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Kinder- und Jugendförderung

Herausforderungen digitaler Kommunikation

Die digitale Kommunikation gehört heute selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie bewegen sich dabei ständig zwischen ihrer analogen Lebenswelt, z. B. Schule, Familie oder Freundeskreis und der digitalen Welt aus Smartphones, Apps und sozialen Netzwerken. Diese beiden Bereiche verschmelzen zunehmend, wodurch junge Menschen lernen müssen, bewusst und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen. Besonders herausfordernd ist dabei, dass das Internet weltweit vernetzt ist und damit unüberschaubar viele Inhalte, Kontakte und Informationen bietet. Gleichzeitig ermöglicht die Anonymität im Netz Verhalten und Begegnungen, die schwer einzuschätzen oder zu kontrollieren sind. All diese Faktoren machen es notwendig, digitale Kommunikation kritisch zu reflektieren und Kinder sowie Jugendliche in ihrer Medienkompetenz zu stärken.

Das Fachreferat Erzieherischer Kinder und Jugendschutz möchte daher auf folgende Herausforderungen aufmerksam machen, die sich bei der Nutzung von digitalen Medien ergeben können.

Hate Speech Desinformation Künstliche Intelligenz Cybermobbing
Fachreferat Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

Benötigen Sie weitere Informationen, Beratung oder wollen an einer unserer Grundlagenschulungen der Handlungsfelder des Erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes teilnehmen? Hier können Sie Kontakt zu uns aufnehmen.

Hate Speech

Unter Hate Speech werden Hassreden im digitalen Raum verstanden. Die Anonymität begünstigt Hasskommentare, Täter müssen sich nicht Face-to-Face mit Kommentaren auseinandersetzen und auch nicht mit der Reaktion anderer im realen Leben (vgl. Internetredaktion LpB BW 2024). Eine einheitliche Definition, mit der jegliche Hassrede identifizierbar ist, gibt es nicht. Hassreden können sehr offensichtlich sein, aber auch versteckt formuliert sein. Hate Speech wird nicht nur durch schriftliche Kommentare verbreitet, sondern auch durch Memes.

Der Hass richtet sich gegen Gruppen oder einzelne Personen. Gegenstand ist meist ihre Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion, eine Behinderung oder die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.

Hass im Internet kann mit dem Gefühl der Hilflosigkeit einhergehen und kann somit schwer zu verarbeiten sein. Schlaf- und Essstörungen, geringes Selbstbewusstsein und eine geminderte Leistungsfähigkeit können Konsequenzen sein, je nach Resilienz des Individuums. In schweren Fällen leiden die Geschädigten unter Suizidgedanken (vgl. Internetredaktion LpB BW 2024).

Welche Formen von Hate Speech gibt es?

Es lassen sich verschiedene Formen von Hate Speech identifizieren:

• Rassismus

• Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus

• Sexismus

• Homo- und Transfeindlichkeit

• Politische Motive

• Antiziganismus

• Ableismus (Diskriminierung Behinderungen)

• Klassismus (Diskriminierung der sozialen Herkunft)

• Lookismus (Diskriminierung aufgrund des Erscheinungsbildes (vgl. Spiess- Hegglin 2021)

• Antifeminismus (Klicksafe 2024: 7)

Was kann ich gegen Hate Speech tun?

Wer Hassrede im Internet beobachtet, sollte aktiv werden. Denn Schweigen unterstützt indirekt die Absender solcher Botschaften. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um dagegen vorzugehen je nach Situation und eigener Belastungsgrenze.

Melden von Hasskommentaren direkt bei der Plattform

Gegenrede (counterspeech) kann eine starke Wirkung haben, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden. Es gibt Situationen, in denen es sinnvoller ist, den Hass zu melden und zu blockieren, anstatt die Diskussion zu suchen. Außerdem ist Gegenrede eine Methode mit der sich Anwender*innen auseinandersetzen sollten, bevor sie eingesetzt wird.Betroffene Personen unterstützen und Hilfe durch persönliche Nachrichten oder das Teilen von Beratungsstellen anbieten.

Wird Hatespeech besonders schlimm oder strafrechtlich relevant, zum Beispiel bei rassistischen, sexistischen oder gewaltverherrlichenden Äußerungen, sollte der Vorfall dokumentiert und zur Anzeige gebracht werden. Wichtig ist, Screenshots zu machen, um Beweise zu sichern. Die Anzeige kann bei der Polizei oder über spezielle Meldestellen erfolgen (Amadeu Antonio Stiftung o.J.)

