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Borsigplatz

Amt für Stadterneuerung

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jürgen Wassmuth

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Die Nordstadt

Der Name ist Programm: Die Dortmunder "Nordstadt" ist mehr als nur ein Stadtteil – denn die Größe des innenstadtnahen und hoch verdichteten Altbauquartiers ist vergleichbar mit der einer Kleinstadt. Die Fakten: 1.442 ha Gesamtfläche, davon 300 ha Wohnfläche – 59.479 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 2017). Die drei Quartiere Hafen, Nordmarkt und Borsigplatz schaffen Struktur, benannt nach den sie prägenden Räumen.

Entstanden ist die Nordstadt im Rahmen der Entwicklung des Hafens, der Stahlindustrie und des Bergbaus als Industrievorstadt Dortmunds in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Familienzusammenführungen seit den 1970er Jahren, vermehrte Zahlen von Asylbewerbern in den 1980er Jahren, Aus- und Übersiedlerzuzüge und Kriegsflüchtlinge in den 1990er Jahren und die aktuelle Armutszuwanderung aus Südosteuropa lassen die Geschichte der Menschen in der Nordstadt zu einer Geschichte der Zuwanderung, der Sozialisation und der Integration werden. Parallel zu diesen Zuzügen wurden in den anderen Stadtbezirken Dortmunds Wohngebiete mit Sozialwohnungen und Einfamilienhäusern für die deutschen Facharbeiter gebaut. Dies beschleunigte den Wandlungsprozess in der Nordstadt, da die freigewordenen Wohnungen verstärkt durch Zuwanderer wiederbesetzt wurden.

Die Nordstadt ist in vielfältiger Hinsicht ein Stadtteil mit hohem Handlungsbedarf auch aufgrund der jüngeren industriellen Vergangenheit der Region (Abbau von Bergbau, Stahlindustrie und weiterer Industriebranchen). Verglichen mit der Gesamtstadt ist die Nordstadt trotz vielfältiger Anstrengungen noch immer gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit (insbesondere von jungen Menschen mit Migrationshintergrund), ein hohes Armuts- und niedriges Bildungsniveau, eine noch auszugleichende Branchenverteilung, städtebauliche Defizite sowie ein zu verbesserndes Image. Die Arbeitslosenquoten sind dabei immer rund doppelt so hoch wie im städtischen Gesamtdurchschnitt.

Seit 1986 wurden verschiedene Themen durch das städtebauliche Nordstadt-Programm bearbeitet, ab 1991 ergänzt durch das sozial-pädagogische und das schulische Nordstadt-Programm. In der Nordstadt gilt es mit jeder "Welle" an Herausforderungen neue Konzepte und Perspektiven zu entwickeln, da der Stadtteil weiterhin der Ankunftsort in Dortmund ist und bleibt.

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