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Nordstadt stärken – Haus für Haus

Chancen einer Gestaltungs- und Erhaltungssatzung im Südlichen Nordmarktquartier

Im Südlichen Nordmarktquartier gibt es viele Häuser mit ansprechender und historisch wertvoller Architektur. Diese Stärken sollen künftig besser zur Geltung kommen. Die Stadt Dortmund prüft daher eine Gestaltungs- und städtebauliche Erhaltungssatzung.

Bild: Foto: Roland Gorecki / Montage: Reicher Haase Assoziierte
Montage von zwei gezeichneten Figuren in ein Foto einer Straße mit Altbauten und großen Bäumen.
Zusammen mit Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden betrachtet die Stadt Dortmund die Chancen einer Gestaltungssatzung oder städtebaulichen Erhaltungssatzung im Südlichen Nordmarktquartier.
Bild: Foto: Roland Gorecki / Montage: Reicher Haase Assoziierte

In der Nordstadt stammen viele Gebäude aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie werden als Gründerzeithäuser oder Jugendstilhäuser bezeichnet. Diese Gebäude sind aufwändig und ansprechend gestaltet. Im guten Zustand sind sie ein großer Gewinn für das Stadtbild. Auch viele jüngere Gebäude etwa aus der Nachkriegszeit sind mit ihren typischen Gestaltungselementen der 1950er- und 1960er-Jahre historisch wertvoll und erhaltenswert. Diese architektonisch wertvolle Bebauung ist eine oft übersehene Stärke der Nordstadt.

Die Stadterneuerung rückt diese baulichen Vorzüge 2025 in den Fokus, unter dem Motto: "Nordstadt stärken – Haus für Haus". Gemeinsam mit den Eigentümer*innen und Pächter*innen im Südlichen Nordmarktquartier möchte sie die Qualitäten der dortigen Architektur besser zur Geltung bringen. Denn ein ansprechenderes Stadtbild verbessert die Lebensqualität in einem Viertel. Auch Immobilieneigentümer *innen und Gewerbetreibende der lokalen Wirtschaft profitieren von einem attraktiveren Umfeld.

Deshalb gibt bereits das Hof- und Fassadenprogramm , aus dem für geeignete Immobilien Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Kosten für verschiedene Maßnahmen möglich sind. Seit Januar 2025 besteht zudem das städtebauliche Sanierungsgebiet "Südliches Nordmarktquartier" mit Steuervorteilen und Genehmigungspflichten für Immobilieneigentümer*innen sowie großen städtischen Investitionen. Für das gleiche Gebiet prüft die Stadt nun die Chancen von Gestaltungs- bzw. städtebaulichen Erhaltungssatzungen.

Beteiligung: Veranstaltungen, Spaziergänge, Umfragen

Bild: Reicher Haase Assoziierte
Eine Gruppe von Menschen diskutiert an einem Stehtisch, im Hintergrund sind Stadtpläne an Stellwänden zu sehen.
Bei mehreren Veranstaltungen kamen die Planer*innen ins Gespräch mit Gebäudeeigentümer*innen und stellten ihre Analysen und Ideen vor.
Bild: Reicher Haase Assoziierte

Im Verlauf des Jahrs 2025 lud die Stadterneuerung alle Interessierten ein, mehr zu erfahren und sich einzubringen. Besonders angesprochen waren Hauseigentümer*innen, Gewerbetreibende und Gastronom*innen.

Am 29. April 2025 fand die Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Nordstadt stärken – Haus für Haus“ in der Münsterstraße 59 statt: Mit Vorträgen und vielen Beispielbildern, Erfahrungsberichten zweier Immobilieneigentümer und der Möglichkeit, Fragen an die Verantwortlichen zu richten. Die Dokumentation des Info-Abends, 13 MB, PDF steht zum Download bereit.

Die Möglichkeit für eigenen Input gab es zudem bei einer Online-Umfrage vom 29. April bis 30. Juni 2025.