Quellen

Amadeu Antonio Stiftung (o.J.): Digitale Zivilgesellschaft: Das können Sie tun. URL: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/digitale-zivilgesellschaft/das-koennen-sie-tun/ (Stand: 01.08.2025).

Internetredaktion LpB BW (2024): Hate Speech – Hass im Netz. Abrufbar unter: https://www.lpb-bw.de/hatespeech (Stand 30.07.25)

RAA Sachsen e.V. (2025): Auswirkungen von Hate Speech und Unterstützung für Betroffene. Abrufbar unter: https://www.raa-sachsen.de/media/2259/Factsheet_Auswirkungen_von_Hate_Speech_RAASachsen_Juli25.pdf (Stand: 01.08.25)

Spiess- Hegglin (2021): Hatespeech. Hatespeech – was ist das? Abrufbar unter: https://netzcourage.ch/hate-speech (Stand: 01.08.25)

Desinformation

Desinformation und Fake News, zwei Begriffe, die oft nebeneinander existieren und parallel genutzt werden. Aber reden wir von Desinformation, wenn es um Fake News geht und andersherum? Im Folgenden findet zuerst eine kurze Abgrenzung statt.

Unter Fake News werden gefälschte Nachrichten oder Falschnachrichten verstanden. Fake News gab es in der Geschichte der Menschheit schon immer, was sich mit dem Aufkommen des Internets verändert hat, ist die Art und Schnelligkeit der Verbreitung (vgl. Internetredaktion LpB BW Juni 2024). Die Menge der verbreiteten Informationen macht ein Erkennen falscher Informationen schwieriger. Auch das nachträgliche Widerlegen von falschen Inhalten stellt sich als schwierig heraus (vgl. Klicksafe 2025: 25). Hinzukommend sind Falschinformationen oft nicht durchgehend erfunden, sondern eine Verzerrung der Wahrheit, eine Identifikation als falsch ist somit schwieriger (vgl. Klicksafe 2025: 38).

Seit 2016 fand eine steigende missbräuchlicher Nutzung des Begriffs Fake News statt. Hier wurden Meldungen, die der Wahrheit entsprachen, vermehrt als Fake News betitelt. Aufgrund dessen wurde Abstand vom Begriff genommen, im Diskurs wird der Begriff Desinformation genutzt.

Merkmale von Desinformation

Viele Desinformationen gleichen sich und sind bereits durch diese 4 Merkmale erkennbar:

  • Eindimensionalität
  • Emotionalisierende Sprache
  • Manipulation von Bildern / Videos
  • Ungesicherte Quellen

(Quelle: Klicksafe 2025: 33)

Faktencheck

Eine wichtige Strategie ist es, Desinformation direkt recherchieren. Hierzu eignet sich der Faktencheck:

1. Quellen überprüfen

Ist die Quelle seriös, berichten noch andere Quellen? (vgl. Neue Medienmacher 2023)

2. Fakten Checken

Stimmt die Information, welche Infos können zum Sachverhalt noch gefunden werden (vgl. Klicksafe 2023b)

3. Bilder überprüfen

z.B. durch die Google Bilder Rückwärtssuche, vielleicht sind die Bilder aus dem Kontext gerissen (vgl. Neue Medienmacher 2023)

4. Aktualität der Informationen prüfen

5. Faktenchecker Seiten prüfen

Dort sind aktuelle Falschmeldungen bereits entlarvt: Correctiv. Faktenchek, dpa.factchecking, ARD-Faktenfinder (vgl. Neue Medienmacher 2023), Mimikama

6. Faktenchecker WhatsApp Service

Per WhatsApp können Correctiv und dpa direkt zu einer Meldung befragt werden

Dpa: 0160 3476409

Correctiv: 0151 17535184 (vgl. Klicksafe 2025: 30)

Quellen

Internetredaktion LpB BW (Juni 2024): Dossier Fake News. Abrufbar unter: https://www.lpb-bw.de/fake-news (Stand: 25.06.25)

Klicksafe (2023b): Desinformation und Meinung von Deepfakes bis Fake News – Informationen & Tipps. Fake News. Abrufbar unter: https://www.klicksafe.de/desinformation-und-meinung/fake-news (Stand 28.07.25)

