Willy-Brandt-Platz

Tiefbauamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Jonas Lang

Willy-Brandt-Platz

Im östlichen Bereich der Innenstadt liegt zu Füßen der Reinoldikirche der Willy-Brandt-Platz. Umfasst von den Straßen Ostenhellweg, Brüderweg, Kuckelke und Friedhof ist dies ein zentraler Platz in der Dortmunder Innenstadt. Der Platz öffnet sich mit dem Europabrunnen zur Kleppingstraße.

Willy-Brandt-Platz

Blick über den Willy-Brandt-Platz aus Richtung des Hellwegs
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Marcel Armonat

Allgemeines

Die Benennung der Fläche in Willy-Brandt-Platz erfolgte 1993. Willy Brandt, ehemals regierender Bürgermeister von Berlin, Bundesaußenminister, Vizekanzler und vierter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen Nachkriegszeit.
Aus einfachen Verhältnissen stammend, charismatisch wie auch umstritten erhielt er für seine Entspannungspolitik im konfrontativen Klima des Kalten Krieges 1971 den Friedensnobelpreis.
In seiner Regierungszeit wurde der Warschauer Vertrag unterzeichnet, welcher maßgeblich den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebnete.

Kurzbiographie

Willy Brandt wurde am 18. Dezember in Lübeck geboren. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 emigrierte er nach Norwegen. Dort, wie auch später in Schweden, ging er einer journalistischen Tätigkeit nach. 1947 erfolgte seine Wiedereinbürgerung in Deutschland, nur zwei Jahre später wurde er Mitglied des deutschen Bundestages. Nachfolgend hatte er ab 1957 das Amt des regierenden Bürgermeisters von Berlin inne. Im Zeitraum von 1964 bis 1987 war Brandt schließlich Parteivorsitzender der SPD und wurde im Jahre 1969 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Rücktritt am 6. Mai 1974 inne. Während seiner Amtszeit erhielt er für seine Verdienste 1971 den Friedensnobelpreis. Brandt verstarb am 8. Oktober 1992 in Unkel.
Besuch der Schachanlage "Minister Stein“ in Dortmund-Eving
Am 1. März 1973 besuchte Willy Brandt auf Einladung der IGBE die Dortmunder Schachtanlage Minister Stein der Ruhrkohle AG in Dortmund-Eving. Vorausgegangen war seinerzeit die Ölpreiskrise des Jahres 1973. Das Interesse der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie war somit darauf forciert die Rolle des deutschen Steinkohlebergbaus zur Unterstützung der nationalen Energieversorgung zu betonen. Ein umfangreiches Programm sollte an diesem Tag sicherstellen, dass Willy Brandt einen unterstützenden und vielfältigen Eindruck vom Bergbau im Ruhrgebiet erlangen konnte. Willy Brandt flog an diesem Tag bei guten Wettervoraussetzungen mit einem Hubschrauber an und traf gegen 10.00 Uhr ein. Viele Dortmunder Bürger und Journalisten hatten sich vor dem Zechentor eingefunden und verfolgten die Begrüßung Willy Brandts durch den IBGE- und RAG Vorstand sowie durch den Betriebsrat. Der Betriebsrat ging dabei vielfach auf die zurückliegenden Jahre der Bergbaukrise ein und betonte die Bedeutung des Bergbaus für die Beschäftigten und die Energiepolitik. Weiterhin führte Willy Brandt an diesem Tag Gespräche mit der Unternehmensleitung und nahm an einer Grubenfahrt teil. Schlussendlicher Höhepunkt des Kanzlerbesuches war die Belegschaftsversammlung, welche vor knapp 2.000 Bergleuten geführt wurde und in derer Willy Brandt auf die Nöte und Sorgen der Arbeitnehmer auf die ungewisse Zukunft Ihres Arbeitsplatzes einging.

Willy-Brandt-Platz früher nördlicher Teil der Kleppingstraße

Willy-Brandt-Platz, früher nördlicher Teil der Kleppingstraße
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Stadtarchiv

Historie

Bis in das Jahr 2008 befuhr eine überirdische Straßenbahnlinie den Platz. Mit der Fertigstellung der unterirdischen Stadtbahnlinie erfolgte auch eine Neugestaltung des Platzes. So steht dort heute als ein markantes Bauwerk eine mit Glaselementen versehene Stahlpylone, welche oberhalb des Eingangs zur U-Bahn Haltestelle liegt.

Gestaltung der U-Bahn Station Reinoldikirche

Gestaltung der U-Bahn Station Reinoldikirche
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Museum Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum

Georg Meissner und Helga Regenstein gestalteten in den 1990er Jahren die U-Bahn-Station Reinoldikirche. Insgesamt wurden über 300 m2 Wandfläche auf zwei Ebenen mit ockerfarbenem Sandstein und Emaille auf Stahlblech gestaltet. Die Thematik richtete sich dabei nach der Reinoldikirche, dem heiligen Reinoldus und gotischen Architekturelementen.