Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz
Suchtprävention und -vorbeugung
Eltern und Erziehende sind mit jungen Menschen konfrontiert, die mit Suchtmitteln experimentieren oder sie bereits regelmäßig konsumieren. Alltagsdrogen wie Nikotin und Alkohol sowie andere Drogen spielen dabei in unterschiedlichem Maße eine Rolle.
In der Adoleszenz kommt es zudem zu einer „Neustrukturierung“ des Gehirns. Eine erhöhte Risikobereitschaft, sowie die Lust an extremen Gefühlen sind bei vielen Jugendlichen und jungen Volljährigen zu beobachten. Der Wunsch zum Suchtmittelmissbrauch kann daher bei jungen Menschen, neben des sozialen Erlernens durch die Gesellschaft, auch entwicklungspsychologisch und neurophysiologisch begründet sein.
Der Konsum von Suchtmitteln war und ist somit ein Teil der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen und jungen Volljährigen.
Daher ist auch das Erlernen des eigenverantwortlichen und kritikfähigen Umgangs mit Suchtmitteln eine Entwicklungsaufgabe, bei der die offene Jugendarbeit die jungen Menschen unterstützen und begleiten muss (vgl. § 1 Abs. 3 S. 1 SGB VIII, § 11 Abs. 1 SGB VIII und § 14 Abs. 2 S. 1 SGB VIII).
Im Jugendamt ist das Thema Suchtprävention in der
Podcast „Einfach drüber reden – Sucht verstehen“
Der Podcast schafft Raum für Aufklärung. Von Alkohol und illegalen Drogen über Medien bis hin zum Glücksspiel: In unserem Podcast sprechen wir offen über Warnsignale, ehrliche Einblicke und verlässliche Prävention. Wir zeigen konkrete Wege aus der Abhängigkeit und nehmen dabei auch Kinder aus suchtbelasteten Familien besonders in den Blick.
• Hintergründe: Wie entsteht eine Abhängigkeit?
• Erfahrungsberichte: Ehrliche Einblicke und Erfahrungen
• Experten-Wissen verständlich und nahbar erklärt
• Konkrete Hilfen: Vorstellung von Unterstützungsangeboten für Betroffene und Angehörige
| Zum Inhalt | |
|---|---|
| Folge 1: Kinder suchtkranker Eltern Von Lisa Mutschke |
Mit Lisa Mutschke, Fachstelle Kinder suchtkranker Eltern, und Lisa Schulz, Bereichsleitung Psychologischer Beratungsdienst des Jugendamtes Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland mehrere Millionen Kinder mit mindestens einem suchtkranken Elternteil leben. Lisa Schulz, Diplom Psychologin, psychologische Psychotherapeutin und Bereichsleiterin Psychologischer Beratungsdienst, klärt unter anderem über die möglichen Auswirkungen der elterlichen Suchterkrankung und die Belastungen für Kinder auf. Im Podcast werden ebenfalls Hilfsangebote in Dortmund thematisiert. Unter dem aufgeführten Link finden Sie weitere Informationen zu dem Gruppenangebot „Soulsurfer“: |
| Folge 2: Familiär geprägte Suchtmuster Von Lisa Mutschke |
Mit Lisa Mutschke, Fachstelle Kinder suchtkranker Eltern, und Markus Dezemberkind In dieser Folge spricht Markus Dezemberkind über seine persönlichen Erfahrungen. Anhand seiner Geschichte wird thematisiert, wie Suchtmuster von einer Generation auf die nächste übertragen werden können, wie es möglich ist, sich aus der Sucht herauszukämpfen und wie aus den eigenen Erfahrungen Unterstützung für andere Menschen entstehen kann. |
Angebote
Die Angebote des Fachreferats
Themen im Bereich der Suchtprävention bzw. Suchtvorbeugung sind:
- Stärkung der Persönlichkeit
- Vermittlung von Lebenskompetenzen
- Altersgerechte, sachliche Information über Substanzen und Wirkweisen
- Aufklärung zu Suchtverlauf + Suchtvorbeugung
- Alkohol- und Nikotinpräventionsübungen
- Multiplikator*innenschulungen
Ziele und Struktur
Ein zentrales Anliegen der Dortmunder Suchtprävention ist es mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und sie möglichst frühzeitig auf Risiken und Gefahren von Suchtmitteln aufmerksam zu machen.
