Luftqualität
Messungen der Luftqualität in Dortmund
Die lufthygienische Situation wird bereits seit mehreren Jahrzehnten durch entsprechende Messnetze der Bundesländer und des Bundesumweltamtes kontinuierlich überwacht. Für das Bundesland Nordrhein-Westfalen überwacht das Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz NRW (LANUK) die Immissionen der Luft mit mehreren aufeinander abgestimmten Messsystemen und Alarmdiensten.
Zum
Die Luft wird hierbei insbesondere auf den Gehalt folgender Schadstoffe überprüft:
- Stickstoffdioxid (NO2)
- Partikel PM10 (Feinstaub)
- Partikel PM2,5 (Feinstaub)
- Benzol
- Ozon (O3)
- Schwefeldioxid (SO2)
- Blei im Schwebstaub (Pb)
Automatisierte, kontinuierliche Messungen des LANUK NRW
Automatisierte Messverfahren sind in einem Container aufgestellte Messgeräte, die automatisiert und kontinuierlich die aktuellen Daten zur Luftqualität an das LANUK übermitteln. Dabei werden folgende Stoffe automatisiert gemessen:
- Stickstoffdioxid (NO2)
- Schwefeldioxid (SO2)
- Ozon (O3)
- Feinstaub (PM10, PM2,5)
In Dortmund betreibt das LANUK zwei Messcontainer:
Die stündlichen Messergebnisse der Messungen zu Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon können auch über eine App des UBA abgerufen werden.
Als weiteres Verfahren erfolgt die Ermittlung des Stickstoffdioxidgehalt mittels Passivsammler.
Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes diskontinuierliches Messverfahren, d. h. es werden über einen Monat hinweg NO2-Proben gesammelt und anschließend in einem zertifizierten Labor analysiert. Nach einem Jahr können die so gewonnenen monatlichen Messwerte validiert und als Jahresmittelwert je Standort veröffentlicht werden. Der Einsatz von Passivsammlern erlaubt aufgrund des Messverfahrens eine einfache und belastbare Erfassung der NO2-Konzentrationen zeitgleich an einer großen Anzahl von Messstellen bei vergleichsweise geringem Aufwand.
Dieses Verfahren setzt das LANUK in Dortmund an folgenden Standorten ein:
Alle Messstellen des LANUK können
Städtisches Messprogramm Stickstoffdioxid
Die Stadt Dortmund ergänzt die Messungen des Landes seit Jahren mit einem Messprogramm für Stickstoffdioxid mittels Passivsammlern an derzeit 23 Standorten. Es wird explizit nicht nur an potenziell hoch belasteten Punkten gemessen, sondern das Ziel dieses Messprogramms ist es, Informationen über die Belastung im Stadtgebiet zu gewinnen. Dabei wird auch bewusst an Punkten gemessen, die keinen direkten Verkehrsbezug haben.
Die Messungen erfolgen derzeit an folgenden Stationen:
- Ruhrallee 55
- Märkische Str. 191/170
- Faßstraße/Brauerstraße
- Brackeler Hellweg 109
- Evinger Str. 191
- Emscherallee 34/36
- Provinzialstr. 380
- Stockumer Str. 238
- Brackeler Str. 20
- Wittichstr. 114
- Schöneich-siepen 47
- Kreuzstr. 92
- Brückstr. 45
- Kirchlinder Str. 13
- Chemnitzer Str. 147
- Bornstr. 138/140
- Kaiserstr. 185
- Hohe Str. 71
- Lindemannstr. 43
- Rheinische Str. 170
- Treibstr. 21/23
- Leopoldstr. 15
- Bärenbruch 138
Zukünftige Feinstaubmessungen der Stadt Dortmund
Das Umweltamt der Stadt Dortmund hat im Rahmen eines Smart City Dortmund Projekts damit begonnen, die Belastung der Luft mit PM10 und PM2,5 zu messen. Dafür wurden 6 hochpräzise Feinstaubsensoren der Firma Pallas an Laternenmasten in Dortmund installiert. Die Sensoren messen kontinuierlich den Feinstaubgehalt in der Luft als PM10- und PM2,5-Konzentrationen – PM10 (PM, particulate matter) Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (μm) und PM2,5 Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometer (μm). Weiterhin messen die Sensoren die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck.
Die erfassten Daten werden über das LoRaWAN-Netzwerk (Long Range Wide Area Network) der Stadt Dortmund übertragen. Demnächst werden die Messwerte öffentlich im Open Data Portal der Stadt Dortmund bereitgestellt, sodass sie für wissenschaftliche Einrichtungen, Umweltorganisationen und interessierte Bürger*innen zugänglich sind.
