Gesundheit & Pflege
Chronische Erkrankungen und Neurodivergenz
Wegweiser bieten Orientierung
Kinder mit chronischen Erkrankungen oder Neurodivergenz bringen unterschiedliche Bedürfnisse mit. Die Dortmunder Wegweiser unterstützen Familien sowie Fachkräfte in Kita und Schule mit praxisnahen Informationen, Orientierung und hilfreichen Ansprechpersonen, um den gemeinsamen Alltag gut zu gestalten und eine gelingende Teilhabe zu fördern.
Das Angebot umfasst Wegweiser zu verschiedenen chronischen Erkrankungen und Formen der Neurodivergenz und wird fortlaufend erweitert.
Springe zu
Sie suchen Informationen zu einer Erkrankung oder Form der Neurodivergenz, für die derzeit noch kein Wegweiser verfügbar ist? Dann stehen wir Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung. Alternativ finden Sie weitere Informationen und Ansprechpersonen in unserem Bambini Kindergesundheitsportal:
Digital und zum Download
Die Wegweiser stehen Ihnen sowohl online als auch als PDF zum Download zur Verfügung. Die Website enthält zahlreiche weiterführende Links zu den jeweiligen Einrichtungen und Angeboten. Die PDF-Versionen bieten ergänzende Informationen und Erläuterungen.
Alle Angaben wurden nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität kann nicht übernommen werden. Die Reihenfolge der aufgeführten Anbieter und Einrichtungen erfolgt alphabetisch und stellt keine Empfehlung oder Wertung dar.
Übersetzung / Translation
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Dortmunder Wegweiser
Diabetes mellitus Typ 1
Die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 stellt Familien vor neue Herausforderungen – insbesondere beim Start oder im Alltag in Kita und Schule. Dieser Wegweiser bietet Orientierung für einen einheitlichen Umgang mit Diabetes im Kita- und Schulalltag in Dortmund. Er unterstützt Familien und pädagogische Fachkräfte dabei, Kinder mit Diabetes Typ 1 sicher zu begleiten und ihre selbstverständliche Teilhabe am Alltag in Kita und Schule zu ermöglichen. Die Informationen ergänzen die medizinische Betreuung, geben einen Überblick über wichtige Ansprechpersonen und Unterstützungsangebote und helfen dabei, den gemeinsamen Alltag gut zu gestalten.
Was ist Diabetes Typ 1?
Diabetes mellitus Typ 1 ist eine chronische Erkrankung und die häufigste autoimmune Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.000 Kinder und Jugendliche daran.
Bei dieser Erkrankung kann der Körper kein eigenes Insulin mehr bilden. Insulin ist jedoch notwendig, damit Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangen kann. Fehlt Insulin, steigt der Blutzuckerspiegel an. Häufig fallen Kinder zunächst dadurch auf, dass sie viel Durst haben, häufig auf die Toilette müssen, müde wirken oder sich nicht mehr gut konzentrieren können.
Wie wird Diabetes Typ 1 behandelt?
Die Behandlung erfolgt lebenslang durch die Gabe von Insulin, z. B. über einen Insulinpen oder eine Insulinpumpe. Der Blutzucker wird regelmäßig kontrolliert, um die Insulinzufuhr individuell anzupassen. Ziel ist ein möglichst stabiler Blutzucker, damit sich das Kind gut entwickeln und am Alltag teilnehmen kann. Gleichzeitig können dadurch akute Komplikationen und langfristige Folgeerkrankungen vermieden werden.
Je jünger das Kind ist, desto mehr Unterstützung benötigt es dabei durch Erwachsene – im Alltag meist durch Eltern, Erzieher*innen und Lehrkräfte.
Symptome einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) können schneller Puls, kalter Schweiß, Zittern, Heißhunger, Kopfschmerzen, Sprachstörungen, aggressives Verhalten oder auffällige Ruhe und Konzentrationsschwierigkeiten sein. Handeln Sie sofort, indem Sie ihrem Kind zuckerhaltige Lebensmittel wie Traubenzucker oder Fruchtsaft zum Essen oder Trinken geben.
Bei Bewusstlosigkeit rufen Sie den Notarzt (
Westfälisches Kinderzentrum am Klinikum Dortmund - Diabetischer Notfall (täglich, rund um die Uhr) →
Mein Kind hat Diabetes mellitus Typ 1
Sie finden hier die Inhalte unseres
Erste Zeit nach der Diagnose
Klinikum Dortmund - Diabetologische Ambulanz
In Dortmund werden Kinder mit Diabetes häufig durch die
Kontakt Kinderdiabetologische Ambulanz
Sozialdienst und Sozialmedizinische Nachsorge
Der Sozialdienst im Krankenhaus kann Sie unterstützen. Zum Beispiel bei der Organisation der Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, bei der Beantragung eines Pflegegrades und/oder eines Grades der Behinderung (GdB) sowie mit Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten.
Kontakt Sozialdienst Klinikum Dortmund
Zusätzlich kann die sozialmedizinische Nachsorge Familien im Alltag zu Hause begleiten. Eine Fachkraft unterstützt Sie im Umgang mit der Diabetesbehandlung, hilft bei der Strukturierung des Alltags, gibt Orientierung im Hilfesystem und begleitet bei Kontakten zur Kita, Schule oder weiteren Anlaufstellen.
Kontakt Sozialmedizinische Nachsorge
Pflegegrad beantragen
Einen Antrag auf einen Pflegegrad können Sie formlos (telefonisch oder per E-Mail) bei Ihrer Pflegeversicherung stellen. Die Pflegeversicherung ist bei Ihrer Krankenkasse angegliedert.
Nach der Antragstellung erfolgt eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD). Dabei wird geprüft, wie selbständig Ihr Kind Aufgaben bewältigen kann und in welchen Bereichen Unterstützung benötigt wird. Dazu zählen unter anderem die Durchführung der Insulintherapie, die Blutzuckermessung, der Umgang mit der Ernährung, das Erkennen und Behandeln von Unter- oder Überzuckerungen sowie die Umsetzung des Therapieplans im Alltag
Der Pflegewegweiser NRW bietet Informationen zur Beantragung eines Pflegegrades und zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Sie finden dort auch die Kontaktdaten der Pflegekassen.
Grad der Behinderung (GdB) beantragen
Für Kinder mit Diabetes kann ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden. Der GdB dient dazu, die Auswirkungen der Erkrankung auf den Alltag zu berücksichtigen und kann mit bestimmten Nachteilsausgleichen verbunden sein.