Klicksafe (2025): Ethik macht Klick. Meinungsbildung in der digitalen Welt. Abrufbar unter: https://www.klicksafe.de/materialien/ethik-macht-klick-meinungsbildung-in-der-digitalen-welt (Stand: 30.06.25)

Neue Medienmacher (2023): Alle sprechen über Desinformationen – Aber was ist das eigentlich? Abrufbar unter: https://neuemedienmacher.de/aktuelles/beitrag/alle-sprechen-ueber-desinformationen-aber-was-ist-das-eigentlich-1/ (Stand: 28.07.25)

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet technologische Systeme, die darauf ausgelegt sind, Entscheidungsprozesse und Aufgaben zu automatisieren, für die üblicherweise menschliche Intelligenz erforderlich ist. Dabei orientiert sich KI an den kognitiven Fähigkeiten des Menschen und versucht, diese in maschineller Form nachzubilden. Insgesamt umfasst der Begriff Methoden und Programme, die Maschinen befähigen, intelligent zu handeln und komplexe Aufgaben eigenständig zu bewältigen.

Berührungspunkte junger Menschen mit KI

Laut JIM-Studie 2024 (Jugend, Internet, Medien, repräsentative Studie, n=1200) haben über die Hälfte der 12-19 Jährigen schon einmal eine KI genutzt. Ab dem Alter von 14 Jahren scheint KI an Bedeutung zu gewinnen.

Die größte Bedeutung hat KI bei den Befragten für den schulischen Bereich, zum Spaß haben und um sich zu informieren.

Das Thema KI ist für Jugendliche ein aktuelles Thema und es Bedarf dem Erwerb von Kompetenzen.

Obwohl KI Programme für Kinder nicht empfohlen werden und die AGB´s der KI´s eine Nutzung meist erst ab 13 Jahren erlauben, sieht die Realität in Kinderzimmern anders aus. Allein schon durch die Nutzung von Social Media wird die Anwendung von KI bedingt. Deswegen ist die Thematisierung von künstlicher Intelligenz auch unter 13 Jahren notwendig. Erworbene Kompetenzen können hier bereits vor Schaden schützen (vgl. Beer 2023)

Probleme von KI

Die KI halluziniert:

KI ist längst im Kinderzimmer angekommen. Large Language Modelle, wie z. B. ChatGPT, werden zu Recherchezwecken genutzt, aber meist ohne Hinterfragen des Wahrheitsgehaltes. Im Grunde gilt hier das Motto: Nicht alles, was eine KI sagt, ist auch wahr. Das Phänomen wird halluzinieren genannt (vgl. Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein 2024). In diesem Fall erfindet die KI einfach eine Antwort, die sich sehr plausibel lesen kann (vgl. Internet-ABC e. V. 2024).

KI liefert schwache und ungenaue Aussagen:

Die KI kann mit unzureichenden Daten trainiert sein. Wurde eine KI mit Pflanzendaten aus Europa trainiert, wird diese über mittelamerikanische Pflanzen keine genauen oder falschen Aussagen treffen können. Hier gilt, dass eine Anwendung mit einem großen Wissenstand, keine spezifischen Aussagen treffen kann. Da sie nicht für Expertenwissen in einem Gebiet trainiert wurde (vgl. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI 2024: 11ff.). Die KI Tools geben mittlerweile die Informationsquellen preis, aus denen sie die Daten haben. Diese sollten ebenfalls geprüft werden, ob besagte Informationen überhaupt in der Quelle stehen oder besagte Quelle seriös ist.

Quellen

Beer, K. (2023): ChatGPT erst ab 13? "Die Realität sieht anders aus". Abrufbar unter: https://www.heise.de/hintergrund/Kritik-an-UNESCO-Leitfaden-fuer-KI-Fernhalten-wird-Kinder-nicht-schuetzen-9312689.html (Stand 10.08.25)

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (unbekannt): Künstliche Intelligenz – wir bringen Ihnen die Technologie näher. Abrufbar unter: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Technologien_sicher_gestalten/Kuenstliche-Intelligenz/kuenstliche-intelligenz_node.html (Stand 04.08.25)

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (2024): Künstliche Intelligenz sicher nutzen. Abrufbar unter: https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Wegweiser_Checklisten_Flyer/Brosch_A6_Kuenstliche_Intelligenz.pdf?__blob=publicationFile&v=15 (Stand 10.08.25)

Internet ABC e.V. (2024): Künstliche Intelligenz im Unterricht. Abrufbar unter: https://www.internet-abc.de/ki/#c211159 (Stand: 05.08.25)