Bei einer zweiten öffentlichen Infoveranstaltung am 16. Oktober 2025 im Gemeindehaus St. Joseph stellten die Stadterneuerung und das beauftragte Planungsbüro RHA erstmals konkrete Straßenzüge vor, für die Regelungen angedacht sind. Auch hierzu steht eine Dokumentation der Veranstaltung, 34 MB, PDF zum Download bereit.

Am Folgetag, 17. Oktober 2025, fand ein dazu passender öffentlicher Stadtspaziergang durch das Quartier statt. Eine Frage-. und Diskussionsrunde für Gewerbetreibende und Gastronom*innen im Dietrich-Keuning-Haus rundete die öffentliche Informationsphase im Herbst 2025 ab.

Fragen und Antworten

Was ist eine Gestaltungs- oder städtebauliche Erhaltungssatzung?

Gestaltungs- bzw. Erhaltungssatzungen haben mehrere Ziele: Zum einen geht es darum, das baukulturelle Erbe zu erhalten und wertvolle Architektur zu bewahren. Zum anderen sollen sie den behutsamen, einheitlichen Umgang mit prägenden Elementen des Stadtbilds gewährleisten und so eine Harmonisierung des Gebäudebestandes – einschließlich möglicher Neubauten – herstellen.

Dazu können die Satzungen zum Beispiel Regelungen zur Gestaltung einzelner Bauteile treffen. Das können etwa Fassaden, Fenster und Schaufenster, Türen oder Dächer sein. Auch zur Gestaltung von Werbeanlagen oder dem Erscheinungsbild von Außengastronomie sind Regelungen möglich.

Welches Gebiet betrachtet die Stadterneuerung?

Bild: Reicher Haase Assoziierte
Stilisierte Karte des Südlichen Nordmarktquartiers in der Dortmunder Nordstadt.
Rund um Münsterstraße und Nordmarkt erstreckt sich das Gebiet, für das die Einführung von Gestaltungs- oder städtebaulichen Erhaltungssatzungen geprüft wird.
Bild: Reicher Haase Assoziierte

Für die Prüfung von Gestaltungs- und städtebaulichen Erhaltungssatzungen nimmt die Stadterneuerung das Sanierungsgebiet "Südliches Nordmarktquartier" in den Blick. Die Karte zeigt die genauen Umrisse.

Individuelle Unterstützung und Beratung

Im Südlichen Nordmarktquartier bietet das Quartiersmanagement Nordstadt im Auftrag des Amts für Stadterneuerung allen Immobilieneigentümer*innen kostenlose Beratung an: zu Fördermitteln, Steuervorteilen und Genehmigungspflichten im Sanierungsgebiet und den allgemeinen Perspektiven der Immobilien. Bei Bedarf werden dabei auch der Quartiersarchitekt und ein Statiker eingebunden.

Beauftragt mit der aktuell laufenden Prüfung einer Gestaltungs- und Erhaltungssatzung ist das Planungsbüro Reicher Haase Assoziierte.

Stadt Dortmund - Amt für Stadterneuerung - Nordstadt

Anschrift und Erreichbarkeit
Kontakt
Anschrift
Kampstr. 47
44137 Dortmund

Gefördert durch

Logo des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Logo der Städtebauförderung von Bund und Ländern Logo des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen

Projekte in der Nordstadt

Sanierungsgebiet Südliches Nordmarktquartier

Die Stadt Dortmund führt im „Südlichen Nordmarktquartier“ eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme durch. Das Sanierungsgebiet erstreckt sich rund um den Nordmarkt, das Schleswiger Viertel und das Brunnenviertel sowie die südliche Münsterstraße.

Stadplan eines Ausschnitts der Dortmunder Nordstadt mit hervorgehobenen Grenzen des Sanierungsgebiets.
Bild: Stadt Dortmund / Vermessungs- und Katasteramt
Quartiersmanagement Nordstadt

Das Quartiersmanagement der Nordstadt arbeitet im Auftrag der Stadt Dortmund daran, den Stadtteil zu stärken. Ziel ist es, die Lebensqualität in den Quartieren zu verbessern und den Menschen vor Ort unterstützend zur Seite zu stehen.