Den Antrag können Sie online oder schriftlich beim Gemeinsamen Versorgungsamt stellen:
Stadt Dortmund - Sozialamt - Versorgungsamt der Städte Dortmund, Bochum und Hagen Schwerbehindertenangelegenheiten
Anschrift und Erreichbarkeit
44141 Dortmund
-
Montagbis
-
Mittwochbis
-
Freitagbis
-
Dienstagbis
-
Donnerstagbis
Termine außerhalb der allgemeinen Sprechzeiten werden auf Wunsch ermöglicht.
Das Online-Formular über ELSA-NRW sowie den Antrag zum Ausdrucken (pdf) finden Sie hier:
Beratungsangebote in Dortmund zu Pflegegrad und GdB
Der Weg in die Kita
Mit klaren Absprachen, guter Vorbereitung und enger Zusammenarbeit zwischen Familie und Kita kann die Betreuung eines Kindes mit Diabetes Typ 1 sicher gestaltet werden.
Art und Umfang der Unterstützung hängen von verschiedenen Faktoren ab, z. B. Alter und Entwicklungsstand, Zeitpunkt der Diagnose, Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung, täglicher Therapieaufwand und organisatorischen Möglichkeiten der Kita.
Die Aufgaben werden individuell zwischen Eltern und Kita abgestimmt. Das Kita-Personal begleitet das Kind im Alltag im vereinbarten Umfang. Ist dies im Einzelfall nicht möglich oder ausreichend, kann eine zusätzliche Unterstützungskraft erforderlich sein.
Grundlegende Voraussetzungen für den Kita-Besuch
- Sie als Eltern sind als Ansprechperson jederzeit erreichbar.
- Das Kita-Personal ist über den Diabetes Typ 1 informiert, im besten Fall auch geschult.
- Es bestehen klare Absprachen zu Mahlzeiten, Blutzuckermessungen und Insulingabe.
- Ein schriftlicher Notfallplan liegt vor und ist allen Beteiligten bekannt.
- Notwendige Materialien sind jederzeit griffbereit.
- Familie und Kita stehen in engem Austausch, Vereinbarungen werden bei Bedarf angepasst.
Hilfreiche Materialien
Unser
Die
Schulung des pädagogischen Personals
Schulungen helfen dabei, Sicherheit im Umgang mit der Situation zu gewinnen. Das Kita-Personal erhält dabei grundlegende Informationen zu Diabetes Typ 1. Zusätzlich können die Schulungen auf das einzelne Kind abgestimmt werden.
Über die Lotsenstelle Diabetes in Kita und Schule NRW können Schulungen unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden.
Übernahme medizinischer Maßnahmen durch pädagogisches Personal
Die Durchführung medizinischer Maßnahmen – z. B. die Blutzuckermessung oder Insulingabe – gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben des pädagogischen Personals. Eine Verpflichtung zur Übernahme besteht nicht. Pädagogische Fachkräfte können diese Aufgaben jedoch unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig übernehmen.
- Die Fachkräfte trauen sich die Aufgabe zu
- Eine Einwilligung der Eltern liegt vor
- Die telefonische Erreichbarkeit der Eltern ist gewährleistet
- Die Fachkräfte wurden durch medizinisches Personal geschult und eingewiesen
- Injektionen werden ausschließlich von eingewiesenen Mitarbeitenden durchgeführt
- Die Aufgabenverteilung im Team ist klar geregelt, insbesondere im Vertretungsfall
- Notfallmaßnahmen bei schweren diabetischen Entgleisungen sind bekannt
- Die durchgeführten Maßnahmen werden dokumentiert
- Zwischen Eltern und Kita besteht eine schriftliche Vereinbarung zur Versorgung des Kindes (z. B. Blutzuckerkontrolle, ggf. Insulingabe)
Schriftliche Vereinbarung zwischen Eltern und Kita
Werden medizinische Maßnahmen in der Kita übernommen, sollten die Absprachen schriftlich festgehalten werden. Dabei sollten insbesondere folgende Punkte geregelt sein:
- genaue Angaben zum Medikament und zur Dosierung
- klare Vereinbarungen zu Zeitpunkt und Art der Verabreichung
- Regelungen zur Aufbewahrung des Medikaments
- mögliche Vorgaben des Einrichtungsträgers
Broschüren
Kita-Alltag mit zusätzlicher Unterstützung
Manche Kinder mit Diabetes benötigen im Kita-Alltag zusätzliche Unterstützung. Dies kann insbesondere kurz nach der Diagnose, bei sehr jungen Kindern, bei stark schwankenden Blutzuckerwerten oder bei weiteren begleitenden Erkrankungen der Fall sein. Ob eine zusätzliche Unterstützungskraft erforderlich ist, wird stets individuell geprüft.
In manchen Fällen organisieren Sorgeberechtigte die Unterstützung ihres Kindes im Kita-Alltag selbst. Je nach individueller Situation kommen dafür z. B. das Persönliche Budget, vertraute Personen, Leistungen der Pflegeversicherung oder eine Kombination verschiedener Unterstützungsformen infrage.
Dokumente zusätzliche Unterstützungskraft
Der Weg in die Schule
Der Schulalltag ist ein wichtiger Bestandteil von Kindern und Familien. Für Kinder mit Diabetes kann er mit zusätzlichen Fragen und organisatorischen Herausforderungen verbunden sein – sowohl beim Schulstart als auch dann, wenn die Diagnose während der Schulzeit gestellt wird. In beiden Situationen ist es wichtig, den Alltag gut vorzubereiten und gemeinsam Lösungen zu finden.
Mit klaren Absprachen, passenden Unterstützungsmaßnahmen und den folgenden Voraussetzungen lässt sich eine sichere und gute Teilnahme am Schulalltag ermöglichen.
Grundlegende Voraussetzungen für den Schulbesuch
- Sie als Eltern sind als Ansprechperson jederzeit erreichbar.
- Die Lehrkräfte sind über den Typ 1 Diabetes informiert, im besten Fall auch geschult.
- Es bestehen feste Absprachen zum Messen des Blutzuckers und zur Insulingabe.
- Ein schriftlicher Notfallplan ist vorhanden und allen Beteiligten bekannt.
- Notwendige Materialien wie Messgeräte, technische Hilfsmittel, Smartphones oder spezielle Bedienelemente sind jederzeit griffbereit.
- Familie und Schule stehen im engen Austausch, Vereinbarungen werden bei Bedarf angepasst.