Die kommunale Suchtprävention in Dortmund setzt altersentsprechende und geeignete präventive Maßnahmen in den Lebensphasen der Menschen aktiv um. Ein besonderer Fokus präventiver Aktivitäten liegt dabei bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.
Die Strukturen in Dortmund im Bereich Suchtprävention setzen sich zum einen aus unterschiedlichen Fachstellen mit entsprechenden Aufgaben und Themenschwerpunkten aus koordinativen und operativen Handlungsfeldern zusammen:
-
Fachstelle Kinder alkoholkranker Eltern -
Feedback- Fachstelle für Jugendberatung und Suchtvorbeugung Dortmund -
Diakonie Fachstelle Sucht -
Caritas Suchtberatungsstelle
Diese sind sowohl in der Verwaltung mit den Koordinierungsstellen im Jugendamt, im Gesundheitsamt
Ziel der gemeinsamen Verantwortung für Suchtprävention in den drei Fachämtern ist die gemeinsame Steuerung, Planung und Organisation der kommunalen Suchtprävention. Auf diesem Handlungsfeld soll gemeinsam mit weiteren Akteur*innen der kommunalen Verwaltung, der freien Träger sowie Multiplikator*innen Präventionsarbeit geleistet werden.
Dazu wurde eigens aus allen drei Fachämtern ein Leitungsteam gebildet. Dieses erreichen Sie unter:
18. bis 28. Juni 2026 in Dortmund
Wie entsteht Sucht, welche Suchterkrankungen gibt es – und wie kann man ihnen vorbeugen? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich die Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“, die vom 18. bis 28. Juni 2026 in Dortmund stattfanden.
Aktionstage "Sucht hat immer eine Geschichte"
Der Arbeitskreis Suchtprävention unter der Geschäftsführung des Jugendamt Dortmund bot mit Partnern über 60 Veranstaltungen an, darunter Workshops, Vorträge, Kino und Sport. Die Kampagne informierte über Entstehung und Vorbeugung von Sucht sowie digitale Medien und richtete sich sowohl an interessierte Bürger*innen als auch an Fachkräfte.
Die Aktionstage wurden von der Landesfachstelle Suchtprävention NRW koordiniert und durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW gefördert. Hier sehen Sie das vollständige
Eröffnungsveranstaltung Kongress „Dialog Sucht“
Der Kongress „Dialog Sucht“ eröffnete am 18. Juni die Aktionstage. Sucht beginnt nicht mit einer Substanz oder einem bestimmten Verhalten, sondern mit persönlichen Erfahrungen, Belastungen und Lebensumständen. Ziel der Aktionstage war es deshalb, Verständnis zu schaffen und deutlich zu machen, dass Suchterkrankungen die gesamte Gesellschaft betreffen – Familien, Freundeskreise ebenso wie Arbeitsplätze.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Bürgermeister Norbert Schilff, der sich selbst vor einigen Jahren intensiv um junge suchtkranke Menschen gekümmert hat und dabei erlebt hat, wie schwierig und belastend die Situation für die Betroffenen, aber auch für ihre Familien sein kann: „Ich habe Rückschläge gesehen, Enttäuschungen und Situationen, in denen der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben sehr weit erschien. Ich habe aber auch erlebt, was möglich ist, wenn Menschen Unterstützung erhalten, wenn sie nicht aufgegeben werden und wenn sie auf Menschen treffen, die ihnen zuhören und an sie glauben.“ Denn hinter jeder Sucht verbirgt sich eine Geschichte.
Wie Herr Schilff ausführte, betrifft eine Suchterkrankung auch das familiäre Umfeld. Daher widmete sich der Vortrag von Gallus Bischof dem Thema „Sucht und die Auswirkungen auf die Angehörigen“. Angehörige von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen zeigen eine hohe Belastung und ein erhöhtes Risiko affektiver Störungen, ähnlich wie bei anderen chronischen Beeinträchtigungen. Der Referent setzte sich kritisch mit dem veralteten und potenziell stigmatisierenden Konzept der Co-Abhängigkeit auseinander und machte auf die Defizite in der fachlichen Arbeit mit betroffenen Angehörigen aufmerksam.
