Integration
Integrationspreis 2025
Integrationspreis der Stadt Dortmund 2025 verliehen
„Dortmund sucht DAS Integrationsprojekt“
Bereits zum neunten Mal wird er verliehen und zählt zu den etablierten Formaten, die gelungene Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in unserer Stadt sichtbar und öffentlich machen.
Mit dem Integrationspreis 2025 zeichnet MIA-DO-Kommunales Integrationszentrum Dortmund gemeinsam mit dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Dortmund erneut Organisationen, Vereine und weitere Akteur*innen in Dortmund aus. Sie haben sich mit ihren zahlreichen und beispielhaften Maßnahmen, Projekten oder Aktionen zum Thema Integration, Teilhabe und Partizipation in besonderem Maße verdient gemacht und damit auch das gute Zusammenleben in unserer vielfältigen Stadtgesellschaft gefördert.
Eine Fachjury hat unter insgesamt 29 sehr interessanten und innovativen Bewerbungen ihre Entscheidung getroffen. Dabei erwarteten den Gewinnenden 5.000 Euro Preisgeld, Platz zwei und drei sind mit 3.000 Euro bzw. 2.000 Euro dotiert. Die Preisträger und Preisträgerinnen wurden bei der feierlichen Preisverleihung, unter Beteiligung von Oberbürgermeister Alexander Kalouti sowie Leonid Chraga, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Dortmund für die Wahlperiode 2025-2030, am 04. Dezember 2025 in der Agora des Dietrich-Keuning-Hauses bekannt gegeben.
Hier sind die Gewinner des Integrationspreises 2025
1. Platz
Projekt "Ankoppeln"
VKII e.V.- Verein Kamerunischer Ingenieur*innen und Informatiker*innen Ruhrbezirk e.V.
Das Projekt "Ankoppeln" wurde in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flüchtlinge und Integration (MKJFGFI NRW) und dem Jugendamt der Stadt Dortmund ins Leben gerufen. Federführende Organisation des Projekts ist der Verein Kamerunischer Ingenieur*innen und Informatiker*innen Ruhrbezirk e.V.. Das Modellprojekt wird zudem in Kooperation mit Women Empowerment e.V., der Somali-German Association Dortmund e.V., Afrika 2030 e.V. und dem Verein zur Entwicklung afrikanischer Kultur (VEAK) e.V. umgesetzt.
Das Projekt richtet sich insbesondere an junge Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund, die in Dortmund leben. Die Teilnehmenden werden während des gesamten Projekts über unterschiedlichste Formate an wichtige gesellschaftliche Themen herangeführt, um ihre Integrationsmöglichkeiten zu stärken.
Junge Menschen und Familien erfahren Teilhabe, Empowerment und kulturellen Austausch auf Augenhöhe. So wird Dortmund als vielfältiger, offener und inklusiver Standort sichtbar. Die Wirkung der Arbeit ist dabei greifbar: Mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche nahmen an Ferienprogrammen, Empowerment-Workshops oder Jugendtreffs teil. Über 850 Familien erhielten kultursensible Beratung, Eltern-Kind-Angebote und Krisenhilfe. 236 Jugendliche engagierten sich aktiv – im Ehrenamt, in Jugendkonferenzen oder mit eigenen Workshops. Seit Projektbeginn 2023/2024 fanden 243 Veranstaltungen mit über 2.100 Teilnehmenden statt.
Ein Schlüssel für den innovativen Charakter von „Ankoppeln“ ist das Ehrenamt. Ohne das Engagement der Community wäre das Projekt undenkbar. Jugendliche entwickeln eigene Formate, Eltern gestalten Angebote mit, Mitglieder übernehmen Verantwortung für Räume, die es ohne sie nicht gäbe. Ehrenamt wird so zur Plattform für Selbstwirksamkeit, Engagement und gemeinschaftliches Gestalten. „Ankoppeln“ zeigt, dass migrantische Organisationen mehr sind als Zielgruppen. Sie sind Mitgestalter*innen, bringen Wissen, Netzwerke und Perspektiven ein, die unsere Gesellschaft dringend braucht – in Bildung, Stadtentwicklung, Kultur, Klima und Digitalisierung.
2. Platz
Projekt "KULSA – Kultursensible Seniorenarbeit“
VMDO e.V.
Das „Projekt KULSA – Kultursensible Seniorenarbeit“ befasst sich auf innovative Weise mit der nachhaltigen Integration älterer Migrant*innen. Es zielt auf die Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe, der Vorbeugung von Einsamkeit und der Erleichterung des Zugangs zu unterstützenden Regelinstitutionen für ältere Menschen mit Migrationshintergrund ab. Es erleichtert den Teilnehmenden die Orientierung im Alltag und stärkt so deren aktive Teilhabe.