Hilfreiche Materialien
Unser
Die Broschüre
Schulalltag mit überwiegend selbstständiger Diabetesversorgung
Wie viel Unterstützung ein Kind benötigt, hängt von seiner individuellen Situation ab – z. B. vom Alter, dem Zeitpunkt der Diagnose, der Selbstständigkeit im Umgang mit Diabetes Typ 1 sowie den organisatorischen Möglichkeiten der Schule. Mit zunehmendem Alter können viele Kinder ihre Diabetesversorgung zunehmend selbstständig übernehmen. Trotzdem braucht es weiterhin aufmerksame Erwachsene im Hintergrund.
Damit Ihr Kind sicher begleitet wird und gleichzeitig möglichst unbeschwert am Unterricht teilnehmen kann, sollten die genannten grundlegenden Voraussetzungen (siehe oben) für den Schulbesuch dauerhaft sichergestellt sein. Sind diese erfüllt und kann Ihr Kind seinen Diabetes überwiegend selbstständig versorgen, ist die Teilnahme am Schulalltag in der Regel ohne zusätzliche Unterstützung möglich.
Schulalltag mit zusätzlicher Unterstützungskraft
Die Diabetesversorgung erfordert viel Aufmerksamkeit, Planung und Vorausdenken. Je nach Alter und Entwicklungsstand kann ein Kind diese Aufgaben noch nicht vollständig allein übernehmen.
In diesen Fällen kann eine zusätzliche Unterstützungskraft notwendig sein.
In manchen Fällen organisieren Sorgeberechtigte die Unterstützung ihres Kindes im Schulalltag selbst. Je nach individueller Situation kommen dafür z. B. das Persönliche Budget, vertraute Personen, Leistungen der Pflegeversicherung oder eine Kombination verschiedener Unterstützungsformen infrage.
Dokumente zusätzliche Unterstützungskraft
Unterstützung durch Lehrkräfte
Die Durchführung medizinischer Unterstützungsmaßnahmen, wie z. B. die Gabe von Medikamenten, gehört grundsätzlich nicht zu den dienstlichen Aufgaben von Lehrkräften und ist kein Bestandteil der Lehramtsausbildung. Eine Verpflichtung zur Durchführung besteht daher nicht. Eltern können bei der Schule um Unterstützung bei medizinischen Maßnahmen ihres Kindes im Schulalltag anfragen. Lehrkräfte können diese freiwillig übernehmen, wenn erforderliche Voraussetzungen erfüllt sind.
Informationen zu den Voraussetzungen sowie Vorlagen für eine schriftliche Vereinbarung finden Sie in der folgenden
Lehrkräfte sind ebenso wie Kinder gesetzlich unfallversichert. Kommt es z. B. bei der Unterstützung eines Kindes – etwa bei der Blutzuckermessung – zu einer Verletzung, gilt dies als Arbeitsunfall. In der Broschüre „Medikamentengabe in Schulen“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie weitere Informationen:
Schulung des pädagogischen Personals
Schulungen helfen dabei, Sicherheit im Umgang mit der Situation zu gewinnen. Das Schul-Personal erhält dabei grundlegende Informationen zu Diabetes-Typ 1. Zusätzlich können die Schulungen auf das einzelne Kind abgestimmt werden.
Über die Lotsenstelle Diabetes in Kita und Schule NRW können Schulungen unter bestimmten Voraussetzungen finanziell gefördert werden.
Nachteilsausgleich in der Schule
Ein Nachteilsausgleich sorgt dafür, dass Kinder trotz gesundheitlicher Besonderheiten faire Bedingungen in der Schule haben. Die inhaltlichen Anforderungen bleiben dabei gleich, nur die Rahmenbedingungen werden angepasst. Die Entscheidung über einen Nachteilsausgleich trifft die Schule, häufig im Rahmen einer Klassenkonferenz oder durch die Schulleitung.
Mögliche Maßnahmen sind:
- zusätzliche Bearbeitungszeit bei Klassenarbeiten oder Tests
- kurze Unterbrechungen zum Blutzucker messen oder Essen
- Mitführen und Nutzen von Diabetes-Hilfsmitteln im Unterricht (z. B. Sensorlesegerät oder Insulinpumpe)
- Nutzung eines Smartphones oder einer Smartwatch im Unterricht, wenn diese zur Anzeige oder Überwachung der Blutzuckerwerte benötigt wird
- Essen oder Trinken während des Unterrichts, wenn es medizinisch notwendig ist
- Nachschreiben einer Klassenarbeit bei gesundheitlichen Einschränkungen
- Anpassungen bei Sport oder Prüfungen in besonderen Situationen
Der Schule stehen eine
Beratungshaus Inklusion Dortmund
Im Beratungshaus Inklusion können sich Eltern beraten lassen. Dort arbeiten Sonderpädagog*innen mit Fachkräften aus Therapie und Pflege zusammen. Sie erhalten z. B. Informationen zu Schulformen, Pflegemanagement in der Schule und Nachteilsausgleichen.
Kontakt
Schulische Aktivitäten und Klassenfahrten
Damit Kinder mit Diabetes sicher an Sport, Festen, Ausflügen oder Klassenfahrten teilnehmen können, sind im Vorfeld klare Absprachen wichtig. Dazu gehören unter anderem der Umgang mit Bewegung und Blutzucker, mitzuführende Hilfsmittel sowie die Erreichbarkeit einer verantwortlichen Person im Bedarfsfall.
Auch Klassenfahrten sind ein wichtiger Teil des Schullebens. Je nach Alter und Selbstständigkeit des Kindes sowie den personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen kann eine zusätzliche Begleitperson erforderlich sein.
Mögliche Ansprechpartner für Klassenfahrtbegleitungen
-
Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes– Landesverband NRW e. V., Projekt „Klassenfahrtbetreuung“ KLAFA kathleen.brockelmann@ddh-m.de -
myschoolcare West GmbH info.dortmund@myschoolcare.de
Eine gute Vorbereitung und klare Absprachen helfen, Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Unsere
Austausch und Unterstützung
Der Alltag mit Diabetes bringt neben medizinischen Fragen auch organisatorische und emotionale Herausforderungen mit sich. Viele Familien profitieren von Unterstützung sowie vom Austausch mit anderen Betroffenen.
Selbsthilfegruppen und Informationsangebote
Dia Engel e.V.
Selbsthilfeverein für Menschen mit Diabetes und ihre Familien. Die Gruppe organisiert (Online-)Treffen und Info-Veranstaltungen.
Regionalgruppe Dortmund
Ansprechperson Ute Jüngling (
Die Nummer gegen Diabetes Kummer
Telefonische Beratung täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr:
Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle unterstützt bei der Suche oder Gründung von Selbsthilfegruppen und vermittelt Kontakte zu bestehenden Gruppen im Raum Dortmund. Sie finden sie im Ostenhellweg 42-48.