Außerdem berichtete der Journalist und Autor Jörg Böckem über die Faszination psychoaktiver Substanzen. Böckem, selbst ehemaliger langjähriger Konsument, setzt sich seit vielen Jahren publizistisch mit Themen wie Substanzkonsum, Prävention, Therapie und Drogenpolitik auseinander. Er selbst veröffentlichte unter anderem die Bücher „High sein – ein Aufklärungsbuch“ sowie „Lass mich die Nacht überleben – Mein Leben als Journalist und Junkie“. In seinen Werken schildert er persönliche Erfahrungen mit legalen und illegalen Substanzen und thematisiert unter anderem Rausch, Abhängigkeit, Strafverfolgung, Entzug und Therapie. Themen wie Entstigmatisierung, Akzeptanz und neue Perspektiven im Umgang mit Sucht wurden intensiv mit dem Publikum diskutiert.
Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich an Ständen verschiedener Akteure zu informieren und zu vernetzen, bevor es in Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten ging, unter anderem zur Vertiefung der Angehörigenarbeit und neuen psychoaktiven Stoffen. Alle Vorträge und Unterlagen finden Sie hier:
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Dr. Gallus Bischoff: Angehörigenarbeit bei Sucherkrankungen, 2 MB, PDF -
Dr. Gallus Bischoff: Sucht und die Auswirkungen auf die Angehörigen, 3 MB, PDF -
Luzia Schaaf: Neue psychoaktive Stoffe, 5 MB, PDF -
Jörg Böckem: Akzeptanz, Perspektivwechsel, Konsumkompetenz und Stigmatisierung aus Erfahrungsperspektive, 5 MB, PDF
Eröffnungsveranstaltung "Sucht hat immer eine Geschichte"
Überblick
Hier finden Sie Infos zu den verschiedenen Suchtmitteln und Ansprechpersonen, bei denen Sie sich Hilfe holen können.
Wer erkannt hat, dass ein Suchtproblem besteht, kann sich kostenlos beraten lassen. Die Suchtberatung erfolgt auf der Grundlage der Freiwiliigkeite und Vertraulichkeit. Auch für Angehörige gibt es spezielle Beratungsangebote.
Das Fachreferat Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz (FR EKJS) begleitet, stärkt, unterstützt und informiert junge Menschen, um sie in die Lage zu versetzen, sich selbst vor schädigenden Einflüssen, wie z. B. Drogenkonsum oder Datenmissbrauch, zu schützen.
Kontakt
Stadt Dortmund - Jugendamt
Anschrift und Erreichbarkeit44141 Dortmund
Die Adresse Voßkuhle 37, 44141 Dortmund, ist gut erreichbar:
Mit ÖPNV: Die U-Bahn-Linie U47 hält an der nahegelegenen Haltestelle "Voßkuhle" (ca. 3 Gehminuten entfernt). Die Buslinien 455 und 456 halten ebenfalls an der Haltestelle "Voßkuhle".
Mit dem Auto: Die Adresse liegt nahe dem Westfalendamm (B1) und ist über das Straßennetz gut angebunden. Parkmöglichkeiten stehen Ihnen sowohl auf unseren Besucherparkplätzen als auch in der umliegenden Umgebung kostenfrei zur Verfügung.
Kontakt
Informationen zum Berufspraktikum als Erzieher*in bei FABIDO.
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Kinder- und Familienfreundliche Stadtgestaltung seit den 1990er Jahren. Umsetzung nach Ratsbeschluss 2008. Qualitätsziele und Starterprojekte.
Das Netzwerk der Frühen Hilfen bietet Beratung und Unterstützung für alle schwangeren Frauen, werdende Väter und Familien mit Kindern an.
Informationen zum Programm "JeKits - Jedem Kind ein Instrument, Tanzen, Singen".
Informationen zum Gebundenen Ganztag an Grundschulen der FABIDO in Dortmund.
Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende: Wichtige Informationen und Voraussetzungen für staatliche Unterstützung erhalten Sie hier.
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Informationen vom Psychologischen Beratungsdienst der Stadt Dortmund zum Thema Sozialkompetenztraining für Schulen.
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