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Ausgewählte Tierarten

Kalifornischer Seelöwe

Sieben Seelöwen schauen mit aufrechtem Oberkörper aus einem Becken nach links
Bild: Frauke Wichmann
Seelöwen sind sehr gesellige Tiere
Bild: Frauke Wichmann

Die liebe Verwandtschaft

Kalifornische Seelöwen sind die bekanntesten Vertreter der Ohrenrobben, die an der Westküste Nord- und Mittelamerikas in Kolonien vorkommen. Wie alle Ohrenrobben leben sie äußerst gesellig und jagen oft in Gruppen nach ihrer Beute in Form von Fischschwärmen, Tintenfischen und Krustentieren. Wie ihre Schwesterfamilien der Hundsrobben und der Walrosse stammen auch die Ohrenrobben wahrscheinlich von einem bärenartigen Vorfahren ab, weshalb die Bären heutzutage auch als nächste lebende Verwandtschaft der Robben genannt werden.

Von den bei uns heimischen Seehunden und Kegelrobben unterscheiden sich alle Ohrenrobben vor allem in der Fähigkeit, auf allen vier Flossen an Land zu laufen, wodurch sie deutlich mobiler sind und auch schwer zugängliche felsige Küstenabschnitte bevölkern können.

Flossenfüsser

Seelöwe im Wasser streckt seinen Körper und seinen Kopf in die Luft
Bild: Nadja Niemann
Charakteristisch für die deutlich größeren Bullen der Seelöwen ist die ausgeprägte Stirn und der ausgeprägte Nacken, der den Eindruck einer Mähne vermitteln kann
Bild: Nadja Niemann

Diese sehr passende wissenschaftliche Bezeichnung der Robben zeigt schon, welche Anpassung an das Leben im Wasser die Wichtigste geworden ist: Mit den zwei großen kräftigen Vorderflossen können die Seelöwen im Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h erreichen oder an Land ihr doch imposantes Gewicht zu kurzen Spurts beschleunigen oder an steilen Felswänden hochstemmen, mit einem spielerisch einfach aussehenden Sprung aus dem Wasser. Die zwei Hinterflossen sind deutlich kleiner, erfüllen aber auch wichtige Aufgaben. Während des Schwimmens dienen sie der Steuerung, an Land werden sie einfach unter den Körper gestellt und ermöglichen die Fortbewegung auf allen Vieren.

Weitere wichtige Anpassungen sind ein großes Lungenvolumen, welches lange und tiefe Tauchgänge ermöglicht, eine dicke Speckschicht unter dem dichten Fell, welche vor der Kälte des Ozeans schützt und die Tasthaare, die bei der Orientierung im trüben Wasser Schwingungen wahrnehmen und so potentielle Beute oder Feinde anhand ihres Strömungsprofils schon aus größerer Entfernung erkennen können.

Gewohnheitstier

Seelöwen leben in einem immer gleichen strikten Jahresrhythmus, der vom Fortpflanzungstrieb bestimmt wird. Da alle Robben zur Geburt und Jungtieraufzucht an Land kommen müssen - anders als die Wale als vollkommen an das Leben im Wasser angepasste Säugetiere – folgen Seelöwen einem strengen Terminkalender. Jedes Jahr im Frühsommer kommen die Weibchen an Land, um zu gebären. Innerhalb weniger Wochen wächst der Nachwuchs durch die fette Milch kräftig heran und lernt schwimmen, um danach den Rest des Jahres wieder zum größten Teil auf Nahrungssuche im Meer zu verbringen. Also sind die Wochen der Jungtieraufzucht auch der einzige Termin im Jahr, an denen die Robben allesamt an die Strände kommen und sich paaren können. Die Paarung findet wenige Tage nach der Geburt statt, damit im nächsten Jahr das neue Jungtier wieder zur passenden Zeit auf die Welt kommen kann. Um das zu gewährleisten braucht es zusätzlich noch eine verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle, denn die eigentliche Tragzeit dauert nur 9 Monate. 3 Monate dauert also die sogenannte Keimruhe, um den Geburtsrhythmus von 12 Monaten herzustellen.