Informationsplattformen
Bitte beachten Sie: Informationen aus dem Internet oder aus Online-Gruppen können hilfreich sein, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch Ihre Kinderdiabetologie.
Ferienfreizeiten
Ferienfreizeiten und Diabetes-Camps bieten für Kinder mit Diabetes die Möglichkeit, gemeinsame Erlebnisse zu sammeln, neue Erfahrungen zu machen und andere Betroffene kennenzulernen. Die Angebote sind vielfältig und reichen von sportlichen Aktivitäten wie Fußball oder Skifahren bis hin zu kreativen Formaten wie Zirkusprojekten.
Da sich Termine und Angebote regelmäßig ändern, empfiehlt es sich, aktuelle Informationen online abzurufen. Beispielsweise unter
Rehabilitation
Eine medizinische Rehabilitation kann sinnvoll sein, wenn der Umgang mit dem Diabetes im Alltag noch schwerfällt, die Blutzuckerwerte über längere Zeit schwer einzustellen sind, Stoffwechselentgleisungen auftreten oder der Alltag des Kindes stark beeinträchtigt.
Voraussetzungen und weitere Informationen finden Sie bei der
Dortmunder Wegweiser
Autismus-Spektrum-Störung
Der Wegweiser richtet sich an Familien, Fachkräfte aus Kita und Schule sowie Akteur*innen des Gesundheits- und Hilfesystems. Er bietet einen strukturierten Überblick über Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten für autistische Kinder und Jugendliche in Dortmund und Umgebung, bündelt Fachinformationen, beschreibt diagnostische und therapeutische Versorgungswege, stellt zentrale Anlaufstellen und Institutionen vor und enthält praxisnahe Handlungsempfehlungen für Familien sowie für Fachkräfte in Kita und Schule.
Der Wegweiser ersetzt keine medizinische, therapeutische oder fachliche Beratung. Er dient als Orientierungshilfe und gibt beispielhafte Antworten zu folgenden Fragen:
- An wen wende ich mich bei einer (Verdachts-)Diagnose Autismus?
- Welche Einrichtungen haben welche Aufgaben?
- Welche Beratungs-, Therapie- und Fördermöglichkeiten gibt es für Kinder und Jugendliche mit Autismus in Dortmund?
Was ist Autismus?
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zählen zu den neuroentwicklungsbedingten Störungen. Schätzungen zufolge sind etwa 1 % der Bevölkerung im Autismus-Spektrum.
Der Begriff „Autismus-Spektrum“ verdeutlicht, dass sich Autismus sehr unterschiedlich zeigen kann. Jedes Kind oder jede*r Jugendliche hat individuelle Stärken, Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe. Manche Kinder und Jugendliche haben leichte Einschränkungen, andere sind stärker beeinträchtigt oder haben mehrere Behinderungen. Autismus ist nicht heilbar. Eine frühzeitige Unterstützung kann jedoch dazu beitragen, Fähigkeiten zu stärken, Herausforderungen zu bewältigen und die Teilhabe am Alltag zu fördern.
Die Merkmale einer Autismus-Spektrum-Störung lassen sich in drei Bereiche einteilen und können bereits in der frühen Kindheit auffallen, aber auch erst später sichtbar werden, wenn die Anforderungen in Kita, Schule oder Alltag steigen.
1. Soziale Interaktion: Autistische Kinder und Jugendliche erleben soziale Situationen häufig anders. Ihnen kann es schwerfallen,
- soziale Signale, Gefühle oder Perspektiven anderer Personen zu verstehen,
- Mehrdeutigkeit, Sarkasmus und Ironie zu verstehen,
- Blickkontakt aufzunehmen, manchmal zeigt sich aber auch ein übermäßig langer und intensiver Blickkontakt,
- auf andere Personen angemessen zu reagieren oder soziale Situationen richtig einzuordnen.
- Manche nehmen Stimmungen und emotionale Spannungen sehr intensiv wahr.
2. Verbale und nonverbale Kommunikation: Die sprachliche Entwicklung verläuft sehr unterschiedlich. Manche Kinder sprechen keine Worte, wenig oder verspätet, andere verfügen über einen großen Wortschatz. Häufige Besonderheiten sind:
- Schwierigkeiten beim Verstehen und Verwenden von Mimik, Gestik und Körpersprache,
- das Wiederholen von Wörtern oder Sätzen (Echolalie),
- eine ungewöhnliche oder monotone Sprachmelodie,
- die Verwendung ungewöhnlicher Wörter oder Sätze, die für andere manchmal unpassend wirken oder nur für vertraute Personen verständlich sind.
3. Wiederholende Verhaltensweisen und besondere Interessen: Viele autistische Kinder zeigen wiederholende Bewegungen oder Verhaltensweisen, entwickeln intensive Spezialinteressen und bevorzugen feste Routinen. Veränderungen im Alltag oder unerwartete Situationen können Stress und Überforderung auslösen. Im Spielverhalten zeigt sich häufig eher ein Nebeneinander- als ein gemeinsames Spielen. Rollenspiele oder „So-tun-als-ob“-Spiele fallen vielen schwerer. Manche Kinder ordnen Spielsachen nach einem bestimmten Muster oder nutzen sie auf ungewohnte Weise.
Weitere Besonderheiten: Zusätzlich können Begleiterkrankungen wie Entwicklungsstörungen, AD(H)S, Epilepsie sowie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen auftreten. Auch Schlafstörungen, Essprobleme oder herausfordernde Verhaltensweisen können den Alltag beeinflussen. Viele autistische Kinder und Jugendliche zeigen zudem Besonderheiten in der sensorischen Reizwahrnehmung und reagieren verstärkt oder auch abgeschwächt auf beispielsweise Geräusche, Licht, Gerüche, Berührungen oder bestimmte Geschmäcker und Konsistenz von Lebensmitteln.
Broschüren
Gemeinsame Unterstützung im Alltag
Kinder im Autismus-Spektrum profitieren von verlässlichen Strukturen und einer gemeinsamen Haltung aller Bezugspersonen. Unterstützungsmaßnahmen wie klare Strukturen, Kommunikationsformen und Regeln sollten nicht nur in der Kita, Schule oder Therapie, sondern auch zu Hause berücksichtigt werden.
