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Dortmund nebenan

Aplerbeck im Portrait: Vom Wasserschloss Haus Rodenberg bis zum Mittelpunkt NRWs

Im Süden Dortmunds gelegen ist Aplerbeck über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wer hierhin zieht, bleibt meist auch.

Aplerbeck – damit assoziieren viele die grüne Umgebung und das Haus Rodenberg, ein Wasserschloss aus dem 13. Jahrhundert und ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen innerhalb und außerhalb der Ortschaft. Im Südosten Dortmunds gelegen ist Aplerbeck ein Ort mit langer Geschichte, eingebettet in einen grünen Gürtel. Neben vielen Ausflugszielen macht auch die gute Anbindung den Stadtteil attraktiv. Es zieht viele Dortmunder*innen hierher – und oft nicht mehr weg.

Dörfliche Umgebung im Großstadt-Gürtel

Dortmunder Erlebnisort: Wasserschloss Rodenberg
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Dortmunder Erlebnisort: Wasserschloss Rodenberg
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Der Stadtteil, der am südöstlichen Rande Dortmunds gelegen ist, hat für die Einwohner*innen einen Vorteil: Sie sind Teil einer Großstadt, leben aber eher den dörflichen Charakter. „Wenn hier ein Gerücht umgeht, dann spricht sich dieses auch schnell herum“, erklärt Bezirksbürgermeister Dr. Jan Hendrik Gravert die Mentalität der Aplerbecker*innen. „Man merkt es auch an der Ausdrucksweise. Hier sagt man ‚Ich fahr in die Stadt‘, und meint damit die City Dortmunds. ‚Ich fahr ins Dorf‘ steht dagegen für die Innenstadt Aplerbecks.

In Aplerbeck stehen auch erstaunlich viele Ein- bis Zweifamilienhäuser. Wer hierhin zieht, bleibt meistens auch: Überdurchschnittliche Wohndauer und unterdurchschnittlicher Leerstand sprechen eine klare Sprache. Es ist der auch der „älteste Stadtbezirk“ – nirgends in Dortmund ist das Durchschnittsalter der Bürger*innen höher. „Deswegen haben wir auch viele Angebote für Senior*innen“, so Dr. Gravert. Das Seniorenbüro am Aplerbecker Marktplatz informiert zu allen Fragen „rund ums Älterwerden“. Aber nicht nur die älteren Einwohner*innen hat Aplerbeck im Blick. Viele Schulen, ob Grundschulen, Förderschulen oder weiterführende Schulen, hat der Ortsteil zu bieten.

Aplerbecks Geschichte

Der Stadtteil Aplerbeck ist schon sehr alt: Erstmals fand der Ort Erwähnung in einer Stiftungsurkunde im Jahr 899 unter dem Namen Afaldrabechi. Bis heute hat sich Aplerbeck zu einem lebenswerten Wohnort entwickelt, in dem über 50.000 Dortmunder*innen ihr Zuhause gefunden haben. Der im Südosten gelegene Stadtteil hat sechs Vororte im Stadtbezirk: im Osten Sölde, Sölderholz und Lichtendorf, im Süden die Aplerbecker Mark und im Westen Berghofen und Schüren. Die Emscher durchfließt den Stadtteil und speist viele Bäche. Wer seinen Ortsteil einmal geschichtlich erkunden will, sollte Halt machen an der Georgskirche in der Ruinenstraße. Die dortige Kreuzbasilika ist einzigartig in Dortmund und eine der ältesten Kirchen hier.

Zu sehen ist der Trausaal im Amtshaus Aplerbeck. Es stehen Stühle in mehreren Reihen an der linken und rechten Fensterseite, die Stühle sind rubinrot gepolstert. Die Fenster sind Buntglasfenster und von rosa Gardinen umrandet.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger
Attraktiv für alle, die sich „trauen“: Der Saal im Amtshaus Aplerbeck. Hier werden neben dem Standesamt am Friedensplatz die zweitmeisten Ehen geschlossen.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger

Im Amtshaus wird auch gerne geheiratet: „Neben dem Standesamt am Friedensplatz werden hier die zweitmeisten Ehen geschlossen“, erklärt Bezirksbürgermeister Jan Hendrik Gravert von der SPD. Die Amtsstube im Amtshaus sei sehr beliebt bei Hochzeitspaaren – der Sitzungssaal des Rates wird regelmäßig als Trauzimmer genutzt.

