städtischen Einkauf gezielt nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden. Ziel ist es, Umweltauswirkungen zu reduzieren, faire Produktionsbedingungen zu fördern, die regionale Wirtschaft zu stärken und die Gesundheit zu fördern.
Gut für die Umwelt: Die Förderung eines regionalen, nachhaltigen Ernährungssystems hat positive Effekte für Klima und Umwelt. Ökologischer Anbau verbraucht weniger Energie, Treibhausgase im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft und verbessert Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität und Biodiversität. Saisonale Lebensmittel brauchen keine energieintensiven Gewächshäuser. Kurze Transportwege regionaler Lebensmittel reduzieren CO₂-Emissionen und stärken die regionale Wertschöpfung. Auch eine artgerechte Tierhaltung ist in der ökologischen Landwirtschaft ein zentrales Anliegen.
Gut für die Menschen: Eine Ernährungsweise, die auf ökologisch, regional, saisonal und fair produzierte Lebensmittel mit geringem Verarbeitungsgrad und überwiegend auf pflanzliche Lebensmittel setzt, kann das Wohlbefinden steigern und die Gesundheit fördern. Gleichzeitig setzt der Faire Handel Standards und Prinzipien, die sicherstellen sollen, dass Produzent*innen in Ländern des Globalen Südens faire Preise für ihre Produkte (z.B. Tee, Kaffee, Bananen) erhalten, bessere Arbeitsbedingungen haben und ihre Lebensumstände verbessert werden. So gibt es beispielsweise langfristige Abnahmeverträge mit den Produzent*innen und Kinderarbeit wird entgegengewirkt.
Nachhaltige Lebensmittel in Dortmunder Schulen, Kitas und Jugendfreizeitstätten
Die Außer-Haus-Verpflegung (z.B. Schulen, Kindertagesstätten oder Jugendfreizeitstätten) eignet sich gut, um den Absatzmarkt nachhaltiger Produkte zu stärken. Gleichzeitig kann sie vielen Menschen den Zugang zu gutem Essen ermöglichen. Denn in Großküchen und in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung werden Lebensmittel in großen Mengen eingekauft und verarbeitet. Die Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten zum Beispiel schafft einen Anreiz für Landwirt*innen in Dortmund und in der Region, mehr Bio-Flächen zu bewirtschaften – und damit zum bundesweiten Ziel beizutragen, bis zum Jahr 2030 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch zu bewirtschaften. So entstehen in Dortmund und Umgebung klimafreundliche und gesunde Ernährungssysteme – zum Nutzen von Umwelt und Stadtgesellschaft.
Einblicke in das Projekt
Future Food Lab
Beim "Future Food Lab" im Dortmunder U haben am 22. Mai 2025 junge Schüler*innen und Studierende kreative Ideen für eine europaweite Sensibilisierungskampagne entwickelt. In interaktiven Workshops setzten sie sich mit Themen wie klimafreundlicher Ernährung, Lebensmittelverschwendung und globaler Gerechtigkeit auseinander. Ziel war es, kreative Kampagnenansätze zu erarbeiten, die das Bewusstsein für eine nachhaltige Ernährungswende stärken. Die Teilnehmenden erhielten für ihr Engagement ein Zertifikat und die Ergebnisse des Workshops fließen in die Entwicklung der europaweiten Kampagne von „Turn the Tables“ ein. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den Vereinen Romero Initiative und Klimabildung im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der TU Dortmund und FH Dortmund statt. Weitere Informationen sind
Gesunde und nachhaltige Marktfrühstücke für Kinder und Jugendliche
Das Projekt bringt regionale und gesunde Ernährung in die Überbrückungsangebote
Dortmund tischt auf: Beratungsangebot für Produktionsküchen
Im Rahmen des Projekts werden Produktionsküchen (z.B. Caterer) der Dortmunder Kita- und Schulverpflegung gezielt zu ernährungsbasierten Nachhaltigkeitsthemen beraten und begleitet. Ziel ist es, die Qualität der täglichen Mahlzeiten in den Einrichtungen nachhaltig zu steigern – mit besonderem Fokus auf den Offenen Ganztag in Grund- und Förderschulen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Bio-Produkten, fair gehandelten sowie regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Gleichzeitig wird eine stärkere klimafreundliche und pflanzenbasierte Ausrichtung der Speiseangeboten angestrebt, gemäß des