Besucherinnen und Besucher informieren sich an den zahlreichen Ständen der Mitmachbörse über Nachhaltigkeit und Upcycling
Bild: QM Nordstadt/Leopold Achilles
Münsterstraße neu gestalten

Die südliche Münsterstraße ist das belebte Zentrum der Nordstadt. Die Stadt Dortmund will die Münsterstraße zwischen Burgtor und Mehmet-Kubaşık-Platz zu einem klimaresilienten Ort mit einer hohen Aufenthaltsqualität umgestalten.

Blick entlang einer Geschäftsstraße mit Kopfsteinpflaster mit vielen parkenden Autos und einer Kirche im Hintergrund.
Bild: Anja Cord
Freiraumkonzept Nordstadt

In der Nordstadt können die dichte Bebauung, überlastete Grünflächen und die zunehmende Hitze den Alltag erschweren. Deshalb lässt die Stadt Dortmund ein Konzept entwickeln, das nachhaltige Lösungen für eine grünere, kühlere und schönere Nordstadt aufzeigt.

Fotografie eines Parks mit laublosen Bäumen und Tischtennisplatte sowie weiß eingezeichneten Menschen, zusätzlichen Bäumen und Ausstattungselementen.
Bild: bgmr Landsachaftsarchitekten und Reicher Haase Assoziierte
Hof- und Fassadenprogramm Nordstadt

Mit dem Hof- und Fassadenprogramm Nordstadt unterstützt die Stadt Dortmund Eigentümer*innen bei der Neugestaltung oder Wiederherstellung von Fassaden, der Entfernung von Graffiti oder der Begrünung und Gestaltung von Freiflächen.

Zwei Häuserfassaden in der Dortmunder Nordstadt.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Bernhard-März-Haus

Das Bernhard-März-Haus ist ein Sozialkaufhaus der Caritas in der Nähe des Borsigplatzes. Die Stadt Dortmund hat es mit Mitteln der Städtebauförderung erhalten, modernisiert und um Beratungs- und Begegnungsangebote erweitert.

Ansicht eines zweistöckigen, weißen Gebäudes mit Satteldach und dem Logo der Caritas
Bild: Stefan Lemanski
Heimathafen Nordstadt

Der im Mai 2024 eröffnete Heimathafen Nordstadt ist eine zentrale Anlaufstelle für Zugewanderte, Geflüchtete und Menschen aus dem Stadtteil. Mit Unterstützung der Stadt Dortmund hat die Stiftung Soziale Stadt das leerstehende Lagerhaus in ein integratives Bildungs- und Beratungshaus verwandelt.

Frontalansicht eines frisch gestrichenen Gebäudes teil mit offenem Backstein, teils mit verputztem Mauerwerk.
Bild: Andreas Buck
Hafenentwicklung:
Gestaltung Speicherstraße-Süd

Unter dem Motto „Hafen für alle!“ hat die Stadt Dortmund die südliche Speicherstraße im Hafenquartier aufgewertet. Die Entwicklung vom Industriestandort zum Lebensort wurde beim Deutschen Städtebaupreis 2025 mit einer Auszeichnung gewürdigt.

Begrünte Flächen und eine Rutsche säumen den Blick über das Hafenbecken zum Alten Hafenamt in Dortmund.
Bild: Andreas Buck
Aufwertung von Bolzplätzen

Im Stadtteil mit dem größten Anteil an Kindern und Jugendlichen, der Nordstadt, hat die Stadt Dortmund zwei Bolzplätze erneuert. Die Bolzplätze an der Burgholzstraße und im Stollenpark sind nun modern ausgestattet, multifunktional und ganzjährig bespielbar.

Ein grüner Kunstrase-Fußballplatz mit dem Echt-Nordstadt-Herz, auf dem im Hintergrund einige Jugendliche spielen.
Bild: Anja Cord
Aufwertung Hoesch-Park

Die Stadt Dortmund hat den 27 Hektar großen Hoeschpark umfassend aufgewertet. Unter anderem ein Outdoor-Fitness-Center und mehrere Klein-Basketballfelder ergänzen das umfangreiche Sportangebot des Parks in der Nordstadt.

Luftaufnahme von Sportflächen und einem Gebäude, umgeben von Bäumen.
Bild: Karin Hessmann

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