Das Amtshaus entstand aus einem nicht so romantischen Grund: Man brauchte damals Gefängnisräume, in Aplerbeck gab es lediglich eine Wachstelle. So begann 1851 der erste Bauabschnitt, der zweite startete 1874. Amtsbaumeister Willhelm Stricker erweiterte von 1906 bis 1907 das Gebäude, da Aplerbeck wuchs und mehr Platz brauchte. Besonders stach daraufhin die kunstvoll eingerichtete Amtsstube heraus: Die zum Marktplatz zugewandten Amtsstuben-Fenster bestehen bis heute aus dreizehn Bleiverglasungen aus der Werkstatt von Ferdinand Müller. Zu sehen sind die Zunftsymbole handwerklicher Berufe. Die acht Fenster in südlicher Richtung zeigen eine Torarchitektur eingerahmt von blühenden Bäumen.

Grün und urban

Ein Schild im Grünen weist auf den Bikepark in Aplerbeck hin.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger
Der Bikepark in Aplerbeck bietet viele tolle Lines für geübte und ungeübte Fahrer*innen an.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger

Aplerbeck hat nicht nur eine lange Geschichte vorzuweisen, der Ortsteil steht für Urbanität, für den Spagat zwischen grüner und städtischer Umgebung und der Möglichkeit vieler Freizeitziele. Ob Skatepark oder Mountainbike-Trails – für jede Aktivität ist etwas dabei. Die Kleinsten toben auf den vielen Spielplätzen wie zum Beispiel in der Werrastraße, prüfen ihre Skills im Skatepark auf der Schweizer Allee oder auf dem Mountainbike-Trail in der Benedikterstraße.

Wer lieber in der Natur unterwegs ist, der kann beispielsweise im Aplerbecker Wald ausgiebige Spaziergänge machen. Das 111,4 Hektar große Naturschutzgebiet wurde im September 2005 unter Schutz gestellt. Vogelbeobachter*innen als auch Reptilienfreund*innen kommen auf ihre Kosten, wenn sie eine Waldohreule sichten oder einen Feuersalamander entdecken.

Eine weitere Besonderheit in Aplerbeck ist das Kunstwerk namens „Kokon“. Es wurde in der Gurlittstraße aufgestellt und repräsentiert den geographischen Mittelpunkt Nordrhein-Westfalens. Das Kunstwerk wurde von der Künstlerin Christine Böse im Jahr 2019 geschaffen.

Vereinsleben sorgt für ein gesundes Miteinander

Der Eingang des Hallenbad Aplerbeck.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger
Das Hallenbad ist beliebt bei den Aplerbeckern und darüber hinaus. Zudem wird es von vielen Vereinen genutzt.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger

„Menschen, die machen. Egal woher. Gemeinschaftlich verbunden. Weltoffen im Kern.“ – diese Aussage beschreibt annähernd das Vereinsleben in Aplerbeck: Mit über 200 eingetragenen Vereinen steht die Gemeinschaft deutlich im Mittelpunkt. „Ja, darauf sind wir auch stolz – Aplerbeck kann eine Vielzahl von Vereinen vorweisen, wir haben eine sehr aktive Vereinslandschaft.“ Der ASC Aplerbeck sei dabei lange Zeit unangefochten der größte Verein gewesen, wurde aber vom DJK Aplerbeck abgelöst. „Sie sind knapp hintereinander, was die Mitgliederzahl angeht.“ Wer Interesse hat, kann zudem sein Verein mitgestalten als aktives Mitglied. „Wer das möchte, kann dazu jemanden im Verein in verantwortlicher Position ansprechen“, so der Bezirksbürgermeister.

Das Projekt „Steiger-Turm in Berghofen“ zeige zudem, dass die Aplerbecker Gemeinschaft vieles schaffen kann - wenn sie es gemeinsam anpacken. Das ehemalige Feuerwehr-Gerätehaus wurde aufwändig saniert und zu eine Art Bürgerhaus umfunktioniert: „Die Bausumme wurde nicht aus städtischen Mitteln finanziert. Die Menschen haben vor Ort viel eingesammelt, haben Landes- und Bundesfördermittel beantragt, Sponsoren wie die Volksbank und Sparkasse gefunden“, erklärt der Bezirksbürgermeister. Dadurch würden sich auch viel mehr Angebote für die Menschen vor Ort ergeben wie die Möglichkeit, VHS-Kurse stattfinden zu lassen, Sportgymnastik oder Kurse von Sportvereinen, ähnlich wie das „Pulsschlag“ in Dorstfeld, nur nicht so groß.

