Dortmund überrascht. Dich.
Bunt e Blumen und Gräser auf einer Wiese.

Familienportal

Süggelwald Eving

Für einen gelungenen Nachmittag im Feuchtwald packe man in eine Tasche: gespülte Konservendosen, Dosenöffner, Omas Einmachgläser, Frischhaltefolie, Nylonstrümpfe, Draht und Zange; des Weiteren eine Glaskaraffe, Limonade und Waldmeisterkonzentrat. Dann setze man seine Kinder ins Auto und fahre zum Süggelweg.

Von Barbara Nobis

Genau das taten kürzlich neun Familien. Sie folgten damit der Einladung des Familien-Projektes mit seinem Familienbüro in Eving zum Ausflug "Wasserfloh und Co." Was bedarf es noch für einen naturkundlichen Spaziergang, wenn er alles andere als langweilig sein soll?

Mädchen knien im Gras

Spannende Entdeckungen im tiefen Gras.

Es bedarf der Erlebnispädagogin Andrea Hirsch. Sie vermittelt nur das Notwendigste – und das kurzweilig. So erklärt sie den Kindern, dass Schweine früher "Süggel" hießen und von den Bauern in den Süggelwald getrieben wurden, um sich an den Früchten der Eichen und Buchen zu laben. Heute traben allerhand Spaziergänger durch den Wald und hinterlassen dabei so manche Schweinerei. "Wisst Ihr, warum Ihr besser keine Gummibärchen-Tüte im Wald liegen lasst?", fragt Andrea Hirsch die Kinder vor dem Spaziergang.

Die Antwort weiß der neunjährige Maximilian: "Wenn ein Fuchs die Tüte frisst, verschließt sich sein Darm und er muss sterben". Damit haben die jungen Waldexperten eine von fünf Benimm-Regeln gelernt. Und wie lauten die weiteren Grundsätze in der Wohnstube der Schweine und Dachse, die früher "Gräving" hießen? Kein Feuer machen, keine brennenden Zigarettenkippen wegwerfen, in Zimmerlautstärke miteinander sprechen und keine Tiere töten!

Männerhände halten einen winzigen Frosch auf dem Finger.

Ein winziger Grasfrosch zum Anfassen.

Quakfrösche und Kaulquappen faszinieren immer

An einem Tümpel nahe des Süggelbachs dürfen die Kinder mit Sieben nach Getier fischen. Keine fünf Minuten vergehen, da ertönen schon die ersten "Ahs" und "Ohs": "Schau mal, ich habe einen Wasserskorpion gefangen!", ruft ein Kind. "Sieh nur Mama, ein Frosch!", triumphiert die achtjährige Jolina und präsentiert allen "ihren" daumennagelgroßen Grasfrosch. "Kennt Ihr den Unterschied zwischen Fröschen und Kröten?", fragt Andrea Hirsch und liefert gleich die Antwort mit: "Die Haut des Frosches ist glatt, die der Kröte dagegen warzig." Die Kinder haben aufgehorcht. Nun stecken sie wieder ihre Köpfe zusammen, vergleichen ihre Funde und schauen dabei tief ins Wasser.

Lassen Sie die Kinder Becherlupen und Käscher bauen

Und weil Wassertiere am besten mit einer Lupe betrachtet werden können, sind bereits sämtliche Utensilien zum Bau von Becherlupen vorbereitet. Zuerst erhalten die Kinder einen Dosenöffner. Mit diesem entfernen sie beide Deckel, spannen Frischhaltefolie über eine Dosenöffnung und zurren die Frischhaltefolie mit einem stramm sitzenden Gummiband fest. Dann drücken die Kinder die Dose mit der nicht bespannten Seite ins Wasser, um zum Beispiel Köcherfliegen – oder Libellenlarven zu beobachten.

Erwachsene und Kinder mit Sieben an einem Bachlauf.

Gemeinsames Warten auf die "Beute".

Dass die Anfertigung von Käschern nicht im Handumdrehen erledigt ist, merken Maximilian und Lina schnell. Lina müht sich, das kreisförmige Stück Draht durch das Ende des Strumpfbeins zu weben: "Das ist nicht schwierig, man braucht aber sehr viel Geduld", sagt die Neunjährige. Das dabei entstehende Netz knotet sie wiederum mit Draht an einen Stock, den sie im Wald gefunden hat. Max nutzt seinen Käscher nicht nur zum Fischen: "Ich habe gerade gelernt, mich von hinten an die Fliegen, Libellen und Bienen heranzuschleichen", sagt der Achtjährige, während er eine Libelle in einem Einweckglas anschaut.

Servieren Sie Froschbowle mit Mädesüß

Da das Forschen an Sommertagen durstig macht, hat Andrea Hirsch im Wald eine Froschbowle gebraut: "Keine Angst, da sind keine Frösche drin", scherzt sie. Zunächst zögern die Kinder, dann probiert Kimberly als eine der ersten das giftgrüne Getränk: "Das schmeckt wie grüner Wackelpudding", meint die Fünfjährige nach dem ersten Schluck, um danach ihren Becher hemmungslos zu leeren. Wenn Sie Ihren Kindern den Ausflug mit Froschbowle versüßen möchten, benötigen Sie einen Liter Orangen- oder Zitronenlimonade, 200 Milliliter Waldmeistersirup und Mineralwasser nach Geschmack. Zusätzlich können Sie das Getränk mit Kräutern würzen, die in der Nähe des Süggelbachs wachsen. Dazu zählen etwa Gundermann oder die Blüten des "Mädesüß", das zur Familie der Rosengewächse zählt.

Ein Mädchen kniet im Gras.

Geht der geheime Wunsch wirklich in Erfüllung?

Wunschlos glücklich durch Wunschblumen

Mit einer schönen und nachahmenswerten Idee beendet Andrea Hirsch den Ausflug. Sie gibt jedem Kind eine gefaltete Papierblume. Öffnet sich diese im Wasser, geht ein geheimer Wunsch in Erfüllung. Selbstverständlich wird die durchnässte Papierblume nach dem Aufblühen wieder mit nach Hause genommen, damit sie nicht als Papiermüll im Tümpel endet.

Da im Wald nicht nur Müll sondern auch Feuer tabu sind, verlassen die Familien den Wald und laufen zur nah gelegenen Jugendfreizeitstätte Eving. Dort haben Mitarbeiter bereits ein Lagerfeuer entzündet und Stockbrotteig vorbereitet.

Wie lautet das Rezept für ein perfekt ausgebackenes Stockbrot: "Drehen, drehen, drehen – mindestens fünf Minuten lang, bis der Teig knusprig und von allen Seiten goldbraun ausgebacken ist."

Bunt e Blumen und Gräser auf einer Wiese.

Natur pur im idyllischen Süggelwald.

Kontakt

Süggelwald

Familienportal