Kinder profitieren langfristig davon, Selbstständigkeit, Frustrationstoleranz und den Umgang mit Anforderungen schrittweise zu erlernen – angepasst an ihre individuellen Möglichkeiten.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Familie, Kita, Schule, Therapie und weiteren Bezugspersonen unterstützt die Entwicklung und Teilhabe des Kindes.
Die Begleitung eines autistischen Kindes kann für Familien herausfordernd sein. Daher ist es wichtig, dass auch Eltern und andere Bezugspersonen auf die eigenen Belastungen achten und Unterstützungs- und Entlastungsangebote bei Bedarf nutzen.
Mein Kind hat Autismus
Sie finden hier die Inhalte unseres
Diagnostik
Wenn der Verdacht auf Autismus besteht oder Eltern Auffälligkeiten im Verhalten und in der Entwicklung ihres Kindes beobachten, ist die kinderärztliche Praxis die erste Anlaufstelle. Von dort aus kann an spezialisierte Einrichtungen/Zentren weitergeleitet werden. Dazu gehören:
- niedergelassene Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Sozialpädiatrische Zentren (SPZ)
- entsprechend qualifizierte psychotherapeutische Praxen.
Die Diagnosestellung sollte gemeinsam mit einem Facharzt oder einer Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder einem speziell ausgebildeten Facharzt oder einer Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin erfolgen.
- Viele Diagnosestellen haben Wartelisten für eine Autismus-Diagnostik.
- Wenn die Möglichkeit besteht, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen, sollten Sie diese Möglichkeit nutzen. Es ist ein erster Schritt, auch wenn die Wartezeiten lang sind.
- Melden Sie Ihr Kind bei mehreren Diagnosestellen an.
- Informieren Sie die Diagnosestellen, falls Sie inzwischen eine andere Möglichkeit zur Diagnostik in Anspruch nehmen konnten.
Wartezeiten überbrücken – Tipps für Eltern
Eltern können die Wartezeit bis zum Beginn der Diagnostik nutzen, um ihr Kind bereits jetzt zu unterstützen.
- Informieren: Beschäftigen Sie sich mit dem Thema Autismus, z. B. mithilfe von Fachinformationen oder den kostenlosen Angeboten des Bundesverbandes autismus Deutschland e. V. Auch Filme oder Serien können einen Einstieg in das Thema bieten. Informationen aus sozialen Medien können ergänzend hilfreich sein, ersetzen jedoch nicht die medizinische, therapeutische oder fachliche Beratung.
- Ein Netzwerk aufbauen: Tauschen Sie sich mit Familie, Freund*innen, Selbsthilfegruppen oder anderen betroffenen Eltern aus. Ein unterstützendes Netzwerk kann den Alltag erleichtern und entlasten.
- Unterstützungsangebote nutzen: Auch ohne gesicherte Diagnose können Angebote wie Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie oder Psychotherapie sinnvoll sein. Lassen Sie sich hierzu in Ihrer kinderärztlichen Praxis beraten.
- Frühzeitig Hilfen beantragen: Ein Pflegegrad oder ein Grad der Behinderung kann auch ohne Autismus-Diagnose beantragt werden. Entscheidend sind die tatsächlichen Einschränkungen im Alltag.
Der Bundesverband autismus Deutschland e.V. hat Tipps zusammengestellt, was Sie tun können, bis eine Diagnose erstellt wurde:
Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten
Eine Autismus-Spektrum-Störung ist nicht heilbar. Die Entwicklung und Teilhabe des Kindes können durch passende Unterstützung und Förderung positiv beeinflusst werden. Dabei ist ein möglichst frühzeitiger Beginn einer therapeutischen Förderung wichtig.
Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt von den Stärken, Bedürfnissen und Zielen des Kindes und seiner Familie ab. Es gibt verschiedene Förder-, Therapie- und Unterstützungsangebote. Gemeinsam mit den beteiligten Fachkräften können Familien passende Angebote auswählen, die zum Kind und zur familiären Situation passen.
Überblick
Förder- und Therapiemöglichkeiten bei Autismus
- Frühförderung
- Autismustherapie
- Ergotherapie und Logopädie
- Psychotherapie
- Sozialtraining
- Begleitung und Beratung der Eltern (Elterntraining)
- Selbsthilfegruppen
Unterstützungsleistungen
- Pflegeleistungen (z. B. Pflegegeld, Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege)
- Schwerbehindertenausweis
- Persönliches Budget
- Leistungen der Eingliederungshilfe
- Ambulant betreutes Wohnen
- Familienunterstützender Dienst (FuD)
Beispiele für Hilfsmittel und Alltagshelfer
- Gehörschutz
- Hilfsmittel zur Selbstregulation (Stimming-Tools)
- (visuelle) Orientierungs- und Planungshilfen
- Gewichtsdecken
- Unterstützte Kommunikation (UK)
Frühförderung
Frühförderung ist ein wohnortnahes Angebot für Kinder von der Geburt bis zur Einschulung, die von einer Behinderung betroffen oder bedroht sind. Es wird unterschieden in heilpädagogische Frühförderung und interdisziplinäre Frühförderung (IFF). IFF ist häufig bei Kindern mit (Verdacht auf eine) Autismus-Spektrum-Störung sinnvoll.
Bei der Frage nach Frühförderung ist die kinderärztliche Praxis die erste Anlaufstelle. Für die Leistungen der Frühförderung ist der LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) zuständig, dort wird der Antrag auf Frühförderung gestellt. Frühförderung ist für Eltern kostenlos.
Bei Fragen zur Entwicklung ihres Kindes können sich Eltern bereits vor der Beantragung einer Förderung für eine offene und kostenfreie Beratung an eine Frühförderstelle wenden.
Dokumente Frühförderung
Weitere Informationen, Heilpädagogische Frühförderstellen und -Praxen in Dortmund sowie Elternflyer in verschiedenen Sprachen gibt es hier:
Autismustherapie
Autismustherapie unterstützt autistische Menschen dabei, ihren Alltag besser zu bewältigen, ihre Stärken zu nutzen und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Sie wird individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person abgestimmt und kann vom Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter erfolgen.
Die Therapie wird unter anderem in Autismus-Therapie-Zentren (ATZ), Autismus-Ambulanzen oder in ausgewählten Frühförderstellen angeboten. Häufig startet Autismustherapie ab dem Schulalter.
Autismustherapie zählt mit zur Eingliederungshilfe und wird beim jeweils zuständigen Leistungsträger beantragt. Im Vorschulalter wird der Antrag auf Autismustherapie beim
-
Jugendamt Dortmund* : wenn Autismus als reine seelische Behinderung gilt (§35a SGB VIII). Für Schulkinder mit einem IQ gleich oder über 70 Punkten. -
Sozialamt Dortmund* : wenn zusätzlich zur Autismus-Spektrum-Störung auch geistige bzw. körperliche Behinderungen vorliegen (SGB IX). Für Schulkinder mit einem IQ unter 70 Punkten (starke kognitive Beeinträchtigung).
*Hinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Oktober 2026) ist eine Reform des SGB VIII geplant. Voraussichtlich ist ab 2027 das Jugendamt Dortmund für die Eingliederungshilfe von Kindern und Jugendlichen ab dem Schulalter zuständig – unabhängig von der Art der Behinderung.
Dokumente Autismustherapie
Psychologischer Beratungsdienst – Eingliederungshilfe
Anschrift und Erreichbarkeit44141 Dortmund
Hier erhalten Sie Informationen zu Anspruchsvoraussetzungen, Ablauf, Anträgen und passenden Hilfsangeboten.
Stadt Dortmund - Sozialamt
Anschrift und Erreichbarkeit
44137 Dortmund
-
MontagGeschlossen
-
Dienstagbis
-
MittwochGeschlossen
-
Donnerstagbis
-
FreitagGeschlossen
-
SamstagGeschlossen
-
SonntagGeschlossen
Sowie Termine nach Vereinbarung im Rahmen der allgemeinen Dienstzeiten. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Sprechstunden der Fachbereiche.
- Für die Beantragung von Autismustherapie ist ab Schuleintritt eine fachärztlich gesicherte Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung erforderlich.
- Der medizinische/psychologische Befundbericht sollte eine Beurteilung des Entwicklungsstandes enthalten (z. B. IQ-Testung).
- Liegt der letzte Termin bei der zuständigen Praxis, Klinik oder SPZ länger als ein Jahr zurück? → Eltern oder Sorgeberechtigte sollten einen Termin zur Verlaufskontrolle vereinbaren.
- Für den ersten Schritt reicht ein formloser Antrag (z. B. per Post oder per E-Mail) an den Leistungsträger der Eingliederungshilfe.
Beratungsangebote zum Antragsverfahren
Ergotherapie und Logopädie
Logopädie kann die Sprachentwicklung und Kommunikation unterstützen. Bei Kindern mit Autismus, die wenig oder gar nicht sprechen, können auch Bildkarten, Symbole, Gebärden oder elektronische Kommunikationshilfen eingesetzt werden.
Ergotherapie kann helfen, die Wahrnehmung und Kommunikation zu fördern, Reize besser zu verarbeiten und den Alltag selbstständiger zu gestalten.
Beide Therapien können bei medizinischer Notwendigkeit von der behandelnden kinderärztlichen Praxis verordnet werden. Die Kosten übernehmen in der Regel die Krankenkassen.
Wohnortnahe Praxen finden Sie über die Suche des GKV-Spitzenverbandes:
Psychotherapie
Psychotherapie kann autistische Kinder und Jugendliche bei folgendem unterstützen:
- bei der Behandlung von Begleiterkrankungen, wie z. B. Angststörungen oder Depressionen,
- beim Umgang mit den eigenen Besonderheiten und Herausforderungen,
- bei der Gefühlswahrnehmung und beim Umgang mit Stress,
- dabei, Signale anderer Menschen besser zu deuten und darauf zu reagieren.
Praxen für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (KJP) in Dortmund und Umgebung finden Sie über die Online-Suche der KVWL:
Selbsthilfegruppen
Der Austausch mit anderen Familien wird von vielen Eltern als entlastend erlebt. In Selbsthilfegruppen für Eltern von Kindern mit Autismus in Dortmund haben Eltern und Angehörige die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Es können Erfahrungen geteilt und Fragen gestellt werden, um so voneinander zu lernen.
Auch Elternkurse können eine erste Orientierung geben. Dies ist insbesondere für Eltern wichtig, die gerade erst die Diagnose für ihr Kind erhalten haben oder auf einen Therapieplatz warten.
Elterngruppen in Dortmund
- Neuro Bande Dortmund: Elterntreff von und für Eltern neurodivergenter Kinder im Mütterzentrum (Hospitalstraße 6)
+49 231 99 78 96 0 info.neurodivergent@web.de
Website Mütterzentrum - Interkulturelle Gruppe für Eltern von Kindern mit Autismus: im Gemeindehaus St. Josef (Münsterstraße 59)
+49 231 56 78 81 48 raum.vorort@kefb.de
Pflegegrad und Grad der Behinderung
Pflegegrad beantragen
Einen Antrag auf einen Pflegegrad kann formlos (telefonisch oder per E-Mail) bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Die Pflegeversicherung ist bei der eigenen Krankenkasse angegliedert. Für ein Kind im Autismus-Spektrum kann ein Pflegegrad beantragt werden. Eine Diagnose ist nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist, wie stark die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten des Kindes im Alltag eingeschränkt sind. Diese werden im Rahmen einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) beurteilt.
Als Vorbereitung kann es hilfreich sein, Berichte von Ärzt*innen, Therapeut*innen Kita oder Schule zu sammeln und ein Pflegetagebuch zu führen (mindestens eine Woche). Neben körperlicher Hilfe gelten auch Anleitung, Motivation und Beaufsichtigung als pflegerischer Aufwand.
Der Pflegewegweiser NRW bietet Informationen zur Beantragung eines Pflegegrades und zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Sie finden dort finden auch die Kontaktdaten der Pflegekassen.
Grad der Behinderung (GdB) beantragen
Für Kinder und Jugendliche mit Autismus kann ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden. Je nach Höhe des GdB kann ein Schwerbehindertenausweis beantragt und ausgestellt werden. Der GdB dient dazu, die Auswirkungen des Autismus auf den Alltag und tägliche Leben zu berücksichtigen und kann mit bestimmten Nachteilsausgleichen verbunden sein.
Den Antrag können Sie online oder schriftlich beim Gemeinsamen Versorgungsamt stellen.
Das Online-Formular über ELSA-NRW sowie den Antrag zum Ausdrucken (pdf) finden Sie auf der Internetseite der Stadt Dortmund:
Stadt Dortmund - Sozialamt - Versorgungsamt der Städte Dortmund, Bochum und Hagen Schwerbehindertenangelegenheiten
Anschrift und Erreichbarkeit
44141 Dortmund
-
Montagbis
-
Mittwochbis
-
Freitagbis
-
Dienstagbis
-
Donnerstagbis
Termine außerhalb der allgemeinen Sprechzeiten werden auf Wunsch ermöglicht.