Klicksafe (2025): Deep Fake. Deep Impact. Wie Jugendliche Deepfakes erkennen und ihre Folgen kritisch hinterfragen lernen. Abrufbar unter: https://www.klicksafe.de/fileadmin/cms/download/Material/P%C3%A4d._Praxis/Material_Paed-Praxis_Deep-Fake-Deep-Impact_klicksafe.pdf (Stand 09.08.25)

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest c/, Landesanstalt für Kommunikation (2024): JIM Studie 2024. Jugend. Information. Medien Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. Abrufbar unter: https://mpfs.de/app/uploads/2024/11/JIM_2024_PDF_barrierearm.pdf (Stand 04.08.25)

Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (2024): Wenn die KI das Sagen hat … Abrufbar unter: https://www.scout-magazin.de/bildung-und-wissen/artikel/wenn-die-ki-das-sagen-hat.html (Stand 05.08.25)

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (unbekannt):
Starke vs. Schwache KI - eine Definition. Abrufbar unter: https://ki.thws.de/thematik/starke-vs-schwache-ki-eine-definition (Stand 04.08.25)

Cybermobbing

Cybermobbing ist das aktive Ausgrenzen einer Person oder Personengruppe, das regelmäßig und über einen längeren Zeitraum geschieht. Entgegen der analogen Form passiert dies im Netz unabhängig von Zeit und Raum. Die Anonymität im Internet bietet Täter*innen eine niedrige Hemmschwelle. Dies kann in Form von Bedrohungen,

Beleidigungen über Soziale Medien, Messenger Diensten oder E-Mails erfolgen. Hierzu zählen Textnachrichten, Videos und Fotos, welche von den Täter*innen verfälscht, bearbeitet oder unerlaubt weitergegeben werden.

Was kann ich tun?

1. Ruhe bewahren

2. Du bist nicht allein! – Sofern es keine Erwachsenen sind, denen sich das Opfer anvertrauen möchte oder kann, sollte es mit Freunden darüber reden oder sich anderweitig Unterstützung durch die Nummer gegen Kummer oder Hilfeseiten holen.

3. Dokumentiere die Angriffe – Sichere die Beweise der Chatnachrichten per Screenshot. Vorsicht bei Bildmaterial! Unterstützung gibt es hier Rechtssichere Screenshots erstellen: Wie geht das? — HateAid

4. Blockieren, Melden, Löschen - Bei allen Anbietern gibt es Meldefunktionen.

5. Gegenwehr - Aktiviere andere Freunde oder Bystander mit persönlicher Ansprache dazu sich ebenfalls zu Wort zu melden. Werde selbst nicht beleidigend, laut und verbreite nicht im Gegenzug Bilder über andere. (Dies raten wir nur, wenn die Personengruppe mit den Konsequenzen umgehen kann.)

6. Anzeige bei der Polizei - Wenn es sich nicht über andere Wege klären oder eindämmen lässt und das Opfer stark belastet oder deformiert ist.

Wo finde ich Hilfe?

www.juuuport.de - Beratung, Melde-Möglichkeit, Informationen

Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App - Hilfsapp für Betroffene

krisenchat | 24/7 Krisenberatung per Chat – Von Jugendlichen für Jugendliche

Beratungsstellen der Stadt Dortmund

Erzieherischen Kinder- und Jugendschutz, Jugendamt Dortmund

Quellen

Klicksafe (2021): Was tun bei (Cyber)Mobbing?(Stand: 15.04.2025)

Kontakt

Jugendamt Dortmund - Kinder- und Jugendförderung - Fachreferat Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

Anschrift und Erreichbarkeit
Anschrift:
Voßkuhle 37
44141 Dortmund

Die Adresse Voßkuhle 37, 44141 Dortmund, ist gut erreichbar:
Mit ÖPNV: Die U-Bahn-Linie U47 hält an der nahegelegenen Haltestelle "Voßkuhle" (ca. 3 Gehminuten entfernt). Die Buslinien 455 und 456 halten ebenfalls an der Haltestelle "Voßkuhle".
Mit dem Auto: Die Adresse liegt nahe dem Westfalendamm (B1) und ist über das Straßennetz gut angebunden. Parkmöglichkeiten stehen Ihnen sowohl auf unseren Besucherparkplätzen als auch in der umliegenden Umgebung kostenfrei zur Verfügung.

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