Ausgehen in Aplerbeck: In den Biergarten, aufs Festival, ins Kino oder auf den Markt?

Zwei Bergmann-Bierflaschen vor der Kulisse des Haus Rodenberg.
Bild: Stadt Dortmund / Larissa Hinz
Der Biergarten am Haus Rodenberg ist weit über Aplerbeck hinaus bekannt.
Bild: Stadt Dortmund / Larissa Hinz

Die Bergmann-Brauerei hat am Schloss Rodenberg einen Biergarten eingerichtet – ein Besuch dort ist bei der schönen Kulisse lohnend. Mittig im Hof vom Schloss ist der Biergarten angelegt, die Bänke zu den Bäumen aufgestellt. In diesem Jahr soll das Sortimentsangebot erweitert werden. So soll beispielsweise ein weiteres alkoholfreies Bier angeboten werden.

Karibik-Feelings im Süden Dortmunds: Auch in diesem Jahr findet das „Aplerbecker Beach“ vom Freitag, 6. Juni bis Sonntag, 8. Juni, statt. Dafür werden bis zu 50 Tonnen Sand, Palmen, Liegestühle verteilt, um Urlaub vor der Tür genießen zu können. Ein weiteres Highlight ist das Beachvolleyballturnier am Samstagvormittag, den 7. Juni: Hier verwandelt sich der Strand in einen Beachvolleyballcourt, bei dem in Zweier-Teams gegeneinander antreten werden.

Wer lieber einen Filmabend genießen will, sollte unbedingt das Kino „Film-Bühne“ besuchen – von den Aplerbecker*innen liebevoll „Postkutsche“ genannt. Die Film-Bühne ist das letzte von mehr als 50 Dortmunder Vorstadtkinos. Hier trifft moderne Technik auf eine historische Einrichtung. Im Stil der 50er Jahre hat das Kino ein Foyer, in dem alte Filmprojektoren ausgestellt sind und Film-Reklamen von damals an den Wänden hängen. Die roten Sitze im Kinosaal machen die Atmosphäre komplett. Wer einen besonderen Geburtstag feiern möchte, kann diesen in der Film-Bühne ausrichten. Auch Jugendvorstellungen werden angeboten.

Der Apfel und das Dorf

In der Stiftungsurkunde wurde der Ort erstmals als Afaldrabechi genannt - und in diesem Namen steht der Apfel: Afal steht für Apfel, aber auch Beerensträucher, Bechi bedeutet Bach. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war Aplerbeck für seine Apfelzüchtungen bekannt, darunter angeblich die Sorte Aplerbecker Rambour, die es nur in Aplerbeck gab. An der Ruinenstraße standen einst viele Apfelbäume und prägten das Straßenbild. Bis zur Georgskirche säumten die Apfelbäume die Straße.

Ein Teil des Apfelmarktes Aplerbeck wird gezeigt: An den Ständen sind viele Körbe mit Äpfel gefüllt.
Bild: Anja Cord
Viele Stände und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm garantieren ein buntes und spannendes Erntefest.
Bild: Anja Cord

Über die Stadtgrenze hinaus bekannt ist Aplerbecks „Apfelmarkt“. Denn im Namen Aplerbeck steckt der Apfel – der Ortsteil war einmal berühmt für seine vielen Streuobstwiesen, auf denen viele verschiedene Apfelbäume angepflanzt wurden. Eine Apfelsorte war sogar nur in Aplerbeck erhältlich - darunter die Sorte Sorte Aplerbecker Rambour.

Jedes Jahr findet der Apfelmarkt am ersten Septemberwochenende statt und lockt tausende Besucher*innen zu den vielen, teils urigen Ständen und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Eine jährliche Besonderheit ist die Tierausstellung der Imkerei Schmidt. Seltene und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen neben altdeutschen Obst- und Gemüsepflanzen können bestaunt werden. Vereine stellen sich auf der Wiese vom Rodenbergpark vor.

Ebenfalls beliebt ist der Aplerbecker Kunstmarkt, der Anfang Mai bereits zum 20. Mal stattfand. Der Kunstmarkt ist einer der angesehensten und qualitativ hochwertigsten Kunstmärkte in NRW. Im diesem Jahr kamen 49 Kunstschaffende zusammen, um ihre Werke zu präsentieren und zum Verkauf anzubieten. Der nächste Aplerbecker Kunstmarkt ist am 3. Mai 2026 geplant.

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