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Kokerei Hansa - "Erlebnispfad Natur und Technik"

"Bisher war ich noch nicht mit meinen Kindern auf der Kokerei Hansa. Deshalb haben wir uns für diese Führung beworben", sagt Romy R. Die Familie ist eine von mehreren Familien, die dank der Kampagne "Dortmund... mit Kindern erleben" des Familien-Projekts und der Ruhr Nachrichten die Chance hatte, auf dem "Erlebnispfad Natur und Technik" zu wandeln.

Von Barbara Nobis

Zunächst zur Technik: "Was ist Koks und wofür braucht man ihn?", fragt Gerhard Hendler, ehrenamtlicher Führer, die Gruppe. Aufmerksames Schweigen. Vierzehn Menschen blicken auf den grauen Betonfußboden der Waschkaue, in der sich früher die Kumpels ihre Rücken weiß schruppten. "Koks ist schwarz", zumindest soviel weiß der neunjährige Mark-Oliver. Ein Anfang.

Daraufhin erklärt Gerhard Hendler seinen Gästen in der ehemaligen Kokerei-Kantine ganz genau, wie Koks entsteht. Koks wird aus Kohle hergestellt, die bei über 1000 Grad Celsius wie ein Kuchen gebacken wird. Dann berichtet er, dass Koks für die Gewinnung von Eisen und Stahl eingesetzt wurde. Gerd Hendler, der ehemalige Chemotechniker, erläutert noch viel mehr: Zum Beispiel die Gewinnung des "Kohlenwertstoffes" Rohbenzol. Komplex sind die Sachverhalte, einprägsam die Bilder, die Gerhard Hendler benutzt. Er vergleicht Kompressoren mit Luftpumpen, Koksöfen mit Toastern.

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Früher schwarze Kohle - heute bunte Vielfalt

Nach dem einführenden Vortrag geht es ins Freie, erst zur schwarzen - später zur weißen Seite der Kokerei Hansa. Dort, wo früher Kohle die Umgebung schwärzte, herrscht heute bunte Vielfalt. Weiß blühende Schafgarbe, violetter Flieder, gelbe Goldrutenblüten - und immer wieder Birkengrün zwischen Schotter, rostenden Rohren und kaputten Bahngleisen. Im ehemaligen Absatzbecken schwimmen Goldfische, im Wasser des Gleisbetts finden die Kinder Kaulquappen. Die Natur breitet sich im ehemaligen Industrieareal aus. Dies ist seitens der Industriedenkmal-Stiftung, die die Kokerei Hansa unterhält, durchaus beabsichtigt. Gerd Hendler ist sich dennoch sicher, dass der "Erlebnispfad Natur und Technik" in den nächsten 15 Jahren erhalten bleibt.

Das gilt auch für das 150 Meter lange Förderband in zirka 30 Metern Höhe, durch das Gerhard Hendler zusammen mit den Kindern und deren Eltern schreitet. "Das Förderband fand ich gut – ein tolles Gefühl da oben herzulaufen", sagt die neunjährige Lina daher am Schluss des Rundgangs. Ihre Schwester Nora ist auch zufrieden. Die Brombeeren an den Büschen bei den Steigrohren haben ihr geschmeckt. Der 15-jährige Aron ist da kritischer: "Der Nachmittag hat mich zu sehr an den Lernstoff in der Schule erinnert." Gelohnt hat sich der Rundgang trotzdem. Nach drei Stunden Marsch über zig Treppen, Metallroste, durch den Kohlebunker und die Kompressorenhalle weiß der neunjährige Martin am Schluss erheblich mehr über das "schwarze Gold" und die Industrie-Natur als zu Beginn der Führung.

Fazit: Der "Erlebnispfad Natur und Technik" eignet sich für Familien mit Kindern ab acht Jahren, die sich für Technik und/oder die Geschichte Dortmunds interessieren.

Kontakt

Kokerei Hansa

44369 Dortmund
Öffnungszeiten:

April bis Oktober:
Dienstag-Sonntag, 10:00-18:00 Uhr

November bis März:
Dienstag-Sonntag, 10:00-16:00 Uhr

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