Paschas und Damenwahl

Im Vordergrund ein Seelöwe auf dem Steinrand eines Beckens, stützt sich mit den Vorderflossen ab. Im Hintergrund ein weiterer Seelöwe im Becken.
Bild: Brigitta Gines
Seelöwen können sich mithilfe ihrer großen Vorderflossen an Land sehr agil fortbewegen
Bild: Brigitta Gines

Seelöwen sind allgemein bekannt für ihren ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus (die Männchen sind deutlich größer und schwerer als die weiblichen Tiere) und der damit verbundenen Neigung der Bullen, sich einen Harem an Frauen zuzulegen und diesen gegenüber Rivalen mit aller Macht zu verteidigen zu wollen. Allerdings zeigen neue Untersuchungen, dass die Weibchen sich nicht wie zuvor angenommen ihrem Pascha und damit dem Schicksal fügen, sondern durchaus selbst aktiv werden auf dem Paarungsmarkt und sich die Väter ihrer Jungtiere genau auswählen. So ist nun bekannt, dass vor allem bei den Kalifornischen Seelöwen die Weibchen von Territorium zu Territorium ziehen und sich den besten Bullen aussuchen. Dagegen ist es für einen Bullen eher schwer, ein Weibchen gegen ihren Willen im eigenen Strandabschnitt zu halten.

Wenn die Weibchen zu Beginn der Paarungszeit an Land gehen, suchen sie sich zunächst vor allem einen sicheren Platz für die Geburt des Jungtieres. Ist das Jungtier größer und mobiler, ziehen die Mütter los und suchen sich einen Bullen für die Paarung. Dabei können sich manche Weibchen bis zu 500 Meter vom Geburtsort entfernen, haben also dabei schon die Territorien mehrerer Bullen durchquert, bevor sie fündig werden. Danach geht es zurück zum Jungtier oder ins Meer, um viel Fisch zu fressen, damit die Milchproduktion weiterlaufen kann. Im Zentrum der Seelöwenkolonien stehen also nicht wie oft gedacht die riesigen Bullen wie sie laut bellend ihren Strand verteidigen, sondern die im Vergleich unscheinbaren kleinen Weibchen, die gebären, säugen, auf Fischfang und Partnersuche gehen müssen, damit es jetzt und im nächsten Jahr gesunden, kräftigen Nachwuchs gibt.

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Ein neues Zuhause für unsere Robben

Die beliebte Robbenanlage im Zoo Dortmund ist in die Jahre gekommen. Bereits in den 50erm wurde sie erbaut und hat mit mehr als 40 Jungtieren erfolgreiche Dekaden in der Seelöwen- und Seebärenzucht geprägt, doch nun ist die Zeit für eine Erneuerung gekommen. Schnell wurde klar, dass nur ein Neubau von Grund auf in Frage kommt. Wer derzeit unsere Robben besuchen möchte, findet sie in einem „Ausweichquartier“, im Becken wo zuvor Riesenotter und noch weiter zurück die Seehunde ihre Bahnen zogen. Nur noch drei Seelöwen warten derzeit dort auf die Fertigstellung ihrer neuen Unterkunft, mehr wäre dort nicht möglich, zumal auch noch zwei Seebären während der Bauphase dort untergebracht sind.

In der neuen Robbenanlage können die Robben dann auch endlich unter Wasser durch eine große Panoramascheibe beobachtet werden und die als Publikumsmagneten bekannten kommentierten Robbenfütterungen werden dann auch wieder stattfinden. Und es ist ebenso sicher, dass bald dann auch wieder weitere Robben zu der jetzigen kleinen Gruppe hinzustoßen werden. Wir im Zoo freuen uns auf die Eröffnung, die nun nicht mehr allzu fern erscheint, aber wie alle Großbauprojekte natürlich immer auch unerwarteten Verzögerungen unterworfen werden kann. Wer sich darüber auf dem Laufenden halten möchte, folgt am besten den Neuigkeiten auf unserer Zoo Dortmund-Facebookseite und den lokalen Medien.

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