Beratungsangebote in Dortmund zu Pflegegrad und GdB
Der Weg in die Kita
Die Kita-Zeit ist eine wichtige Phase für die Entwicklung von Kindern. Pädagogische Fachkräfte beobachten die Entwicklung und sprechen mögliche Auffälligkeiten mit den Eltern oder Sorgeberechtigten an. Bei Bedarf empfehlen sie eine ärztliche oder diagnostische Abklärung.
Die Diagnose Autismus verändert den Familienalltag und kann viele Herausforderungen mit sich bringen. Die Betreuung in einer Kita kann Familien entlasten und Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen.
In Dortmund gibt es folgende Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung
- Inklusive Kindertageseinrichtungen (Kitas)
- Heilpädagogische Kita-Plätze
- Betreuung in der Kindertagespflege (bis zum 3. Lebensjahr)
Sie können ihr Kind über das Kitaportal in einer Kita anmelden und finden dort auch Informationen zur Kindertagespflege:
- Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zur Kita auf. Hier erhalten Sie wichtige und unterstützende Informationen, so dass der Start in die Kita für ihr Kind gut gelingen kann.
- Bereiten Sie Ihr Kind auf die Veränderung vor. Schauen Sie sich z. B. vorher die Räume und Fotos der Kita an. Machen Ihr Kind mit der Hauptbezugsperson vertraut.
- Geben Sie etwas für das Kind Wichtiges von zu Hause mit.
- Ihr Kind muss die Veränderung möglichst „begreifen“ und erfahren. Erklärungen allein reichen häufig nicht aus.
- Geben Sie Ihrem Kind Halt und Struktur. Visuelle Pläne können helfen, sich in dem neuen Tagesablauf zurecht zu finden.
- Zu Beginn flexible Anwesenheitszeiten für das Kind.
- Überschaubare Strukturen in Bezug auf Personal, Räumen, Aktivitäten und Kinder
- Möglichkeit von Entspannung und Erholung (z. B. reizärmere Räumlichkeiten).
- Grundlegendes Wissen über Autismus sowie Verständnis der Betreuenden und der anderen Eltern für die besonderen Bedürfnisse des Kindes.
- Gute Zusammenarbeit und Absprachen zwischen Eltern und Kita-Personal.
- Gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams, Einhalten von Absprachen sowie Offenheit, neue Wege zu beschreiten.
Sensibilisierung des Umfeldes
Ein „Ich-Flyer“ kann helfen, das Umfeld über die individuellen Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe eines autistischen Kindes zu informieren. So können pädagogische Fachkräfte Herausforderungen besser verstehen und gezielt darauf eingehen. Klare Strukturen, kleine Schritte und eine reizärmere Umgebung können den Alltag erleichtern.
Die Ideensammlung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) bietet praktische Tipps zur Gestaltung und Strukturierung des Kita-Alltags. Sie behandelt unter anderem die Eingewöhnung, Bring- und Abholsituationen sowie den Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen.
Beratungsangebote für Kita-Kinder und deren Familie
Der Weg in die Schule
Für Schüler*innen mit Autismus gibt es nicht „die“ passende Schule oder „die“ passende Unterstützung. Jedes Kind hat individuelle Stärken, Bedürfnisse und einen unterschiedlichen Unterstützungsbedarf. Eltern kennen ihr Kind gut und können wichtige Hinweise geben, was im Alltag hilft. Gemeinsam mit der Schule sollte geprüft werden, welche Maßnahmen sich auch im Schulalltag umsetzen lassen. Bei der Suche nach einer passenden Schule können Erzieher*innen, Mitarbeitende der Frühförderung und bei Bedarf die zuständige Autismus-Fachberatung unterstützen.
Der Übergang in die Schule kann für Kinder mit Autismus und ihre Eltern eine herausfordernde Zeit sein. Zuständigkeiten und Institutionen wechseln, und für das Kind verändern sich viele Dinge in kurzer Zeit, z. B. der Ort, die Bezugspersonen und der Tagesablauf. Dies kann zu einer Überforderung führen. Eine gute Vorbereitung kann helfen, den Schulstart vorhersehbarer zu machen, Ängste zu reduzieren und Lehrkräften die Möglichkeit geben, sich auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzustellen und passende Unterstützungsmaßnahmen zu planen.
- Kennenlernen der neuen Schule (Wege, Räume, Personen)
- Aufklärung der Mitschüler*innen über Autismus und die damit verbundenen Probleme und Besonderheiten (mit Zustimmung des/der betroffenen Schüler*in und der Eltern)
- ggf. Schul-Pate oder Schulassistenz, insbesondere für die Anfangsphase zur Orientierung
Sensibilisierung des Umfeldes
Ein „Ich-Flyer“ kann das schulische Umfeld über die individuellen Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe eines autistischen Kindes informieren. Autismus kann sich bei jeder Schülerin und jedem Schüler unterschiedlich im Alltag zeigen. Der Flyer kann Lehrkräfte dabei unterstützen, herausfordernde Situationen frühzeitig zu erkennen und gezielter auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Klare Strukturen, kleine Schritte und eine reizärmere Umgebung können den Schulalltag erleichtern.
Der Flyer des Bundesverbands autismus Deutschland e. V. gibt praktische Hinweise zur Unterstützung autistischer Schüler*innen im Unterricht, z. B. durch klare Strukturen, visualisierte Arbeitsanweisungen und die Nutzung von Spezialinteressen als Motivationshilfe.
Der Barriere-Fragebogen schAUT kann Lehrkräfte dabei unterstützen, schulische Situationen zu erkennen, die insbesondere für Schüler*innen im Autismus-Spektrum Barrieren darstellen können. Die Materialien sind frei verfügbar und für die Grund- und Sekundarschule geeignet.
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ICH-Flyer für die Grundschule (Download-Link) -
ICH-Flyer Schule und Ausbildung (Download-Link) -
Flyer: Kinder und Jugendliche mit Autismus in der Schule. Information für Lehrkräfte (Download-Link) -
Schule & Autismus - schAUT (alle Anwendungsmaterialien) -
Fachbereich Schule: Planungshilfe Übergang in die Primarstufe Autismus-Spektrum-Störung (Download-Link)
Beratungshaus Inklusion Dortmund
Im Beratungshaus Inklusion können sich Eltern und auch alle weiteren interessierten Personen bereits vor der Einschulung beraten lassen. Sie erhalten dort u. a. Informationen zu Schulformen, Nachteilsausgleich, AOSF-Verfahren und Förderschulen in Dortmund.