Das Projekt hat dabei drei wesentliche Säulen:
- Die Reaktion auf konkrete Bedarfe der älteren Migrant*innen durch die Bereitstellung von kultursensiblen Informationen sowie Erkennung von individuellem Unterstützungsbedarf.
- Die Gezielte Vernetzung von den Dortmunder Stadtteilen durch enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Migrantenselbstorganisationen und Multiplikatoren
- Die kontinuierliche Bedarfserfassung in Kooperation mit der Fachstelle „Alter und Migration“ der Stadt Dortmund, um bestehende Standardstrukturen an schwer erreichbare Gruppen anzupassen.
KULSA begleitet u.a. 13 Seniorengruppen mit ca. 250 Teilnehmenden, welche sich regelmäßig treffen, begleitet von geschultem, ehrenamtlichen Personal. Hier erhalten sie Informationen zu pflege- und altersrelevanten Themen sowie auch zu Freizeitmöglichkeiten – alles in ihren verschiedenen Muttersprachen, um Sprachbarrieren zu überwinden, wodurch ältere Migrant*innen selbstbewusster am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Durch vielfältige Freizeit- und Veranstaltungsangebote verbindet KULSA Bildung, Freizeit, interkulturellen Austausch sowie Zusammenhalt und fördert den sozialen Kontakt. Menschen verschiedener Kulturen, Herkunft und Religionen treffen aufeinander.
Die Verbindung von muttersprachlicher Betreuung, interkultureller Vernetzung, stadtteilbezogenen Aktivitäten, Freizeitangeboten, Bildungsreisen und ehrenamtlicher Beteiligung schafft ein nachhaltiges, innovatives und beispielgebendes Modell, das Integration und Partizipation auf allen Ebenen lebt und das als Blaupause für andere Städte überregionale Bedeutung erlangt hat.
3. Platz
CHANCENGLEICH in Europa e.V.
Der Verein CHANCENGLEICH in Europa e.V. ist seit 2015 ein fester Bestandteil der Flüchtlings- und Migrantinnenhilfe in Dortmund. Der Leitgedanke „Frauen stärken – Gesellschaft gestalten“ gibt die Zielsetzung des Vereines vor.
Das gesamte Engagement wird ehrenamtlich getragen und richtet sich insbesondere an Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrungen, die Gewalt, Einsamkeit oder Traumata erlebt haben. Dabei schafft der Verein einen geschützten Raum, in dem betroffene Frauen Sprache, Selbstvertrauen und neue Perspektiven gewinnen können, um in Deutschland selbstständig, selbstbewusst und gut vernetzt anzukommen - beruflich, sozial, persönlich und politisch.
Die Arbeit von Chancengleich e.V. beruht dabei auf einem integrativen Gesamtkonzept, das Sprachförderung, Alltagshilfe, gesellschaftliche Teilhabe, politische Bildung und Empowerment miteinander verbindet. Ziel dabei ist nicht nur die sprachliche oder berufliche Integration, sondern ein umfassendes Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit.
Ein besonderes Projekt des Vereins stellen die „Kochpioniere“ dar. Es ist ein Kochprojekt, welches von Teilnehmerinnen selbst initiiert und gestaltet wird. Einmal in der Woche wird seit zwei Jahren hier ehrenamtlich für obdach- und wohnungslose Dortmunder*innen gekocht. Dies soll nicht nur der Gemeinschaft etwas zurückgeben, sondern auch Brücken zwischen unterschiedlichen Lebenswelten durch Austausch aufbauen. Integration wird hier gegenseitig erlebt. Dieses Projekt soll die Selbstorganisation sowie auch Führungsqualitäten stärken und zeigen, wie Eigenverantwortung zusammen mit gelebter Solidarität wachsen kann.
Integration bedeutet nicht nur Teilhabe am Arbeitsmarkt oder am Bildungssystem, sondern beginnt dort, wo Menschen sich willkommen, anerkannt und gestärkt fühlen. Viele Teilnehmerinnen an den Aktivitäten des Vereins sagen heute, dass sie dort nicht nur praktische Hilfe, sondern auch eine neue Familie gefunden haben. Eine Gemeinschaft, die ihnen geholfen hat, den Schmerz über den Verlust der Heimat zu tragen und einen neuen Lebensweg in Deutschland zu finden. Und so zeigt die Arbeit von Chancengleich e.V.: Wenn Vertrauen wachsen kann, entstehen neue Wege. Wege voller Mut, Verantwortung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Ehrenpreis
SPARRINGPARTNERFORYOU e.V.