Messergebnisse Stickstoffdioxid
Die Ergebnisse der Stickstoffdioxidmessungen stellen sich aktuell wie folgt dar:
| Messpunkte | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Abnahme 2018-2024 | Abnahme 2018-2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | absolut | in % | |
| Brackeler Str. | 51 | 45 | 35 | 33 | 32 | 30 | 31 | -20 | 39 |
| Eving | 25 | 24 | 20 | 20 | 20 | 18 | 18 | -7 | 28 |
| Westfalendamm | 38 | 36 | 30 | 31 | 31 | 27 | 25 | -13 | 34 |
| Rheinlanddamm | 45 | 39 | 32 | 34 | 32 | 26 | 25 | -20 | 44 |
| Ruhrallee 61 | 37 | 34 | 32 | 30 | |||||
| Mallinckrodtstr. | 36 | 37 | 35 | 32 | |||||
| Märkische Str. | 32 | 32 | 28 | 27 | |||||
| Borsigstr. | 39 | 39 | 33 | 35 |
Eine verstärkte Abnahme der Messwerte ist in den Jahren 2018 bis 2020 zu erkennen. In den letzten vier Jahren kam es nur noch zu geringen Abnahmen und an 2 Messpunkten sogar zu einem leichten Anstieg der Werte. Der aktuelle Immissionsgrenzwert von 40 μg/m3 wurde auch im Jahr 2024 an allen Stationen in Dortmund eingehalten.
| Messpunkte | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Abnahme 2018-2024 | Abnahme 2018-2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | JWM in µg/m3 | absolut | in % | |
| Ruhrallee 55 | 51 | 47 | 35 | 33 | 29 | 27 | 29 | -22 | 43 |
| Märkische Str. 191/170 | 42 | 38 | 30 | 28 | 27 | 24 | 27 | -15 | 36 |
| Faßstr-/Brauerstr. | 36 | 31 | 24 | 25 | 21 | 19 | 20 | -16 | 44 |
| Brackeler Hellweg 109 | 29 | 26 | 22 | 23 | 20 | 18 | 19 | -10 | 34 |
| Evinger Str. 191 | 34 | 32 | 28 | 27 | 25 | 23 | 25 | -9 | 26 |
| Emscherallee 34-36 | 32 | 29 | 24 | 23 | 23 | 20 | 22 | -10 | 31 |
| Provinzialstr. 380 | 31 | 29 | 24 | 24 | 22 | 19 | 21 | -10 | 32 |
| Stockumer Str. 238 | 30 | 27 | 22 | 22 | 20 | 18 | 18 | -12 | 40 |
| Brackeler Str. | 50 | 45 | 35 | 33 | 31 | 30 | 34 | -16 | 32 |
| Wittichstr. | 22 | 20 | 17 | 18 | 15 | 13 | 14 | -8 | 36 |
| Schöneichensiepen | 15 | 14 | 12 | 13 | 10 | 9 | 9 | -6 | 40 |
| Kreuzstr. | 33 | 30 | 25 | 26 | 22 | 18 | 19 | -14 | 42 |
| Brückstr. | 27 | 25 | 21 | 22 | 19 | 16 | 17 | -10 | 37 |
| Kirchlinder Str. 13 | 40 | 40 | 34 | 31 | 29 | 27 | 28 | -12 | 30 |
| Chemnitzer Str. 147 | 37 | 35 | 29 | 26 | 24 | 23 | 23 | -14 | 38 |
| Bornstr. 138/140 | 37 | 38 | 39 | ||||||
| Kaiserstr. 185 | 22 | 20 | 21 | ||||||
| Hohe Str. 71 | 24 | 21 | 22 | ||||||
| Lindemannstr. 43 | 31 | 28 | 29 | ||||||
| Rheinische Str. 170 | 21 | 19 | 20 | ||||||
| Treibstr. 21/23 | 29 | 27 | 29 | ||||||
| Leopoldstr. 15 | 30 | 28 | 29 | ||||||
| Bärenbruch 138 | 35 | 35 |
Im Jahr 2024 ist im Vergleich zu 2023 an fast allen Messstelle, die Belastung um 1 bis 4 μg/m3 gestiegen. Da diese generelle Erhöhung der Werte auch an den Messpunkten, welche sich nicht direkt an Straßenabschnitten befinden, der Fall war, kann von einer generellen Zunahme im Stadtgebiet ausgegangen werden. An allen Messpunkten wird der Jahresmittelgrenzwert von 40 μg/m3 unterschritten. Der höchste Wert mit 39 μg/m3 wurde im Bereich der Bornstraße gemessen. Der geringste gemessene Wert beträgt 9 μg/m3 NO2 im Jahresmittel und wurde im ländlichen Hintergrund gemessen (MP 24 Schöneichensiepen 47).
Messergebnisse Feinstaub
Messungen des Feinstaubes werden für zwei Messgrößen durchgeführt. Es wird zwischen PM10 (PM, particulate matter) Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (μm) und PM2,5 Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometer (μm) unterschieden.
PM10 wird seit längerer Zeit an den Messstationen in Eving und an der Brackeler Straße durch das LANUV NRW gemessen. An beiden Messstellen wird der Grenzwert für das Jahresmittel von 40 μg/m3 Luft mit jeweils 15 und 14 μg/m3 Luft deutlich eingehalten, wie dies auch in den Vorjahren der Fall war. Darüber hinaus dürfen die täglichen Mittelwerte einen Wert von 50 μg/m3 Luft nur 35mal im Jahr überschreiten. Dies war im Jahr 2023 an den beiden Messstelle 0mal der Fall.
An den beiden genannten Messstellen wird ebenfalls PM2,5 gemessen. Hier wurde an der Station in Eving und an der Brackeler Straße jeweils ein Jahresmittelwert von 10 μg/m3 festgestellt. Dieser Wert unterschreitet den Grenzwert von 25 μg/m3 Luft deutlich. Ähnlich wie bei den PM10-Jahresmittelwerten ist auch in der kleineren Feinstaubfraktion PM2,5 durchschnittlich keine Abnahme der Jahresmittelwerte im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
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