Autismus-Fachberatung
Die Autismus-Fachberatung im Schulbezirk Dortmund steht allen Beteiligten bei schulischen Fragen rund um das Thema Autismus-Spektrum-Störung zur Verfügung.
- Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen
- Informationen und Beratung zu Fragen des Unterrichts
- Unterstützung und Beratung bei Übergängen und Schulwechseln
- Schullaufbahnberatung
- Beratung über Möglichkeiten des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs
- Beratung bei der Beantragung und Anwendung des Nachteilsausgleichs
- Beratung bei Fragen zur Schulbegleitung
- Unterstützung bei der Suche nach außerschulischen Institutionen
Koordination der Beratungsanfragen für das Schulamt Dortmund
Sigrid Hillebrand:
Individuelle Förderung
Für Schüler*innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung gibt es keine allgemeingültigen Unterstützungsmaßnahmen für den Schulalltag. Es braucht:
- eine Betrachtung der individuellen Bedürfnisse des Kindes oder des Jugendlichen,
- eine Betrachtung der Voraussetzungen der jeweiligen Schule,
- eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern,
- eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind oder zum Jugendlichen, um eine passende, individuelle Lösung zu finden.
Praktische Anregungen und Beispiele für individuelle Lösungen bietet das Themenheft „Inklusion“ der Bezirksregierung Düsseldorf. Beratung zu Fragen der individuellen Förderung bietet außerdem das Büro Individuelle Förderung (BIF) der Bezirksregierung Arnsberg.
Nachteilsausgleich
Schüler*innen mit Autismus können einen Nachteilsausgleich erhalten, wenn sie zielgleich unterrichtet werden (einen allgemeinen Schulabschluss anstreben). Ein Nachteilsausgleich legt individuell fest, welche Unterstützungsmaßnahmen notwendig sind, um den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Der Nachteilsausgleich wird schriftlich festgelegt, aber nicht im Zeugnis vermerkt.
Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:
- mehr Arbeitszeit bei Klassenarbeiten
- zusätzliche Pausen
- angepasste räumliche Bedingungen, z. B. ein ruhiger Arbeitsplatz
- Unterstützung bei der Arbeitsorganisation
- klar strukturierte Arbeitsaufträge oder alternative Präsentationsformen
- technische Hilfsmittel, z. B. Tablet oder Laptop als Schreibhilfe
Wie kann ein Nachteilsausgleich beantragt werden?
- Der Schulleitung muss vor der Beantragung eines Nachteilsausgleichs eine fachärztliche Diagnose vorliegen.
- Eltern oder Sorgeberechtigte können den Nachteilsausgleich formlos bei der Schulleitung beantragen.
- Der individuelle Bedarf wird gemeinsam besprochen und die Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
- Für zentrale Prüfungen, wie den Mittleren Schulabschluss oder das Abitur, gelten besondere Regelungen und Fristen. Bei technischen Hilfsmitteln können zusätzliche Nachweise erforderlich sein.
Sonderpädagogische Förderung
Kinder und Jugendliche haben einen gesetzlichen Anspruch auf Gemeinsames Lernen (GL), oft als schulische Inklusion bezeichnet. Das gemeinsame Lernen ermöglicht Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Besuch einer allgemeinen (Regel-)Schule. Alle 88 Grundschulen in Dortmund sind Schulen des Gemeinsamen Lernens.
Informationen zu sonderpädagogischer Förderung erhalten Sie hier:
Wenn bei einem Kind ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt wurde und Eltern für ihr Kind eine Förderschule suchen, bietet das Bambini-Portal der Stadt Dortmund eine Übersicht der Förderschulen in Dortmund:
Schulbegleitung
In einigen Fällen kann eine Begleitung im Unterricht oder in den Pausenzeiten erforderlich sein. Dies kann durch eine Schulbegleitung (auch Integrationskraft, Inklusionsassistenz oder Schulassistenz genannt) erfolgen.
Sie kann beantragt werden, wenn ein Kind oder Jugendlicher aufgrund einer Behinderung oder drohenden Behinderung Unterstützung benötigt, um am Schulalltag teilhaben zu können. Ziel ist die möglichst selbstständige Teilnahme am Unterricht und am schulischen Leben.
Schulbegleitung zählt mit zur Eingliederungshilfe und der Antrag auf Schulbegleitung wird entweder beim Jugendamt oder beim Sozialamt gestellt*.
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Jugendamt Dortmund *: wenn Autismus als reine seelische Behinderung gilt (§ 35a SGB VIII). Für Schulkinder mit einem IQ gleich oder über 70 Punkten. -
Sozialamt Dortmund *: wenn zusätzlich zur Autismus-Spektrum-Störung auch geistige bzw. körperliche Behinderungen vorliegen (SGB IX). Für Schulkinder mit einem IQ unter 70 Punkten (starke kognitive Beeinträchtigung).
*Hinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Oktober 2026) ist eine Reform des SGB VIII geplant. Voraussichtlich ist ab 2027 das Jugendamt Dortmund für die Eingliederungshilfe von Kindern und Jugendlichen ab dem Schulalter zuständig – unabhängig von der Art der Behinderung
Dokumente Schulbegleitung
- Eine Schulbegleitung unterstützt bei der Teilhabe am Schulalltag, übernimmt jedoch nicht die Aufgaben der Lehrkräfte.
- Die Unterstützung kann individuell oder im Rahmen einer Poollösung erfolgen. Das bedeutet, dass eine Fachkraft für mehrere Schüler*innen der Klasse zuständig ist.
- Der Unterstützungsbedarf wird regelmäßig überprüft und kann angepasst werden.
Weitere Beratungsangebote für Schulkinder und deren Familie
Ausblick: Wie kann es nach der Schule weitergehen?
Auch nach Beendigung der Schulzeit benötigen viele Menschen mit Autismus weiterhin unterstützende Teilhabeleistungen. Daher sollte der Übergang in das Berufs- und Erwachsenenleben frühzeitig und vorausschauend geplant werden.
Die Vielfalt des Autismus-Spektrums spiegelt sich auch in der Berufswahl wider: Je nach individuellen Stärken und Unterstützungsbedarfen kommen unterschiedliche Bildungs- und Berufswege infrage – Werkstätten für Menschen mit Behinderung, schulische oder betriebliche Ausbildungen, Ausbildungen in einem Berufsbildungswerk, Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder ein Studium. Autist*innen sind in allen Bereichen des Arbeitslebens vertreten.
Weitere Informationen und Materialien finden Sie hier:
Kinder - und Jugendgesundheitsdienst
Anschrift und Erreichbarkeit44137 Dortmund
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oder jederzeit per E-Mail
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