Pourya Solizadeh und Anahita Lotfi
SPARRINGPARTNERFORYOU e.V. ist ein inklusiver Kampfsportverein aus Dortmund. Hier trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene – mit und ohne Behinderung, unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Vielfalt eine Stärke ist und alle Menschen das gleiche Recht auf Teilhabe haben. Der Verein schafft ein Umfeld, in dem jeder respektiert wird, niemand ausgegrenzt ist und Unterschiede nicht trennen, sondern verbinden. So wird der Trainingsraum für viele zu einem zweiten Zuhause, in dem gegenseitiger Respekt und Wertschätzung gelebter Alltag sind. Dabei sind alle Angebote kostenlos, getragen von ehrenamtlichem Engagement
Besonders prägend ist das Engagement des Trainers Pourya Solizadeh. Als mehrfacher Weltmeister im Muay Thai und Kickboxen sowie Mitglied des Nationalkaders bringt er nicht nur seine herausragende Erfahrung und sportliche Expertise ein, sondern inspiriert auch durch seine Leidenschaft für den Sport. Er ist selbst erfolgreicher Leistungssportler, leitet viermal pro Woche unentgeltlich das Training und vermittelt dabei weit mehr als Technik: Disziplin, Fairness, Vertrauen und Zusammenhalt. Für viele Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen ist er ein wichtiges Vorbild, das zeigt, dass man seinen Weg schaffen kann – unabhängig von Herkunft oder Startbedingungen.
Anahita Lotfi ist Vorstandsmitglied und kümmert sich um das Management. Sie sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft und steht den Mitgliedern stets unterstützend zur Seite. Als Juristin und Datenschutzbeauftragte bringt sie nicht nur rechtliche Expertise ein, sondern stellt auch sicher, dass alle Prozesse im Verein den höchsten Standards entsprechen. Anahita Lotfi ist die Seele und das Herz des Vereins – immer engagiert, fürsorglich und mit vollem Einsatz dabei, um ein harmonisches und sicheres Umfeld für alle zu schaffen.
Für die Beteiligten bedeutet Kampfsport nicht Härte oder Gewalt, sondern Respekt. Es geht darum, die eigene Stärke zu kontrollieren, den anderen nicht zu verletzen und im fairen Miteinander Selbstvertrauen aufzubauen. Genau diese Haltung macht den Verein zu einem Ort, an dem Integration und Inklusion keine Schlagworte bleiben, sondern Tag für Tag gelebt werden.
Übersicht aller Bewerbungen
In welcher Vielfalt sich die Projekte präsentiert haben, kann ab sofort nachgelesen werden. Hier sind alle Projekte, die sich beworben haben, für alle Interessierten noch einmal hinterlegt.
Stadt Dortmund - MIA-DO-Kommunales Integrationszentrum Dortmund
Anschrift und Erreichbarkeit44137 Dortmund
Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Dortmund
Anschrift und Erreichbarkeit44122 Dortmund
Sie können auf Ihre Staatsangehörigkeit/Rechtsstellung ohne deutsche Staatsangehörigkeit verzichten, wenn Sie mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen.
Informationen zum Austausch zu Aufenthalts- und Bleibeperspektiven für den Personenkreis der Geduldeten
Informationen zu Migrationsberatung und Jugendmigrationsdiensten in Dortmund
Informationen über den Aufbau und die Entwicklung von Integration/Migration als kommunales Handlungsfeld
Informationen zur gesundheitlichen Versorgung im Zusammenhang mit Migrationshintergrund in Dortmund
Informationen über das am 31.12.2022 in Kraft getretene Chancen-Aufenthaltsrecht nach § 104c Aufenthaltsgesetz - AufenthG
Informationen über den Masterplan Migration/Integration der Stadt Dortmund
Informationen über den ehrenamtlichen Sprachmittlungspool
Informationen zum Thema Leseförderung des Kommunalen Integrationszentrums Dortmund (MIA-DO-KI) der Stadt Dortmund
Informationen zum Thema Demokratiebildung des Kommunalen Integrationszentrums Dortmund (MIA-DO-KI) der Stadt Dortmund
Informationen zum Thema Sprachbildung des Kommunalen Integrationszentrums Dortmund (MIA-DO-KI) der Stadt Dortmund
In unseren Beratungsterminen vermitteln wir vielfältige Hilfsangebote: Erfahren Sie mehr über unsere Kernthemen: Ankommen, Sprache, Integration.
Unionsbürger*innen und ihre jeweiligen Familienangehörigen mit Drittstaatsangehörigkeit haben das Recht auf Einreise und Aufenthalt in die EU-Staaten.
Informationen zum jährlichen Interkultureller Kalender (INKA) der Stadt Dortmund
Allgemeine Informationen zur Verpflichtungserklärung nach § 68 Aufenthaltsgesetz (AufenthG).