DOtoffel - Die Dortmunder Kartoffel als Beispiel bio-regionaler Lebensmittelbeschaffung
Das Projekt setzt auf eine Verbesserung der städtischen Rahmenbedingungen, um die Beschaffung von bio-regionalen Lebensmitteln gezielt zu fördern. Ziel ist es, den Anteil nachhaltiger Produkte in der Dortmunder Gemeinschaftsverpflegung kontinuierlich zu erhöhen. Bereits 38 Kitaeinrichtungen vom städtischen Kitaträger FABIDO beziehen über den städtischen Bio-Lebensmittelrahmenvertragspartner Werkhof GmbH, der lokal in Dortmund ansässig ist, die sogenannten DOtoffeln: Kartoffeln aus regionalem Bio-Anbau – direkt von Dortmunder Flächen. Auch die Weiterverarbeitung wird derzeit regional ausgebaut: Die Verarbeitungsschritte, insbesondere das Schälen der Kartoffeln in Dortmund, werden gemeinsam mit dem Projekt „FoodConnectRuhr“ aufgebaut und langfristig vor Ort verankert. Weitere Informationen sind
Kita & Solidarische Landwirtschaft: Gemeinsam säen, ernten, essen
In dem Pilotprojekt beziehen zwei FABIDO-Kindertagesstätten aus Aktionsräumen Bio-Gemüse aus der Solidarischen Landwirtschaft
Weltacker
Der Weltacker in Dortmund ist ein Lern- und Dialogort auf dem Schultenhof in Hombruch, der globale Landwirtschaft auf anschauliche Weise vor Ort erlebbar macht. Auf einer symbolischen Fläche von 2.000 m² wird gezeigt, wie sich der weltweite Ackerbau auf Lebensmittel, Futtermittel und Energiepflanzen verteilt und welche Auswirkungen unser Konsum auf die knappe Ressource Fläche hat. Im Rahmen eines begleitenden Bildungsprogramms lernen insbesondere Kinder und Jugendliche über den Lebensmittelanbau sowie globale und lokale Herausforderungen des Ernährungssystems und wirken durch Kochaktionen vor Ort direkt mit. Ziel ist es, ein praktisches Bewusstsein für nachhaltige Ernährung zu schaffen und Räume für gemeinsames Lernen und Handeln zu eröffnen. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Ernährungsrat Dortmund Region e.V. umgesetzt. Weitere Informationen sind
Klimawandel in Dortmund: Extremwetter und ihre Folgen. Notwendigkeit schneller Maßnahmen für die Stadt und ihre Bürger.
Klimaschutz & erneuerbare Energien
Erfahren Sie mehr zum Energienutzungsplan als Grundlage für eine stadtweite Strategie zur Energiewende. Fragen & Antworten zum Thema – hier.
Informationen zu den Ausstellungen im Naturmuseum Dortmund.
Informationen rund um das Projekt: FairBleiben, zur Erfüllung des achten Ziels: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum.
Zwei Wettbewerbe für Jung und Alt, sich für die Natur und Umwelt zu engagieren: Dortmunder Umweltpreis und Ameisenfonds. Hier mehr erfahren.
bostan (kurdisch: Gemüsegarten) ist ein Nachbarschaftsgarten im Klinikviertel.
Die Stadterneuerung Westerfilde & Bodelschwingh mit insgesamt 220 Hektar. Einfamilienhäuser eingebettet in viel Grün.
Der Wettbewerb "UmweltBewussteSchule" fördert nachhaltiges Energiesparen und Umweltbewusstsein bei Schülern und Lehrern.
Das Grünflächenamt beteiligt sich an "Ökoprofit 2018", einem ganzheitlichen Umweltschutz-Beratungsprogramm, das bereits 1998 ins Leben gerufen wurde.
Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind zentrale Gebiete für eine nachhaltige Stadtplanung.
Informationen rund um das Projekt: DASA Arbeitswelt Ausstellung, zur Erfüllung des vierten Ziels: Hochwertige Bildung.
1.200+ City-Bike-Stellplätze: Förderprojekt Emissionsfreie Innenstadt schafft sichere, zentrale Abstellmöglichkeiten. Erfahren Sie mehr!
LKW-Entlastungszone Dortmund seit 2006: Schwerlastverkehr nur für Lieferungen erlaubt. Reduziert Feinstaub und verbessert Verkehrssicherheit.
Luftschadstoff NO2 und Immissionsschutzgesetze: Gesundheitsrisiken und Vertragsverletzungsverfahren in Deutschland. Informieren Sie sich hier.
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